Frührentner & Photovoltaik

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Vergütungen für Strom als Hinzuverdienst schädlich


Wer vor der Regelaltersgrenze (65 Jahre plus x Monate) eine vorgezogene Altersrente oder eine Erwerbsminderungsrente bezieht, darf lediglich 450 Euro im Monat hinzu verdienen, ohne seinen Rentenanspruch zu gefährden.

Was gilt als Hinzuverdienst?

Als Hinzuverdienst gelten hier Arbeitslohn aus einer abhängigen Beschäftigung und Arbeitseinkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit. Außer Betracht bleiben Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Betriebsrenten, beamtenrechtliche Pensionen und Mieteinkünfte.

Wenn also Mieteinkünfte beim Hinzuverdienst unschädlich sind, stellt sich die Frage, ob auch dies auch für die Einspeisevergütung aus einer Photovoltaikanlage gilt.

Auch Einspeisevergütung zählt dazu

Die Antwort lautet: Leider nein. Bei Frührentnern sind auch Einkünfte für selbst erzeugten Strom aus einer Photovoltaikanlage oder aus einer Windkraftanlage als Hinzuverdienst anzurechnen. Es handelt sich hierbei steuerlich um Einkünfte aus Gewerbebetrieb und damit um „Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit“ im Sinne des Sozialversicherungsrechts. Angesetzt werden diese Einkünfte mit dem steuerlichen Betrag, d.h. mit dem Gewinn lt. Einkommensteuerbescheid.

Sofern sich in den ersten Jahren – aufgrund von Abschreibung und Schuldzinsen – ein steuerlicher Verlust ergibt, so ist dies unschädlich für die Rente.

Keine Besserstellung für Solaranlagenbesitzer

Nach Ansicht der Bundesregierung besteht kein Handlungsbedarf, den Betreiber einer Solaranlage steuerlich besser zu stellen als jeden anderen Gewerbetreibenden.
Für die Anrechnung solcher Einkünfte als Hinzuverdienst bei der Rente gilt die volle Parallelität von Einkommensteuerrecht und Sozialversicherungsrecht.

Zwei Mal jährlich über 450 Euro

Die Grenze von 450 Euro darf zweimal im Jahr bis zum Doppelten überschritten werden. Geschieht dies öfter, wird nur noch eine Teilrente gezahlt, da hier höhere Hinzuverdienstgrenzen gelten.

Ein Trost noch: Auch mit der Beteiligung an einem geschlossenen Solaranlagen-Fonds kann die Erfassung des Hinzuverdienstes nicht umgangen werden. Denn der Anleger wird mit seiner Beteiligung Mitunternehmer der Gesellschaft und erzielt ebenfalls Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Gestaltungstipp

Besitzer einer Solaranlage droht eine Kürzung der Rente oder anderer Sozialleistungen, wenn sie Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielen und solche Einkünfte angerechnet werden.

Die Einnahmen aus dem Betrieb der Anlage werden demjenigen zugerechnet, der gegenüber dem Netzbetreiber als Lieferant des Stroms auftritt. Die Lösung könnte also sein, die Photovoltaikanlage auf den Ehepartner oder auf andere Familienangehörige zu übertragen.

2 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    JOST

    Vielen Dank für die Information.
    Reicht für die Übertragung der Anlage auf ein (volljähriges) Kind eine einfache Erklärung gegenüber dem Stromversorger ? Was passiert mit dem Eigentum an der Anlage, der Umsatzsteuer-Erklärung usw ?

  2. 2
    W. Schmierer

    Wie wird der Übertrag auf den Ehepartner praktisch durchführt, d.h. Übertrag der Anlage zum Buchwert + MWSt, diese abführen, der Partner wiederum Erwerb + MWSt, diese dann erstatten lassen ?

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