Höhere Kosten bei regelmäßiger Arbeitsstätte?

Höhere Kosten bei regelmäßiger Arbeitsstätte?

Was erkennt das Finanzamt an?


Morgens hin, abends heim! Überfüllte Straßen und steigende Benzinpreise machen Berufspendlern das Leben schwer. In der Steuererklärung können Arbeitnehmer für die tägliche Fahrt zur Arbeit die Pauschale für Pendler ansetzen. Diese beträgt 30 Cent pro Entfernungskilometer. Doch in der jüngeren Vergangenheit haben die Richter in Deutschland immer öfter höhere Kosten anerkannt.

Arbeitsstätte

Dies hängt mit der regelmäßigen Arbeitsstätte zusammen. Sie kann nach Meinung der Richter des Bundesfinanzhofs nur der regelmäßige Arbeitsplatz in einer Einrichtung des Arbeitgebers sein. Mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs haben nun die Richter des Finanzgerichts Düsseldorf entschieden, dass dieses Recht auch für Selbstständige gilt.

Der Fall

Geklagt hatte ein Selbstständiger, der Fahrten zu seinem im Streitjahr einzigen Kunden mit den tatsächlichen Kosten ansetzte und nicht mit der Pauschalen von 30 Cent je Entfernungskilometer.
Der Kläger war zwar regelmäßig bei diesem Kunden tätig, hatte dort aber keine Betriebstätte. Diese unterhielt er am Wohnort.

Gleichheitsgrundsatz

Da Unternehmer und Arbeitnehmer steuerlich gleich zu behandeln sind, ist für die Richter des Finanzgerichts Düsseldorf klar, dass der Kläger entsprechend auch keine Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte hat, wenn er beim Kunden keine eigene betriebliche Einrichtung unterhält. Entscheidend ist, ob beim Kunden eine Betriebsstätte vorhanden ist. Das war im vorliegenden Fall nicht gegeben. So konnte der Kläger die tatsächlichen PKW-Kosten als Reisekosten ansetzen. Alternativ können bei Reisekosten auch mit 30 Cent pro gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Das ist dann das Doppelte gegenüber den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Hier werden nur 30 Cent pro gefahrenen Kilometer anerkannt .

Finanzgericht Düsseldorf, 10 K 829/11 E

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