Gleichberechtigung im Steuerformular!

Gleichberechtigung im Steuerformular!

Frau und Mann sollen auch vor dem Finanzamt gleichgestellt werden


Jeder kennt es: das Formular zur jährlichen Einkommensteuererklärung. Erst wird die Steuernummer eingetragen. Dann das zuständige Finanzamt. Es folgen die Angaben zum Ehemann, dann die der Ehefrau. Doch halt: Zuerst der Mann? Und dann erst die Frau? Wo bleibt da die Gleichberechtigung?

Statt Ehemann und Ehefrau: Ehepartner A und Ehepartner B

Dies fragten sich nun der deutsche Steuerzahlerbund und die Grünen, wie der „Tagesspiegel“ am Dienstag berichtete. „Es wird Zeit, dass Frauen auch in den Köpfen von Steuerbeamten gleichgestellt werden“, sagte die Sprecherin für Steuerpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Paus dem Blatt.

Reiner Holznagel, der Präsident des Bunds der Steuerzahler, hat sogleich eine Lösung parat: „Statt Ehemann beziehungsweise Ehefrau könnte einfach Ehepartner A beziehungsweise B abgefragt werden, damit die Eheleute selbst entscheiden können, wer zuerst eingetragen wird“.

Die Beteiligten sind sich durchaus darüber bewusst, dass die Gestaltung der Formulare nicht das drängendste Problem im Steuerrecht sei. Doch trotz allem würden sich jedes Jahr viele Steuerzahler über die vom Finanzamt vorgegebene Reihenfolge ärgern. Und dies müsse ja nicht sein.

Vorbild: Eingetragene Lebenspartnerschaft

Vorreiter sollen nun die Vorgaben für die Steuererklärung von eingetragenen Lebenspartnern sein: Hier können die Partner entscheiden, wer an erster Stelle steht. Dies solle nun auch für Eheleute gelten. Dem Bericht des „Tagesspiegels“ zufolge ist der Bund der Steuerzahler mit den Änderungsvorschlägen schon im Bundesfinanzministerium vorstellig geworden.

Auch gibt es bereits eine Arbeitsgruppe auf Länderebene, die sich seit 2015 mit dem Problem beschäftigt. Doch: alles nicht so einfach! Denn neben der Umstellung der Formulare wäre auch eine komplizierte Änderung in der Software der Finanzämter nötig. Denn bei der Zusammenveranlagung sei eine weitere Differenzierung nötig, um im Besteuerungsverfahren beide Personen auch in Zukunft stets eindeutig differenzieren zu können. Die im Vordruck vorgegebene Reihenfolge stelle diese Identifizierung nun mal sicher.

Allein um das technische Problem zu analysieren, setzt die Arbeitsgruppe 2800 Personentage an. Erst danach könne man überhaupt abschätzen, wie hoch der Aufwand für die eigentliche Umstellung der Programme ist. Eines ist schon jetzt klar: gering wird dieser nicht sein. Daher wird es wohl die nächsten Jahre vorerst nicht zu einer steuerlichen Reform kommen.

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Brauche wir geschlechterneutrale Steuerformulare? Wir wollen Ihre Meinung hören. Schreiben Sie uns einfach in die Kommentarzeile. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

51 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    H. Koch

    Die Damen, die sich im Steuerformular benachteiligt fühlen, mögen die getrennte Veranlagung wählen. Die dann in der Regel höhere Steuergesamtbelastung sollte ihnen ihr Anliegen wert sein.

  2. 4
    Tim

    Ja, sehr dringendes Problem! Ok, 2800 Tage um den Aufwand abzuschätzen scheint mir sehr knapp bemessen (wer hat denn da wieviel Aufwand gehabt, um die Aufwandsschätzung der Aufwandsschätzung zu machen??), das sind ja nur 10 oder 11 Jahre oder so. Muss ja sehr komplex sein, was heißt der eigentliche Aufwand dürfte dann ein Vielfaches des Aufwandes der Aufwandsschätzung werden. Vielleicht dann 28.000 Tage oder 280.000 Tage = 1000 Mann/Frau-Jahre. Muss sein!

  3. 5
    Christine

    Wenn wir in Deutschland keine anderen Probleme haben, als die Reihenfolge von Mann und Frau im Steuerformular, dann können wir doch sehr froh sein. Ich finde es im Gegenteil sehr schade, dass dafür Steuergelder verpulvert werden, die an anderen Stellen dringender gebraucht würden. Also im Ernst, solche Änderungen bringen doch keinen Fortschritt für die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wie lange schon müssen wir in Reden und Formularen immer die männliche und weibliche Bezeichnung verwenden um politisch korrekt zu bleiben oder überall das alberne „Innen“ anhängen. Deswegen werden nach wie vor Männer für gleiche Arbeit besser bezahlt und haben es leichter im Beruf aufzusteigen.

    • 6
      C. Schmidt

      Ja, dieser Aussage schließe ich mich an. Mich ärgerte diese Einstufung zu Beginn der 90iger Jahre auch sehr, denn ich war immer Alleinverdiener und meine Ehemann damals bereits Rentner…
      Was soll’s – irgendwann kriegen das unsere „Beamten“ schon hin. Bezüglich der wirklichen Gleichberechtigung ist es im Prinzip doch ‚pille-palle‘, da muss doch an ganz anderen Stellschrauben in diesem System gedreht werden.

  4. 7
    Wolfgang Gerischer

    Solange das Finanzamt od. der Staat mir die Chance lässt zwischen Mann und Frau zu unterscheiden, will ich mich dazu bekennen was ich bin: männlich (ohne damit ein Profil nach Ideal-Schema Mann zu erstellen). Es ist nicht die Frage der Gleichberechtigung (denn fast müssen wir Männer uns für eine Männerquote aufstellen) od. der Ehe od. einer anderen Form einer Lebensgemeinschaft etc., sondern der Unterscheidung meines biologischen „Profils“. Auch wenn die Gender-Frage eine enorme in Deutschland geworden ist, kann man die Biologie des Menschen nicht abstreiten. Lasst uns das sein was wir sind. Auch beim Geld !

  5. 8
    Harry Strauss

    Die geschlechtsspezifische Unterscheidung ist doch eher ein sehr nationales Problem, vorangetrieben durch Grüne und Genderforschung. Auf der Welt wird in allen abwiegenden Teilen zwischen den Geschlechtern unterschieden und in einigen Teilen sogar sehr großen Wert gelegt. Insbesondere sogar als Privileg. Man stelle sich vor, dass Elton John, Peter Ustinov und Sean Connery usw. ohne ihren „Sir“ angesprochen werden müßten. Mein Vorschlag wäre, sich lieber darüber zu unterhalten, ob es nicht sinnvoller wäre, vom Progressiv-Model in der Einkommensteuer zur indizierten Einkommensteuer zu wechseln, was im übrigen bei 96% der OECD Staaten funktioniert und in der Schweiz sogar Verfassungsrang besitzt. Naja, eben Deutschland………

  6. 11
    Ernst Albertz

    Es ist unglaublich und völlig überflüssig, sich über ein solches Thema Gedanken zu machen. Einfach ablegen unter der Kategorie:“Schwachsinn“!!!

  7. 12
    Heinz

    Die Diskussion ist einfach zum Lachen.
    Haben wir keine anderen Sorgen und Probleme für Steuervereinfachung ?
    Wie wäre es mir einer Anhebung des Grundfreibetrages damit das Existenzminimum steuerfrei ist ?

  8. 13
    YoJoe

    Dieses Problem würde es nicht geben, wenn diese völlig veraltete Institution „Ehe“ abgeschafft oder in eine andere Form gebracht werden würde.

  9. 15
    Gisela

    Typisch – fast nur Männer antworten und sehen hier auch kein Problem. Diskriminierung von Frauen ist ja auch kein Problem, die müssen ja lernen, damit umzugehen. Mit dem Totschlagargument „hohe Kosten“ werden Frauen seit zig Jahren immer wieder vertröstet – „so schlimm ist da doch auch nicht“. Es wird Zeit, dass sich in den Köpfen der Männer etwas ändert, damit man hier das Problem erkennt.

    • 16
      Alleinerziehende Mutter

      Ich schließe mich diesem Kommentar an. Ist ja klar, dass es viele Männer nicht für notwendig sehen. Schön, dass auch einige dabei sind, die das anders sehen. Das Thema ist „Gleichberechtigung“ meine Herren. Nicht was notwendig ist oder dass die Grünen abgeschafft werden sollten. Blöde Kommentare!

  10. 17
    Bernie

    Deutschland wie es leibt und lebt. Nur die wahren Probleme, die den kleinen Leuten auf den Nägeln brennen, werden nicht angepackt.

  11. 18
    Markus

    Die Sache mit der Gleichberechtigung ist doch echt eine einseitige Geschichte.
    Sollen die Frauen die sich angegriffen fühlen ihr Formular zuerst ausfüllen! Irgendjemand muss immer zuerst kommen und bei einen Formular sollte das ganze Problem wohl nicht zur Debatte stehen. Demnächst fang ich sonst an Ehepartner A und B durchzustreichen und wieder Mann und Frau hinzuschreiben, weil ich mich bestimmt nicht diesen diskriminierenden denken beuge, das auch noch kosten verursacht. Bei Ehepartner A und B frage ich mich wo bleibt C….?:)

  12. 19
    Roger

    Es hat sich noch niemals eine Frau diskriminiert gefühlt, wenn ich ihr die Tür aufgehalten habe oder ihre Einkaufstüten zum Auto brachte…Diskriminierung der Frau ist in UNSERER Gesellschaft eher ein Luxusproblem, da gibt es wohl wichtigere Dinge, die geregelt werden müssen. Ich persönlich finde es völlig daneben, dafür irgendwelche Gelder auszugeben, die anderswo dringend gebraucht würden…auch in Frauenhäusern etc., denn das sind echte Probleme.

  13. 21
    Jotbee

    Die Kennzeichnung A und B ist ok, wenn sie in der Personenbeschreibung der Erklärung erfolgt, dann bleibt A die ganze Bearbeitung hindurch A und B B. Damit ist es vollkommen unerheblich, ob A dann die Teilnehmerin oder der Teilnehmer ist. Schöner und wichtiger sollte schon sein, das Wort Haushaltsvorstand zu eliminieren.

  14. 23
    Annonym

    Warum soll man was ändern, was sich jahrzehntelang bewährt hat? Wichtig ist m. E. nur, was unterm Strich herauskommt.
    Als nächstes müssen dann die Begriffe geändert werden. Die Steuern oder die Abgaben. Warum müssen negative Sachen immer weiblich sein? Aber hallo, hat man in Deutschland keine anderen Probleme?

  15. 24
    B. Hein

    Es ist zwar alles schon gesagt, aber nicht von jedem – so hat schon Karl Velentin einmal formuliert. Was wir hier im Lande haben, ist ein Luxusproblem. Mit tun die Frauen leid, die damit ein Problem haben. Die ganze Genderfrage ist in meinen Augen sowieso total albern und findet hier seinen vorläufigen Höhepunkt.

  16. 25
    Schreiber

    Totaler Humbug! Als ob wir keine echten Probleme hätten. Wenn Gleichberechtigung von so etwas abhängt, dann tun mir die Emanzen aber leid!

  17. 26
    Kai

    Schon lange überfällig!
    Warum da keine einfachen pragmatischen Lösungen möglich sein können, sondern diese Änderungen soviel Arbeitsstunden verschlingen sollen? Zusammenveranlagung war ja schon immer ungerecht, zB all den Alleinerziehenden und Alleinstehenden gegenüber. Und für all die Herren, die es nicht glauben können., allein in meinem Bekanntenkeis gibt es mehrere Paare, wo die Frau mehr verdient, und mehrere Paare wo die Frau Allerverdienerin ist. In jedem Steuerformular muss sie lügen, da sie nun mal nicht der Ehemann ist.
    Das Thema Gleichberechtigung ist schon Jahrzehnte alt und trotzdem beim Geld nicht angekommen, Bankformulare sind ja auch noch immer nicht angepasst.

  18. 27
    Felix

    2.800 Tage x 1.000 € Tagessatz für besser bezahlte Experten – anderes Personal will man an ein so dringendes Thema ja wohl nicht dranlassen – macht knapp 3 Mio. € allein um das Problem zu analysieren. Bin ich sofort mit einverstanden, wenn Grpne und Genderforschung das Geld durch körperlich verdiente Arbeit auf dem Bau oder in der Landwirtschaft auf den Tisch legen.

  19. 30
    W.Mühlmann

    Da es vermutlich keinen Chef gibt, der Leute mit solchen Gedanken zurückpfeift oder besser gleich auf die Straße setzt, muss das wohl der Wähler tun. Mir kommt die Galle hoch, wenn ich an die wirklichen Probleme in unserer Welt denke. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die Frauen auch ihre Nachnamen wieder wie im Mittelalter verwenden und eingetragen bekommen sollen: Herr Müller und Frau Müllerin

  20. 31
    W. Dombret

    Jenen, die sich am Aufbau eines Formulares stören, könnte man im die Möglichkeit bieten, der, die oder das Person im Ausdruck so erscheinen zu lassen, wie es jemand für richtig und wichtig hält.
    Auch wäre möglich, jedes Jahr die Reihenfolge der Eingabefelder zu ändern; auch ein zusätzliches Kennzeichen (1 oder 2 anstatt m/w und ggf 3,4,5,6… mit Kindern) wäre denkbar, um jenen, die es für nötig halten, die Möglichkeit zu bieten, jemanden aus dem Familienverbund (gibt es das dann noch) als erstgenannte Person zu benennen – (steuerliche Zuordnung wäre gegeben).

  21. 33
    Werner Kayser

    Also wird die steuererklärung in Zukunft noch komplizierter und Frau und Mann diskutieren darüber wer nun A und
    wer B ist,oder doch nicht?

  22. 34
    Verena

    Zugegebener Maßen ist der berechnete Aufwand enorm und ggf. nicht gerechtfertigt. Allerdings habe ich mich selbst schon mal sehr über die Reihenfolge geärgert, da ich es bin, die die jährliche(n) Steuererklärung anfertigt. Da wir unsere erste gemeinsame Erklärung dieses Jahr einreichen, war ich doch sehr verwundert, dass man die gemeinsame Steuererklärung nicht ausgehend von der Steuererklärung der Frau anfertigen kann.
    Allein aufgrund des anscheinend enormen programmierungstechnischen Aufwands kann ich verstehen, dass der bisherige Status quo beibehalten wird.

  23. 35
    Klaus Duffner

    Dass die „Grünen“ unser Steuergeld mit solch einer unsinnigen Forderung sinnlos hinauswerfen wollen, wundert mich nicht, aber dass dies der Steuerzahlerbund auch will, erschreckend. Es gibt weit wichtigeres im Steuerrecht zu ändern. Diskriminierung der Frauen, einfach nur lächerlich.

  24. 36
    Alleinverdienerin

    Ich bin weiß Gott keine Emanze. Aber als Alleinverdienerin finde ich es zum Heulen, dass – aus grauer Vorzeit – der Mann der Erstgenannte im Steuerformular ist. Es muss auch nicht heißen Ehefrau/Ehemann.
    A oder B ist doch völlig ok.
    Und @Anonym: Was in Deutschland einmal eingeführt wurde, wird leider selten geändert bzw. abgeschafft.
    Was aber auch nicht heißt, dass es sich jahrzehntelang bewährt hat.

  25. 38
    Wilhelm Hug

    Macht doch einfach den Mann zur Frau und die Frau zum Mann. Dann ist das diskriminierungsproblem gelöst und die ganze Welt hat was zu lachen.

  26. 39
    DeWe

    Also ich habe mich ganz schön geärgert. Bin in den 80ern geboren und ohne Unterschied Mann/Frau aufgewachen. Ich verdiene sehr gutes Geld und bin besser im Umgang mit kaufmännischen Angelegenheiten als mein (neuerdings) Ehemann. Ich habe alles ausgefüllt im Formular, bis die Software mir am Ende sagt: Das ist nicht korrekt, laut Anrede sind Sie gar nicht der Ehemann. Na toll! Alles wieder löschen und die Daten eingeben. Da fühlte ich mich schon verscheißert! Zumindest könnte man die Software so anpassen, dass gleich deutlich wird, was gewünscht ist. Fand das dann echt so krass konservativ, hab mich als Akademikerin wirklich ein Stück entmündigt gefühlt. Nirgens bin ich bisher über sowas gestolpert. Bin froh über die Bewegung.

  27. 40
    Marianne

    Wir sollten einfach nicht mehr heiraten! Wozu? Dann müssen wir uns nicht diskriminiert fühlen, weil wir an zweiter Stelle zu stehen haben. Wo bleibt denn die Emanzipation der Frauen ? Mehr Gelassenheit täte uns Frauen an dieser Stelle mal gut. Sind wir doch stolz darauf, wer wir sind und was wir können. Das kann uns doch keiner nehmen, nur weil wir in den Formularen an zweiter Stelle stehen. Gerne lachte man mal über die Männer, die sich durch das „mein Haus, mein Auto, meine Familie, mein Boot“-Modell wichtig gemacht haben. Und jetzt machen wir dies ebenso – mit so was lapidarem wie einem Steuerformular – 1. oder 2. Stelle? Man könnte es auch als ein Armutszeugnis der Entwicklung der Frauen darstellen. Bitte liebe Frauen: Nehmt es gelassen. Einer muss der 1. sein.

  28. 41
    Jan Franke

    Ich habe mich bereits gleich nach der Wende darüber geärgert, dass im bundesdeutschen Steuerrecht jede Familie über den Ehemann definiert wird. Es ist sicher nicht ein dringendes Problem, aber Ausdruck des alten Denkens der alten Bundesrepublik. Der Ehemann geht arbeiten, die Frau macht das bisschen Haushalt.

  29. 42
    Julia W.

    Auch mich ärgern die Finanzamtvordrucke seit ich verheiratet bin. Im Jahr der Eheschließung wollte ich aus meinem Steuerprogramm die Daten einfach übernehmen. Haha, wo sind die wohl gelandet? Weil ich einfach keine Lust hatte alles mühsam von Hand einzutragen, habe ich es dabei belassen, dass ich als „Ehemann“ fungiere, was mein Finanzamt erstaunlicherweise akzeptiert hat. Was das Einkommen angeht, habe ich höhere Einkünfte als mein Mann, die Steuererklärung mache immer ich und da soll ich mich zum wirtschaftlichen Anhängsel meines Mannes degradieren lassen? Zumindest in einem Punkt gab es schon mal einen kleinen Fortschritt auf dem Formular: Bei Angabe der Bankverbindung gab es früher immer nur die Möglichkeit Kontoinhaber lt. Zeile 8 und 9 (lt. Formular zwangsläufig der Ehemann!!!) anzukreuzen oder einen anderen Namen einzutragen, wonach dann aber ein Abtretungsvordruck beigefügt werden muss. Das hieß also im Klartext, dass die Steuererstattung dann zwangsläufig auf das Konto des Mannes kam. Dies habe ich bei meinem Finanzamt bereits vor Jahren bemängelt. Mittlerweile gibt es wenigstens ein weiteres Kästchen zum Ankreuzen, Kontoninhaber lt. Zeile 17 und 18 (Ehefrau), endlich darf auch die Ehefrau eine Steuerstattung empfangen! Willkommen im 21. Jahrhundert. Seither ärgert mich der Vordruck deutlich weniger.

  30. 43
    Rainer S.

    Also es ist schon wirklich traurig, mit welchen Problemen wir uns hier in Deutschland beschäftigen. Ob an erster oder zweiter Stelle stehen, was soll das? Das sind doch nur gekränkte Eitelkeiten. Ich denke wir hätten in Deutschland wesentlich wichtigere Probleme mit denen man sich beschäftigen sollte, auch unsere Politiker

  31. 45
    Taxman

    Die Gleichberechtigung sollte man durch sinnvolle Maßnahmen (gleiche Bezahlung, Chancen, etc.) ergreifen, so dass Sie zu einer Selbstverständlichkeit wird und nicht durch unverhältnismäßige Eingriffe in etwas, was sich schon seit Jahrzehnten bewährt hat.

    Eine Vorbemerkung: Ich arbeite im Finanzamt. Gleichberechtigung halte ich für wichtig und sollte man nicht einfach wegwischen. Man erweist dem Ganzen aber einen Bärendienst, wenn mann sich durch solch alberne Vorschläge lächerlich macht, deren Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.

    Kein Bearbeiter bzw. Bearbeiterin hält Frauen für zweitrangig, nur weil sie auf dem Vordruck an zweiter Stelle stehen. Es ist für die praktische Arbeit unglaublich wichtig, die Personen eindeutig zuordnen zu können. Die Vordrucke müssen systematisch und einheitlich aufgebaut sein. EDV ist darauf abgestimmt. Außerdem ist es nicht bei allen Namen eindeutig, wer Ehemann und wer Ehefrau ist. Eine korrekte Anrede ist wichtig. Die Gefahr der Verwechslungen steigt und auch ggf. überflüssiger Ermittlungsaufwand und Schriftverkehr wird ansteigen. Ich weiß auch nicht, ob es wirklich schöner ist, wenn man womöglich auch noch ankreuzen müsste, ob ich nun Mann oder Frau ist…

  32. 46
    Görnhardt

    Die mindestens 2800 Personentage sollten von der Finanzverwaltung lieber genutzt werden, den unsäglichen Wust unserer Steuergesetzgebung zu entrümpeln. Partner, die sich darüber streiten wer an erster Stelle der Steuererklärung stehen soll, sollten sich fragen, ob die Partnerschaft noch dauerhaft weitergeführt werden soll.

  33. 48
    Helmut Salzmann

    Stört den Frieden und die Regeln nicht! Schildbürgerstreiche geben Amtsschimmel – und auch die profilgeilen Emanzen – schon genug. Baut eher den inhaltlichen Dschungel ab….

  34. 49
    J.M.W.

    Grundsätzlich ist es durchaus wünschenswert, die Gleichberechtigung von Mann und Frau in allen relevanten sozialen Bereichen umzusetzen. Zugleich ist es hierbei sinnvoll, dass Aufwand und Ergebnis in einem vernünftigen Verhältnis stehen, insoweit dies verifizierbar ist.

    Beispielsweise wurde bei einer Kalenderreform vor vielen Jahrhunderten die Jahreszahl um einige Jahre falsch angesetzt. Der Aufwand für eine nachträgliche Korrektur – quer durch alle weltweit hierzu durch die Jahrhunderte erfassten Daten – stünde allerdings in keinerlei sinnvollen Verhältnis zu einem möglichen Ergebnis – sofern dieses überhaupt erzielbar wäre.

  35. 51
    Theresa

    Mir ist es egal, an welcher Stelle im Formular mein Name zuerst auftaucht. Blöd ist nur, dass das Geschlechterding den, wie ich finde, praktischen Datenabruf beeinträchtigt. Und das scheint schlicht ein Softwareproblem zu sein. Ich habe den Abruf nach meiner Erklärung für 2016 beantragt um mir das getippe für 2017 zu sparen. Nun habe ich 2017 geheiratet und wir wollen die Steuererklärung gemeinsam abgeben. Das grundsätzlich der Mann als Steuerpflichtiger zuerst anzugeben ist, sei mal dahin gestellt. Ich als Ehefrau kann meine Daten aber nicht (mehr) abrufen, wenn nicht zunächst für den Steuerpflichtigen Ehemann ein Datenabruf veranlasst wurde. Und dieser kann nicht erfolgen, wenn es für den Mann nicht eingerichtet ist. Das macht keinen Sinn und erscheint eher wie eine Datenkrake auf Amtsebene.

+ Kommentar hinterlassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.