Handwerker im Haus

Handwerker im Haus

Was bedeutet „im Haushalt“?


Aufwendungen für Handwerkerleistungen sind mit 20 Prozent bis zu 1.200 Euro direkt von der Steuerschuld abziehbar. Begünstigt sind aber eigentlich nur Arbeiten, die „im Haushalt“ erbracht werden.

Dies umfasst Arbeiten, die im räumlichen Bereich eines vorhandenen Haushalts erbracht werden, wozu auch der zugehörige Grund und Boden gehört. Was aber gilt, wenn Arbeiten über die Grundstücksgrenze hinausgehen, wie es beispielsweise bei Erschließungsmaßnahmen der Fall ist?

Die Finanzverwaltung gewährt die Steuervergünstigung für Hausanschlüsse, Abflussrohrreinigung, Abwasserentsorgung usw. nur innerhalb der Grundstücksgrenze und lehnt sie für Maßnahmen außerhalb des Grundstücks ab (BMF-Schreiben vom 15.2.2010, BStBl. 2010 I S. 140, Anlage 1).

Alles, was dem Grundstück dient

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat nun entschieden, dass die Steuervergünstigung nach § 35a EStG nicht auf Leistungen beschränkt ist, die genau innerhalb der Grundstücksgrenzen erbracht werden. Vielmehr ist die erforderliche Verbindung zum Haushalt auch dann noch gegeben, wenn es sich um eine Baumaßnahme handelt, die die Grundstücksgrenze überschreitet und exklusiv dem Grundstück dient (FG Berlin-Brandenburg vom 15.8.2012, 7 K 7310/10; Revision VI R 56/12).

Wasser, Abwasser und Gas

  • Begünstigt sind somit auch Erschließungsmaßnahmen, die sich über die Grundstücksgrenze auf öffentliches Gelände erstrecken, so insbesondere Hausanschlüsse für Wasser, Abwasser, Gas.
  • Begünstigt sind nicht nur regelmäßige Renovierungsarbeiten, sondern auch einmalige Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen.
  • Begünstigt sind auch Arbeiten, die Herstellungsaufwand (etwas Neues, bisher Nichtvorhandenes) darstellen, beispielsweise der Arbeitslohn für das Anbringen einer Sonnenmarkise, die erstmalige Anlage eines Gartens, das Pflanzen einer Hecke, das Setzen eines Zauns, der Bau einer Grundstücksmauer, Hausanschlüsse auf dem Grundstück, Erneuerung des Badezimmers, Wärmedämmmaßnahmen.
  • Nicht begünstigt sind Arbeiten für einen Neubau, Anbau, Ausbau oder eine Aufstockung, weil damit eine Erweiterung der Wohnfläche verbunden ist.

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