Hochwasserschäden

Hochwasserschäden

Holen Sie den Fiskus mit ins Boot


Das Hochwasser hat Teile Deutschlands fest im Griff –  In vielen deutschen Städten herrscht noch immer Land unter. Ein winziger Trost in der aktuellen Notlage: Es gibt steuerliche Hilfsmaßnahmen der Länder. Auch können die Kosten steuermindernd geltend gemacht werden.

Sofortmaßnahmen der Steuerverwaltung

Die Finanzministerien der hochwasserbetroffenen Bundesländer haben nun diverse Verfahrenserleichterungen beschlossen. Diese Sofortmaßnahmen sollen den unmittelbar von der Flutkatastrophe Betroffenen Steuererleichterung verschaffen. Darunter sind Maßnahmen wie Anpassung von Vorauszahlungen, Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen oder Stundung fälliger Steuern enthalten.

Bisher veröffentlichten die Länder Sachsen, Thüringen und Bayern Kataloge mit steuerlichen Hilfeleistungen.

Antrag auf Stundung

Sind Sie unmittelbar vom Hochwasser betroffen und haben Sie fällige Steuern beim Fiskus? Oder werden Steuerzahlungen in nächster Zeit fällig? Dann zögern Sie nicht und schicken dem Finanzamt einen Antrag auf Stundung! Ihnen wird ohne strenge Anforderungen eine Frist bis zum 30.September dieses Jahres gewährt.

Hier gelangen Sie zum Antrag auf zinslose Stundung .

Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen

Zahlen Sie Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen? Dann senden Sie Ihrem zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen.

Hier gelangen Sie zum Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen

 Welche Schäden werden steuerlich berücksichtigt?

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In Ihrer Steuererklärung 2013 können Sie generell alle durch das Hochwasser entstandenen Kosten, die nicht durch eine Versicherung gedeckt sind, steuermindernd ansetzen. Dazu zählen solche für Wohnung, Hausrat und Kleidung. Nicht steuerlich geltend machen können Sie hingegen Schäden an PKW, Garage oder Garten.

Sind Sie Mieter oder bewohnen Ihre eigene Eigentumswohnung? Dann können Sie die Schäden als außergewöhnliche Belastungen ansetzen. Vermieter, die Schäden an dem vermieteten Objekt tragen müssen, ziehen die Ausgaben als Werbungskosten in der Anlage V ab.

 Nicht zu lange warten

Den Schadenseintritt selbst können Sie nicht steuermindernd ansetzen – erst die Ausgaben für die Schadensbeseitigung oder Ersatzbeschaffung. Diese Maßnahmen müssen Sie durch Rechnung nachweisen können. Mit der Reparatur sollten Sie nicht allzu lange warten. Der Fiskus gibt Ihnen maximal drei Jahre nach dem Schadenseintritt Zeit, diesen zu beheben. Danach mangelt es dem Finanzamt an einem zeitlichen Zusammenhang und Sie bleiben endgültig auf den Kosten sitzen.

Zumutbare Eigenbelastung

Wenn Sie die Schadenskosten als außergewöhnliche Belastungen eintragen, zieht das Finanzamt automatisch die so genannte zumutbare Eigenbelastung ab. Diese liegt je nach Einkommen und Kindern zwischen einem und sieben Prozent Ihrer Einkünfte. (Die genaue Prozentzahl können Sie hier ablesen.)

Tipp: Neben Hochwasserschäden zählen auch Ausgaben für Arzneimittel, Heilbehandlungen oder medizinische Hilfsmittel zu den außergewöhnlichen Belastungen. Sammeln Sie daher dieses Jahr alle Belege genaustens, um einen möglich hohen Steuervorteil zu erzielen.

Was ist bei Erstattungen?

Erstattungen von Dritten (zum Beispiel von Versicherung oder Staat) müssen Sie von Ihren geleisteten Ausgaben abziehen – die Differenz können Sie dann steuermindernd abziehen. Wenn Sie mit einer Erstattung rechnen, diese aber wahrscheinlich erst in späteren Jahren bekommen, müssen Sie diese vorsichtig schätzen.

Achten Sie bei geschätzten Erstattungsbeträgen darauf, dass das Finanzamt den betroffenen Steuerbescheid vorläufig setzt. So kann dann später der tatsächliche Erstattungsbetrag angerechnet werden.

 

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