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Sensibilisierungswoche steuerfrei?


Neben Ihnen selbst hat auch noch Ihr Arbeitgeber etwas davon, dass Sie gesund sind – und es auch bleiben. Selbst das Finanzamt unterstützt die Förderung Ihrer Gesundheit. Doch wann sind die Kosten hierfür steuerfrei?

500 Euro oder komplett steuerfrei?

Ausgaben zur betrieblichen Gesundheitsförderung bleiben grundsätzlich bis zu 600 Euro pro Mitarbeiter und Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei. Liegen diese Maßnahmen jedoch im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse Ihres Arbeitgebers, sind sie -unabhängig vom Freibetrag- in voller Höhe steuer- und sozialversicherungsfrei.

Kurs über den gesunden Lebensstil

Doch wie ist wohl folgende Maßnahme zu beurteilen? Ein Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern im Rahmen eines sog. Demografie-Projekts ein einwöchiges Einführungsseminar an. Inhalt: Die Vermittlung grundlegender Erkenntnisse über einen gesunden Lebensstil (so genannte Sensibilisierungswoche) an. Die Kosten pro Teilnehmer betragen 1.300 Euro.

Das Unternehmen meint, dass die Maßnahme ganz überwiegend im betrieblichen Interesse liege und es am Entlohnungscharakter fehle. Also müsste die Leistung für die Mitarbeiter in vollem Umfang steuerfrei sein.Steuern sparen Banner

Kosten sind Arbeitslohn

Nun hat der Bundesfinanzhof die steuerliche Einordnung geklärt: Die vom Arbeitgeber übernommenen Kosten für das Einführungsseminar sind Arbeitslohn. Begründung: Die Teilnahme sei nicht im ganz überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers erfolgt. Denn das Programm der Sensibilisierungswoche ziele darauf ab, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern.

Hingegen dienten die Maßnahmen nicht dazu, drohenden berufsspezifisch bedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen entgegenzuwirken. Die Kosten des Arbeitgebers sind also grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtig (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen VI R 28/13, Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf, Aktenzeichen 16 K 922/12).

Bei den Kosten zur betrieblichen Gesundheitsförderung, die nicht im überwiegend betrieblichen Interesse liegen, kommt der Freibetrag von 600 Euro zur Anwendung. Folglich ist nur der übersteigende Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.

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