Gute Nachrichten für Übungsleiter

Gute Nachrichten für Übungsleiter

Verluste steuerlich absetzbar


Nebenberufliche Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer, Pfleger und Künstler sind steuerbegünstigt: Die Vergütungen hierfür bleiben bis zu 2.400 Euro im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei.

Zugegeben, der steuerfreie Höchstbetrag ist nicht allzu üppig. Doch viele Vereine können selbst diesen Betrag nicht einmal zahlen. So wundert es nicht, dass die Übungsleitertätigkeit nicht nur mit großem Idealismus und Engagement ausgeübt wird, sondern häufig auch mit eigenen Kosten verbunden ist, die die Einnahmen übersteigen.

Finanzämter wollen Verluste nicht anerkennen

Und dann ist die Frage, ob dieser Verlust aus der Nebentätigkeit wenigstens steuermindernd mit anderen Einkünften verrechnet werden kann. Geht es nach den Finanzämtern, ist die Sache klar: Diese lehnen die Anerkennung von Verlusten aus der Nebentätigkeit ab.

Ihr Argument: die Ausgaben stünden in Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen und seien deshalb nicht abziehbar. Ausgaben erkennt das Finanzamt nur an, soweit sie die steuerfreien Einnahmen übersteigen. Dabei müssen sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben den Freibetrag von 2.400 Euro übersteigen.

Steuervorteil auch bei geringen Einnahmen

Nun hat der BFH entschieden, dass Verluste eines Übungsleiters auch dann absetzbar sind, wenn die Einnahmen unterhalb des Freibetrages von 2.400 Euro liegen. Voraussetzung für die Berücksichtigung des Verlustes ist jedoch, dass die Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird und insofern   vorliegt (Aktenzeichen III R 23/15).

Der entschiedene Fall

Eine Übungsleiterin erzielt steuerfreie Einnahmen in Höhe von 1.200 Euro und hat Ausgaben in Höhe von 4.000 Euro. Sie macht die Differenz von 2.800 Euro als Verlust aus selbstständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt und das Finanzgericht erkennen aber nicht diesen Betrag an. Sondern lediglich die Ausgaben, die den Freibetrag übersteigen, also 1.600 Euro (4.000 Euro ./. 2.400 Euro). Auch das Bundesfinanzministerium, das sich in dem Verfahren geäußert hat, vertritt diese Auffassung. Doch der BFH ist anderer Ansicht.

Auch Ausgaben ohne Einnahmen absetzbar!

Entstehen Ihnen im Zusammenhang mit einer begünstigten Nebentätigkeit in einem Jahr Aufwendungen, ohne dass Sie entsprechende Einnahmen erzielen? Auch hier können Sie diese gegen einen Nachweis als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen (Aktenzeichen XI R 61/04).

Hinweis

Ebenso wie jetzt der BFH hat schon vor Jahren das Finanzgericht Berlin-Brandenburg bei einem Trainer, der eine Vergütung von 1.500 Euro erhielt und Ausgaben von 3.300 Euro hatte, den Verlust in Höhe von 1.800 Euro anerkannt und mit anderen Einkünften steuermindernd verrechnet (Aktenzeichen 7 K 3121/05 B).

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat bei einem Tanzsportübungsleiter, der Einnahmen in Höhe von 1.128 Euro und Ausgaben in Höhe von 2.417 Euro hatte, den Verlust in Höhe von 1.289 Euro anerkannt (Aktenzeichen 2 K 1996/10).

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar