Günstigerprüfung beantragen

Günstigerprüfung beantragen

Bis wann möglich?


Die Steuer auf Kapitalerträge ist im Normalfall mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent abgegolten. Doch wenn das Einkommen nicht allzu hoch ist, können Sie die so genannte Günstigerprüfung beantragen.

Die Günstigerprüfung bezweckt, dass Ihre Kapitalerträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert werden. Diese lohnt sich nur dann, wenn Ihr Steuersatz eben unter den 25 Prozent liegt.

Vier Jahre Zeit?

Die Frage ist nun, bis wann Sie die Günstigerprüfung beantragen können. Denn hierfür gibt es keine spezielle Frist im Gesetz. Es handelt sich bei der Günstigerprüfung um ein zeitlich unbefristetes Wahlrecht, das grundsätzlich bis zum Eintritt der Festsetzungsverjährung – im Allgemeinen vier Jahre – ausgeübt werden kann.

Oder doch nur vier Wochen?

Nicht mit dem Finanzamt! Die Finanzverwaltung schränkt diesen Grundsatz drastisch ein: Sie verlangt, dass die Günstigerprüfung direkt mit der Steuererklärung beantragt wird. Nachträglich ist dies nur noch bis zur Bestandskraft des Steuerbescheides möglich – also nur bis zu vier Wochen nach Zugang des Bescheides (Schreiben des Bundesfinanzministeriums, Teilziffer 149). Doch ist das überhaupt rechtens?

Keine Gnade mit langsamen Steuerzahlern

Nun hat der Bundesfinanzhof tatsächlich die Auffassung des Fiskus bestätigt: Der Antrag auf die Günstigerprüfung ist nun grundsätzlich nur noch bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids möglich.

Eine winzige Ausnahme gibt es jedoch noch: Eine Änderung des Steuerbescheids ist auch danach noch möglich, wenn nachträglich „neue Tatsachen“ bekannt werden und Sie an dem nachträglichen Bekanntwerden kein Verschulden trifft. Oder wenn ein „rückwirkendes Ereignis“ vorliegt. Beide Korrekturvorschriften aber trafen aber im verhandelten Fall nicht zu – zum Nachteil des Klägers (Aktenzeichen VIII R 14/13).

So berechnen Sie ihren persönlichen Steuersatz

Schauen Sie auf Ihren Steuerbescheid: Nehmen Sie die von Ihnen gezahlte Einkommensteuer mal Hundert. Dann teilen Sie den Betrag durch Ihr zu versteuerndes Einkommen.

 

Beispiel: Markus hatte in 2014 laut Steuerbescheid ein zu versteuerndes Einkommen von 30.000 Euro. Einkommensteuer musste er 5.558 Euro zahlen.

Nun rechnet er: 5.558 Euro x 100 / 30.000 Euro = 18,52 Prozent. So hoch ist sein persönlicher Steuersatz. Hat er Kapitalerträge, sollte er unbedingt einen Antrag auf Günstigerprüfung stellen.

2 Comments

eigener Kommentar
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      Steuernsparen-Redaktion

      Hallo Frau Scharpenack, bitte stellen Sie den Antrag direkt bei Ihrem zuständigen Finanzamt – wir können hier leider nichts tun.

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