Bogen rund

Haus, Wohnung und Hausrat

Wann Schäden absetzbar sind


Schäden am selbst bewohnten Haus, in der eigenen Wohnung, am Hausrat und an der darin aufbewahrten Kleidung können erheblich ins Geld gehen. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Sie die Kosten zur Beseitigung dieser Schäden als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG absetzen.

Voraussetzungen um Schäden abzusetzen

  • Die Beschädigung muss durch ein unabwendbares, außergewöhnliches Ereignis verursacht worden sein. Dazu zählen insbesondere Brand, Hochwasser, Erbeben, Erdrutsch, Sturm und Hagel oder Gesundheitsgefährdend (z.B. bei asbestverseuchtem Hausdach). Auch ein Einbruchsdiebstahl kann unabwendbar sein (FG Hamburg vom 22.11.1975, II 38/75, EFG 1976 S. 183). Ein Schaden durch einen allmählichen Grundwasseranstieg ist dagegen nicht außergewöhnlich. Das schädigende Ereignis darf nicht länger als drei Jahre zurückliegen. 
  • Es müssen existenziell notwendige Gegenstände beschädigt worden sein. Dazu zählt Ihre Wohnungseinrichtung in Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer sowie der darin befindliche notwendige Hausrat samt der Kleidung, nicht aber die Garage und das Auto.
  • Sie dürfen den Schaden nicht selbst verschuldet haben, etwa durch eine fehlerhafte Eigenleistung beim Hausbau oder durch Unterlassung zumutbarer Schutzmaßnahmen gegen Schwankungen des Grundwasserspiegels. Notfalls müssen Sie das durch ein Gutachten vor der Schadensbeseitigung beweisen. Ferner dürfen keine realisierbaren Ersatzansprüche gegenüber Dritten wie Bauträger, Architekt, Schädiger oder die Versicherung bestehen.
  • Ein Abzug ist nur möglich, wenn keine allgemein zugängliche und übliche Versicherung gegen den Schaden bestanden hat, die Sie hätten abschließen können. Alle Schäden, die mit einer üblichen Gebäude-, Feuer- oder Hausratversicherung abgedeckt werden können, sind somit vom Steuerabzug ausgeschlossen, ebenso bei einer Unterversicherung. Ihr vertraglicher Eigenanteil ist aber absetzbar. Ausnahmsweise werden bei ganze Regionen betreffenden Naturkatastrophen (wie Hochwasser) über den “Katastrophenerlass” der Landesregierung unabhängig von einer wahrgenommenen Versicherungsmöglichkeit steuerliche Hilfen gewährt.

Kosten für Schäden müssen angemessen sein

Sind diese Bedingungen erfüllt, dürfen Sie die angemessenen Kosten für die Beseitigung der Schäden bzw. zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes oder zur Wiederbeschaffung der zerstörten Hausratgegenstände und Kleidungsstücke in Ihrer Steuererklärung im Mantelbogen Seite 3 als „andere außergewöhnliche Belastung” geltend machen.

Zumutbare Belastung

Von den Kosten zieht das Finanzamt noch eine zumutbare Belastung ab, deren Höhe von Ihren Einkünften und familiären Verhältnissen abhängt. Der verbleibende Betrag wird von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen und führt damit zu einer Steuerersparnis in Höhe Ihres persönlichen Grenzsteuersatzes.

Steuerberatung?

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