Grunderwerbsteuer absetzen

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Kauft man eine Immobilie samt Grundstück, wird die Grunderwerbsteuer fällig. Doch wer sich geschickt anstellt, kann die Grunderwerbsteuer in seiner Steuererklärung absetzen – und dadurch einige Euro sparen.

Bundesland bestimmt die Grunderwerbsteuer

Nein, die Grunderwerbsteuer ist alles andere als günstig. Nicht selten werden beim Erwerb einer Immobilie 10.000 Euro und mehr fällig. Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist abhängig vom Bundesland, in dem das Grundstück belegen ist. Je nach Willen und Politik des Bundeslandes wird diese gesenkt oder erhöht. Meist wohl eher Letzteres. Der Steuersatz beträgt aktuell zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent des Kaufpreises der Immobilie.

 
Baden-Württemberg 5,0 %
Bayern 3,5 %
Berlin 6,0 %
Brandenburg 6,5 %
Bremen 5,0 %
Hamburg 4,5 %
Hessen 6,0 %
Mecklenburg-Vorpommern 6,0 %
Niedersachsen 5,0 %
Nordrhein-Westfalen 6,5 %
Rheinland-Pfalz 5,0 %
Saarland 6,5 %
Sachsen 3,5 %
Sachsen-Anhalt 5,0 %
Schleswig-Holstein 6,5 %
Thüringen 6,5 %

(Stand: 2020)

Wie wollen Sie das Gebäude nutzen?

Ob Sie tatsächlich die Grunderwerbsteuer bei Ihrer Steuererklärung absetzen können, ist allein abhängig von der zukünftigen Nutzung. Sie wollen das Gebäude als Eigenheim nutzen? Hier haben Sie leider schlechte Karten – die Grunderwerbsteuer können Sie leider nicht absetzen.

Anders jedoch, wenn Sie mit der Immobilie Einkommen erzielen wollen. Hier gibt es zwei legale Möglichkeiten des steuerlichen Abzugs:

  • Die Immobilie wird vermietet.
  • Sie nutzen die Immobilie betrieblich.

Sie vermieten die Immobilien ganz oder teilweise

Die Immobilie wird von Ihnen als Kapitalanlage genutzt? Prima! Hier können Sie alle Ausgaben, die rund um das Gebäude anfallen, bei der Steuererklärung absetzen – als Ausgaben aus Vermietung und Verpachtung. Im Gegenzug müssen Sie alle Einnahmen aus der Vermietung versteuern. Anlaufpunkt ist hier die Anlage V.

Die Grunderwerbsteuer gehört zu den Kaufnebenkosten. Steuerlich bedeutet dies, dass Sie die Steuer mit zum Kaufpreis der Immobilie zählen. Dieser Gesamtbetrag wird dann im Wege der Abschreibung über die Jahre von der Steuer abgesetzt – Jahr für Jahr, Euro für Euro. Sie vermieten nur einen Teil der Immobile? Dann müssen Sie die Steuer flächenanteilig aufteilen.

Sie nutzen die Immobilie für Ihren Betrieb

Ihr Betrieb soll nun in den Räumen der Immobilie seinen Platz finden – oder hat anderweitig einen Nutzen für ihre betriebliche Tätigkeit? Dann können Sie die Grunderwerbsteuer als Betriebsausgaben abziehen. Auch hier muss die Steuer zusammen mit dem Kaufpreis abgeschrieben werden.

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Steuertipp: So halten Sie die Steuer beim Hauskauf niedrig

Sie können vor dem Kaufvertrag an einigen Schrauben drehen, um die Steuer zu mindern. Denn die Steuer muss nur auf das bezahlt werden, was tatsächlich mit dem Gebäude verbunden ist. Lassen Sie daher bestimmte Gegenstände aus dem Kaufpreis herausrechnen, bevor Sie den Kaufvertrag beim Notar unterschreiben. Dazu gehören:

  • Einbauküche
  • Markise
  • Sauna
  • übernommene Möbel

Achten Sie hierbei auf die Beleihungsgrenze. Senken Sie die Kaufsumme durch Aufteilung über 15 Prozent, so müssen Sie dem Finanzamt Belege hierüber vorlegen.

Grunderwerbsteuer-Regelung bei Lebenspartnern

Die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften im Steuerrecht bringt auch bei der Grunderwerbsteuer Neuerungen. So sind Käufe von Immobilien unter bestimmten Voraussetzungen nachträglich von der Grunderwerbsteuer befreit.

Nachträgliche Steuerbefreiung ab 2010

Bei Kauf einer Immobilie muss der Käufer Grunderwerbsteuer zahlen. Von der Grunderwerbsteuer befreit ist jedoch der Erwerb eines Grundstücks durch den Ehepartner, durch den geschiedenen Ehepartner im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung und durch den hinterbliebenen Ehepartner. Mit dem Jahressteuergesetz 2010 vom 08.12.2010 wurden eingetragene Lebenspartner hinsichtlich aller Befreiungen bei der Grunderwerbsteuer den Ehepaaren gleichgestellt – allerdings nur für Erwerbsvorgänge ab dem 14.12.2010.

Neuregelung für 2001 bis 2010?

Im Juli 2012 hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Ungleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft bei der Grunderwerbsteuer in den Jahren vor 2009 verfassungswidrig war – und zwar seit dem 01.08.2001. Anders als sonst üblich, geben sich die Verfassungshüter nicht mit einer Nachbesserung in der Zukunft zufrieden, sondern verpflichten den Gesetzgeber, bis zum 31.12.2012 eine Neuregelung für die betroffenen Altfälle im Zeitraum 2001 bis 2010 zu schaffen.

Rückwirkende Ausweitung – Jedoch nicht für jeden

Aktuell wird mit dem “Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz” die Steuerbefreiung für Erwerbsvorgänge unter Partnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft rückwirkend ausgeweitet auf Erwerbe seit dem 01.08.2001. Von der gesetzlichen Neuregelung für Erwerbsvorgänge im Zeitraum August. 2001 bis Ende 2010 werden nur diejenigen profitieren, die Einspruch gegen ihren Steuerbescheid eingelegt hatten und deren Steuerbescheide noch nicht bestandskräftig sind.

 

Steuerberatung?

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2 Kommentare

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    • 2
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Dankeschön für Ihren aufmerksamen Hinweis.
      Ich habe den Datenstand für das Jahr 2020 soeben aktualisiert.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

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