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Herrenabende als Betriebsausgaben hälftig absetzbar


Ein gepflegter Herrenabend – allein unter Männern. Rund 350 Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Mandantschaft und Geschäftsfreundeskreis. Eine geschlossene Veranstaltung mit Dinner und Bühnenprogramm auf dem Privatgrundstück eines Partners. Diese Luxus-Party sich eine Anwaltskanzlei einmal im Jahr etwa 20.000 Euro kosten lassen. Die Ausgaben für die Herrenabende setzte die Kanzlei in der Steuer als Betriebsausgaben an.

Aufwendungen sind gemischt veranlasst

Nach einem Gerichts-Ping-Pong hat das Finanzgericht Düsseldorf entschieden, dass Aufwendungen für Herrenabende steuerlich berücksichtigt, aber wegen der privaten Mitveranlassung nur hälftig als Betriebsausgabenabgezogen werden können (Urteil vom 31.07.2018, 10 K 3355/16 F, U).

Und die Begründung? Nach der Auffassung der Richter kommt das Abzugsverbot nicht zur Anwendung, weil den Gästen weder ein besonderes qualitatives Ambiente noch ein besonderes Unterhaltungsprogramm geboten worden ist. Die Aufwendungen seien aber gemischt veranlasst, weil sowohl Gäste aus dem privaten als auch beruflichen Umfeld der Partner teilgenommen hätten.

Das war doch nur Networking

Die Rechtsanwaltskanzlei vertrat die Ansicht, die Kosten der Herrenabende seien als Betriebsausgaben voll abzugsfähig. Sind die Veranstaltungen samt Bewirtung doch ausschließlich betrieblich veranlasst: zur Pflege geschäftlicher Kontakte. Die eingeladenen Herren waren ehemalige oder zukünftige Mandanten, somit bestehe ein enger tatsächlicher und wirtschaftlicher Zusammenhang mit der Kanzlei an sich.

Privat oder betrieblich: Das ist hier die Frage

Bei einer Betriebsprüfung jedoch zweifelte das Finanzamt den Ansatz der Ausgaben an und strich diese aus den Steuererklärungen. Die Aufwendungen seien sowohl privat als auch betrieblich veranlasst – ein Abzug als Betriebsausgaben ist daher nicht möglich.

Der Fall landete vor dem FG Düsseldorf und anschließend vor dem BFH. Und auch den Düsseldorfer Richtern war dies zu viel des Guten: In ihrem Urteil vom 19.11.2013 verneinten sie die Absetzbarkeit der Kosten (Aktenzeichen 10 K 2346/11 F). Denn laut Gesetz sind Ausgaben für Jagd oder Fischerei, für Segel-und Motoryachten und ähnliche Zwecke steuerlich nicht abzugsfähig, weil: unnötige Repräsentation.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hob diese Entscheidung mit dem Urteil vom 13.07.2016 (Aktenzeichen VIII R 26/14) auf. Als Begründung gaben die Richter an, das Abzugsverbot komme nur zur Anwendung, wenn den Gästen ein besonderes qualitatives Ambiente oder besonderes Unterhaltungsprogramm geboten werde. Es müssten somit besondere Umstände erkennbar sein, welche die Veranstaltung von einer gewöhnlichen Feierlichkeit abheben und als besonders aufwändig und kostspielig erscheinen ließen. Dies sei im vorliegenden Fall nicht hinreichend dargelegt worden. Der Fall wurde damit wieder an das FG Düsseldorf zurückverwiesen.

Und es geht weiter

Diese Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil eine Nichtzulassungsbeschwerde der Finanzverwaltung eingelegt wurde. Der endgültige Ausgang des Falls bleibt also noch offen.

 

 

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