Freigrenzen beim Pfändungsschutz

Erhöhung ab Juli 2015


Der Pfändungsschutz stellt sicher, dass Schuldner auch bei einer Pfändung des Arbeitseinkommens ihr Existenzminimum sichern und die gesetzlichen Unterhaltspflichten erfüllen können. Diese Grenze wird nun erhöht.

Ab Juli 2015

Die Höhe der Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen wird regelmäßig an die Entwicklung des steuerlichen Grundfreibetrages für das sächliche Existenzminimum angepasst.

Zuletzt wurden diese Freigrenzen zum 01. Juli 2013 erhöht. Der steuerliche Grundfreibetrag hat sich seit dem letzten Stichtag um 2,76 Prozent erhöht. Hieraus ergibt sich eine Erhöhung der Pfändungsfreigrenzen im gleichen Verhältnis.

Monatlich knapp 1.074 €

Nun gibt das Bundesjustizministerium bekannt, dass ab dem 01.07.2015 die Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen und Renten erhöht werden. Der monatlich unpfändbare Grundbetrag steigt von 1.045,04 Euro auf 1.073,88 Euro.

Dieser Betrag erhöht sich, wenn gesetzliche Unterhaltspflichten zu erfüllen sind. Wenn Schuldner mehr verdienen als den so ermittelten pfändungsfreien Betrag, verbleibt ihnen vom Mehrbetrag bis zu einer Obergrenze ebenfalls ein bestimmter Anteil.

So hoch sind die Pfändungsfreigrenzen

Bei den 1.073,88 Euro monatlich bleibt es jedoch nicht. Dieser Betrag erhöht sich um

  • 404,16 Euro für die erste unterhaltsberechtigte Person
  • 225,17 Euro für die zweite bis fünfte Person.

So erhöht sich der maximal unpfändbare Betrag bei fünf unterhaltsberechtigten Personen auf bis zu 2.378,72 Euro monatlich.

Der übersteigende Betrag ist unpfändbar zu 30 Prozent, wenn der Schuldner keiner Person Unterhalt gewährt, zu 50 Prozent für die erste unterhaltsberechtigte Person und zu je weiteren 10 Prozent für die zweite bis fünfte unterhaltsberechtigte Person.

Was passiert dem dem übersteigenden Betrag?

Alles, was über 3.278,72 Euro pro Monat liegt, wird vollständig an die Gläubiger abgeführt – unabhängig von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen

Die verbesserten Pfändungsfreigrenzen gelten auch für das so genannten Pfändungsschutzkonto (“P-Konto”). Auf diesem Konto erhält ein Schuldner für sein Guthaben einen automatischen Basispfändungsschutz in Höhe seines Pfändungsfreibetrages. Jeder Kunde kann von seiner Bank oder Sparkasse verlangen, dass sein Girokonto als P-Konto geführt wird.

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