Günstig an die Kinder vermieten

Günstig an die Kinder vermieten

Wann eine verbilligte Überlassung Steuern mindert


Die verbilligte Vermietung an die Kinder ist ein beliebtes Steuersparmodell bei Familien. Wenn Sie bestimmte Regeln einhalten, können Sie angefallene Ausgaben in voller Höhe als Werbungskosten absetzen. Versteuern müssen Sie hingegen nur die geringeren Mieteinnahmen.

Meist ergibt sich daraus ein Verlust. Und eben dieser hilft beim Steuern sparen. Das Steuersparmodell funktioniert auch bei Vermietung an unterhaltsberechtigte Kinder.

Wann ist die Vermietung verbilligt?

Eine verbilligte Vermietung liegt vor, wenn die vereinbarte Miete niedriger als die ortsübliche Marktmiete ist. Das bedeutet vom Grundsatz her, dass die Kosten für die vermietete Wohnung nur anteilig als Werbungskosten absetzbar sind, und zwar im Verhältnis der vereinbarten Miete zur ortsüblichen Miete.

Seit 2012 sind die Ausgaben jedoch in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar, wenn die vereinbarte Miete mindestens 66 Prozent bzw. zwei Drittel der ortsüblichen Miete beträgt.

Gestaltung muss Fremdvergleich standhalten

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass auch eine verbilligte Vermietung an ein unterhaltsberechtigtes Kind steuerlich anerkannt werden kann. Vorausgesetzt, das Konstrukt hält einem so genannten Fremdvergleich stand.

Das bedeutet, dass der Mietvertrag bürgerlich-rechtlich wirksam vereinbart worden ist. Zudem müssen sowohl seine Gestaltung als auch die tatsächliche Durchführung des Vereinbarten dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen. Dies setzt voraus, dass die Hauptpflichten der Vertragsparteien klar und eindeutig vereinbart worden sind – und auch dementsprechend durchgeführt werden (Urteil des Bundesfinanzhofes, Aktenzeichen IX R 28/15).

Vorsicht Falle: Miete mit Unterhalt verrechnen

Im nun entschiedenen Urteilsfall wurde der Mietvertrag mit dem Kind allerdings nicht anerkannt. Begründung: die Tochter hatte tatsächlich keine Miete gezahlt. Vielmehr haben die Eltern die Miete mit dem Unterhaltsanspruch der Tochter verrechnet und ihr nur den Differenzbetrag bar ausgezahlt.

Steuerlich gesehen handelt es sich hier um die Gewährung von Naturalunterhalt in Form von Wohnraum. Eine Vermögensminderung bei der Tochter als Mieterin und Vermögensmehrung bei den Eltern als Vermieter ist nicht erfolgt. Da also keine entgeltliche Nutzungsüberlassung vorliegt und das Mietverhältnis nicht anzuerkennen ist, wurden die Ausgaben bzw. der Verlust nicht als Werbungskosten bei den Vermietungseinkünften anerkannt.

[kasten_tipp]?

1 comment

eigener Kommentar

+ Kommentar hinterlassen