Fortbildungskosten bei LKW-Fahrern

Fortbildungskosten bei LKW-Fahrern

Kostenübernahme bleibt steuerfrei


Alle fünf Jahre ist es bei LKW-Fahrern wieder Zeit: Die Grundqualifikation ist durch Weiterbildung aufzufrischen. Seit 2008 ist dies für alle Berufskraftfahrer im Personen- und Güterverkehr – also Busfahrer und Lkw-Fahrer – gesetzlich verpflichtet.

Viele Chefs übernehmen die Kosten für diese Weiterbildungen. So sind Spediteure in Nordrhein-Westfalen verpflichtet, Fahrern die länger als drei Jahren in ihrem Betrieb sind, die Kosten zu ersetzen. Auch eine bezahlte Freistellung während der Arbeitszeit für je einen Tag im Jahr müssen sie gewähren. Doch: müssen Brummifahrer die Übernahme der Kosten als Arbeitslohn versteuern?

Weiterhin steuerfreie Weiterbildung

Diese Frage hatte aktuell das Finanzgericht Münster zu klären. Es entschied zugunsten der LKW-Fahrer: Die Kostenübernahme für die Weiterbildung ist kein steuerpflichtiger Arbeitslohn. Somit bleibt es für den Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei. Begründung der Richter: Hier liegt ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Unternehmers vor, dass seine Fahrer an den Weiterbildungen teilnehmen (13 K 3218/13 L).

Gründe für eigenbetriebliches Interesse

Die Richter führten weiter aus:

  • Mit der Teilnahme an den Weiterbildungen kann der Unternehmer sicherstellen, dass seine Fahrer ihr Wissen über das verkehrsgerechte Verhalten in Gefahren- und Unfallsituationen, ihre Kenntnisse über das sichere Beladen der Fahrzeuge und unter anderem über das wirtschaftliche Fahren „auffrischen“ und damit ihre Fahrfertigkeiten optimieren.
  • Die Weiterbildungen dienen nicht nur der Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr, sondern aus der Sicht des Arbeitgebers vielmehr auch dazu, den reibungslosen Ablauf und die Funktionsfähigkeit seines Betriebs sicherzustellen. Es sollen mit den Weiterbildungen besondere tätigkeitsbezogene Fertigkeiten und Kenntnisse den Fahrern vermittelt werden.
  • Die Weiterbildungen sensibilisieren die Fahrer für Gefahren und ermöglichen auch ein gewinnsteigerndes Arbeiten der Fahrer. So können durch die Weiterbildungen Einnahmeausfälle des Klägers aufgrund von Ausfallzeiten der Fahrzeuge durch Unfälle oder aufgrund sonstiger Schäden an den Fahrzeugen oder der Ladung (z.B. durch eine schlechte Ladungssicherung) vorgebeugt sowie der jeweilige Fahrer auch dazu angehalten werden, kraftstoffsparend und damit kostengünstiger zu fahren.
  • Für das überwiegende eigenbetriebliche Interesse spricht auch der Umstand, dass der Unternehmer sich den Kosten für die Weiterbildungen nicht entziehen konnte, da die Fahrer, die an den Weiterbildungen teilgenommen haben, alle mehr als drei Jahre im Betrieb zugehörig waren und damit der Unternehmer nach Tarifvertrag verpflichte war, die Kosten der Weiterbildungen zu übernehmen.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar