Hobby-Autor eines Wanderbuchs

Verluste aus Buchprojekt absetzbar


Das Hobby zum Beruf machen – wer träumt davon nicht? Dies dachte sich auch ein Wanderfreund. Hauptberuflich als Angestellter tätig und zusätzlich eine Rente beziehend, schrieb er nebenberuflich ein Buch über seine Wanderungen.

Finanzamt will Verluste nicht anerkennen

Ein umfassendes Werk! Ausgestattet mit Karten und Höhenprofilen. Auch eine CD mit den Inhalten des Buches sowie weiteren Informationen, u.a. über Wetterverhältnisse, erstellte der Hobby-Autor. Mit einem Verlag schloss er einen Vertrag zum Vertrieb des Buches ab. Einen Gewinnerzielungsplan legte er vor.

Doch leider war das Buch nicht allzu erfolgreich. Trotz 800 verkaufter Bücher innerhalb drei Jahren fuhr er einen Verlust ein. In seiner Steuererklärung machte er die Kosten für das Buchprojekt als Betriebsausgaben einer selbstständigen schriftstellerischen Tätigkeit geltend. Das Finanzamt verweigerte die Anerkennung. Begründung: er übe seine schriftstellerische Tätigkeit nicht mit Gewinnerzielungsabsicht aus.

Richter entscheiden für den Buchautor

Die Richter des Finanzgericht Baden-Württemberg sahen dies jedoch anders: der Hobbyautor darf nun seine Ausgaben für Wanderungen und Werbemaßnahmen als Betriebsausgaben einer schriftstellerischen Tätigkeit abziehen (Aktenzeichen 6 K 3472/14).

Die Finanzrichter waren davon überzeugt, dass der Wanderfreund mit Gewinnerzielungsabsicht gehandelt habe. Jedenfalls während der Anlaufzeit der schriftstellerischen Tätigkeit sei ein Verlust steuerlich anzuerkennen. Dies gelte auch bei negativer Totalgewinnprognose unter Berücksichtigung der verkauften Exemplare. Bei der Totalgewinnprognose seien die Kosten des Autors für die hobbymäßig durchgeführten Wanderungen nicht einzubeziehen und tatsächlich auch nicht geltend gemacht worden.

Alle Möglichkeiten ausgeschöpft

Entscheidend für die Annahme einer Gewinnerzielungsabsicht sei das Verhalten des Autors. Dieser habe sein Buch erst veröffentlicht, nachdem die Lektorenkonferenz des Verlags sein Manuskript positiv beurteilt, eine Veröffentlichung angeboten und einen Gewinnerzielungsplan vorgelegt habe. Für das Buch sei geworben und es auf Buchmessen präsentiert worden. Der Autor habe auch Exemplare an Hotels und Wanderheime zu Werbezwecken übersandt.

Auch habe er sich mit dem bestehenden Markt der angebotenen Wanderliteratur auseinandergesetzt und sein Buch z.B. um Höhenprofile erweitert und mittels der CD ermöglicht, dass Informationen zu den jeweiligen Touren praktisch handhabbar ausgedruckt werden können. Dies geschah, um die Attraktivität des Buches zu steigern. Etwas anderes ergebe sich nicht dadurch, dass der Autor die Möglichkeit gehabt habe, seine Verluste mit steuersparender Wirkung mit anderen positiven Einkünften zu verrechnen.

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