Hochwasser in Niedersachsen und Brandenburg

Hochwasser in Niedersachsen und Brandenburg

Jetzt steuerliche Erleichterungen sichern


Im Juni und Juli dieses Jahres herrschte in weiten Teilen Niedersachsens und Brandenburg Land unter. Opfer des Hochwassers können nun steuerliche Erleichterungen in Anspruch nehmen. Durch die Überschwemmungen der letzten Wochen gilt für viele Bürger Ausnahmezustand. Kleiner Trost in der aktuellen Notlage: Es gibt steuerliche Hilfsmaßnahmen. Die Finanzämter der Länder Niedersachsen und Brandenburg haben nun diverse finanzielle Entlastungen und Verfahrenserleichterungen beschlossen.

Hochwasserkosten bei der Steuer absetzen

Kosten, die Ihnen für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung entstehen, können Sie in der Steuererklärung das Jahres 2017 geltend machen – und zwar als außergewöhnliche Belastung. Die Schäden müssen unmittelbar durch das Hochwasser entstanden sein.

Zu den abzugsfähigen Kosten zählen:

  • Reparaturen
  • Räumungskosten
  • Neukauf von Hausrat, Möbel und Kleidung

Hinweis: Hochwasserkosten und andere außergewöhnliche Belastungen wirken sich erst dann aus, wenn sie die so genannte zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Dies ist ein gesetzlich zumutbarer Eigenanteil, der abhängt von Ihrem Einkommen, Familienstand und Zahl Ihrer Kinder. Erst Kosten oberhalb dieser Grenze wirken sich steuermindernd aus.

Mindern Sie Ihre Vorauszahlungen

Zahlen Sie Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen? Dann senden Sie Ihrem zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen.

Hier können Sie sich das Musterschreiben herunterladen: Antrag auf Heransetzung der Vorauszahlungen

Lassen Sie Steuerzahlungen stunden

Sind Sie unmittelbar vom Hochwasser betroffen und haben Sie fällige Steuern beim Fiskus? Oder werden Steuerzahlungen in nächster Zeit fällig? Dann zögern Sie nicht und schicken dem Finanzamt einen Antrag auf Stundung. Ihnen wird ohne strenge Anforderungen eine Frist bis zum 30. November dieses Jahres gewährt.

Hier können Sie sich das Musterschreiben herunterladen: Antrag auf zinslose Stundung 

Verzögern Sie Vollstreckungsmaßnahmen

Sind Sie als Vollstreckungsschuldner unmittelbar und nicht unerheblich vom Hochwasser betroffen? Das Finanzamt sieht hier von Vollstreckungsmaßnahmen ab. Auch werden Ihnen Säumniszuschläge erlassen. Für weitere Infos nehmen Sie bitte umgehend mit Ihrer zuständigen Vollstreckungsstelle Kontakt auf.

Buchführungsunterlagen verloren?

Sind unmittelbar durch das Hochwasser Ihre Buchführungsunterlagen und sonstige Aufzeichnungen vernichtet worden?  Hier gibt die Finanzministerien bekannt, dass Ihnen dadurch keine nachteiligen Folgen entstehen dürfen.

Bilden Sie Sonderabschreibungen

Selbstständige, Gewerbetreibende und Land- und Forstwirte können Sonderabschreibungen bilden. Wurde ein Betriebsgebäude ganz oder teilweise zerstört, so können Sie die Kosten für den Wiederaufbau gesondert abschreiben. Auch andere Ersatzbeschaffungen mindern Ihre Steuern. Vermieter können zudem die Regelung für ihre beschädigte Immobilie in Anspruch nehmen.

Für Hochwasseropfer gespendet?

Sie sind zwar nicht selbst vom Hochwasser betroffen, haben aber eine Spende zugunsten der Geschädigten geleistet? Wenn diese auf ein Konto einer öffentlichen Institution oder einem Verband der freien Wohlfahrtspflege gezahlt wurde, müssen Sie bei der Steuererklärung keine besondere Spendenbescheinigung vorlegen. Hier genügt ein Ausdruck Ihres Online-Bankings oder eine einfache Buchungsbestätigung Ihrer Bank.

Nur für Niedersachsen: Anträge auf Soforthilfe

Der niedersächsische Landtag hat am 16.08. einstimmig eine Soforthilfe von 50 Millionen beschlossen. Damit soll Privathaushalten mit einem Mindestschaden von 5.000 Euro unter die Arme gegriffen werden.  Pro erwachsener Person können 500 Euro beantragt werden, pro Kind 250 Euro, maximal 2.500 Euro pro Haushalt. Bei besonderen akuten Notlagen ist unter strengen Voraussetzungen eine Leistung von bis zu 20.000 Euro möglich.

Hier können Sie sich den Antrag auf Soforthilfe herunterladen: Antrag auf Soforthilfe 

Mehr Infos erhalten Sie auf der Homepage des Landes Niedersachsen hier.

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