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Freiwillige Steuererklärung abgeben

Welche Vorteile habe ich bei der freiwilligen Abgabe?


Wer nicht verpflichtet ist, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, kann dies freiwillig tun. Dann führt das Finanzamt eine sogenannte Antragsveranlagung durch. Ob Sie Ihre Steuer freiwillig abgeben können und welche Vorteile Sie haben, erfahren Sie hier.

Die freiwillige Abgabe der Steuererklärung ist immer empfehlenswert, wenn Sie Steuervergünstigungen in Anspruch nehmen wollen. Auch lohnt es sich, wenn Sie während des Jahres vermeintlich zu viel Steuern gezahlt haben und sich diese erstatten lassen wollen.

Eine Abgabepflicht hingegen besteht bei Arbeitnehmern und Pensionären beispielsweise dann, wenn:

  • neben dem Arbeitslohn oder der Pension weitere Einkünfte (z.B. Mieteinkünfte, Renten) bezogen wurden,
  • steuerfreie Einkommensersatzleistungen (z.B. Elterngeld, Arbeitslosengeld) bezogen wurden,
  • beim monatlichen Lohnsteuerabzug ein Lohnsteuerfreibetrag berücksichtigt wurde oder
  • der Ehepartner nach Steuerklasse 5 besteuert wurde.

Wer darf freiwillig eine Steuererklärung abgeben?

Das Steuerrecht ist nicht fair. Ob man die Steuer abgeben muss, kann man sich nicht aussuchen. Wäre ja auch umso schöner. Die meisten Angestellten sind schon mal nicht zur Abgabe verpflichtet. Denn bei ihnen wurde ja bereits jeden Monat vom Gehalt die Lohnsteuer abgezogen.

Eine Pflicht greift für Sie erst dann, wenn gewisse Punkte erfüllt sind: Beispielsweise wenn ein Freibetrag eingetragen wurde, man parallel mehrere Jobs hatte oder die steuerpflichtigen Nebeneinkünfte über 410 Euro betragen.

Bei der freiwilligen Steuererklärung ist die Chance, Geld zurückzubekommen, somit sehr groß. Und wann hat der Staat schon mal was zu verschenken?

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Vier oder sieben Jahre?

Für die freiwillige Steuererklärung beträgt die Abgabefrist bzw. Festsetzungsfrist vier Jahre und beginnt mit Ablauf des Steuerjahres. Die Abgabefrist bei Steuererklärungen, die verpflichtend abzugeben sind, beträgt sieben Jahre. Zwar besteht für die Abgabe auch hier nur vier Jahre Zeit, doch die vierjährige Festsetzungsfrist beginnt erst mit Ablauf des dritten Jahres nach dem Steuerjahr. Das ist die sogenannte Anlaufhemmung. Diese Anlaufhemmung kommt jedoch bei der Antragsveranlagung nicht zur Anwendung (Urteile des Bundesfinanzhofes, Aktenzeichen VI R 53/10 und VI R 86/10).

Verfassungsgemäß?

Aktuell wird die Entscheidung vom Bundesverfassungsgericht überprüft. Es wurde eine Verfassungsbeschwerde eingereicht. Die Entscheidung wird zeigen, ob die Nichtanwendung der Anlaufhemmung verfassungsgemäß ist. Vielleicht gilt auch bald bei Antragsveranlagungen eine Frist von sieben Jahren.

Tipp: Falls Sie betroffen sind und für weiter zurückliegende Jahre eine freiwillige Steuererklärung abgeben wollen, das Finanzamt jedoch ablehnt, legen Sie gegen den Ablehnungsbescheid Einspruch ein und beantragen unter Hinweis auf das Verfahren (Aktenzeichen: 1 BvR 924/12) das Ruhenlassen (gemäß § 363 Abs. 2 AO).

 

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