Glutenfreie Kost

Glutenfreie Kost

Sind die Kosten als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig?


In der Regel können Krankheitskosten Ihre Steuer als sogenannte außergewöhnliche Belastung mindern. Doch gilt das auch für eine glutenfreie Diätkost?

Lebensmittel ohne Gluten – bei Zöliakie-Kranken ein Muss. Denn derzeit gilt die glutenfreie Diät als einzig wirkungsvolle Therapie für Betroffene. Allerdings müssen sie dafür auch mehr Geld in die Hand nehmen als für übliche Lebensmittel. Ein Steuervorteil wäre daher sehr wünschenswert.

Außergewöhnlich?

Voraussetzung für einen steuerlichen Abzug als Krankheitskosten ist grundsätzlich, dass diese „außergewöhnlich“ sein müssen. Heißt: einen Steuervorteil gibt es nur bei überdurchschnittlich hohen Ausgaben des Steuerzahlers. Diese müssen über der persönlichen zumutbaren Eigenbelastung liegen. Das bedeutet, dass jedes Jahr außergewöhnliche Belastungen bis zu einem bestimmten Betrag „unter den Tisch fallen“ und sich nicht steuermindernd auswirken.

Allerdings findet ein Abzug der Höhe nach nur statt, wenn die so genannte zumutbare Belastung, die sich in Abhängigkeit von Einkommen, Familienstand und Kindern individuell ermittelt, überschritten ist. Trotzdem muss dem Grunde nach zunächst einmal geprüft werden, ob überhaupt außergewöhnliche Belastungen gegeben sind.

Wie viel zumutbar ist, wird individuell ermittelt und hängt ab von:

  • den individuellen Einkünften,
  • der Kinderzahl und
  • dem Familienstand

des Steuerzahlers ab.

Das Gericht sagt Nein

Das Finanzgericht Köln entschied, dass die Mehraufwendungen für eine glutenfreie Diätverpflegung steuerlich nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind (Urteil vom 13.09.2018, Aktenzeichen 15 K 1347/16). Das soll auch dann gelten, wenn diese Lebensmittel aufgrund ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Das Finanzgericht begründet seine Entscheidung mit dem gesetzlichen Abzugsverbot für Aufwendungen, die durch Diätverpflegung entstehen.

An dieser Regelung bestehen keine verfassungsrechtlichen Zweifel. Sie verstößt nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz, da die Ungleichbehandlung zwischen Diät-Aufwendungen und unmittelbaren Krankheitskosten sachlich gerechtfertigt ist und auch nicht gegen den Grundsatz der Leistungsfähigkeit verstößt.

Doch es geht weiter: Gegen diese Entscheidung des FG wurde allerdings Revision eingelegt (Aktenzeichen VI R 48/18).