Holen Sie sich Ihre Grundsteuer zurück

Holen Sie sich Ihre Grundsteuer zurück

Bis 31. März handeln und Steuern sparen


Die Erstattung der Grundsteuer kann als eine Art „Entschädigung“ gesehen werden. Wenn Sie durch den Ausfall von Mietzahlungen wesentliche finanzielle Einschnitte zu verzeichnen hatten, können Sie sich die Steuer erstatten lassen.

Um eine solche wesentliche Ertragsminderung zu ermitteln, müssen Sie die Jahresrohmiete 2016 und die Vorjahres-Miete gegenüberstellen.

  • Bei einer Minderung der Mieteinnahmen von mehr als 50 Prozent werden Ihnen 25 Prozent der gezahlten Grundsteuer erlassen.
  • Bei einem Totalausfall der Miete, sprich einer Ertragsminderung von 100 Prozent, beträgt der Erlass der Grundsteuer 50 Prozent.
Den Antrag auf Erlass der Grundsteuer können Sie sich >>> hier <<<  herunterladen.

Jahresrohmiete – was ist das überhaupt?

Als Jahresrohmiete wird die Bruttokaltmiete bezeichnet, also die Miete einschließlich der so genannten kalten Betriebskosten wie Umlagen und sonstige Leistungen des Mieters.

Dazu zählen:

  • Kaltmiete
  • Baukostenzuschüsse
  • Mietvorauszahlungen
  • Miete für die Benutzung von Möbeln oder weiteren Gegenständen, die zum vermieteten Objekt gehören
  • Umlagekosten
  • Weitere Leistungen die vom Mieter zu bezahlen sind
  • Laufenden Betriebskosten des Objektes
  • Grundsteuer und alle weiteren Gebühren der Gemeinde
Auch wenn ein Teil der Kosten nicht auf den Mieter umlegbar ist, so gehört dies doch zur Jahresrohmiete.

Nicht zur Jahresrohmiete gehören hingegen:

  • Energiebetrieb der Wohnung (Heizung, Warmwasser, Brennstoffversorgung)
  • Kosten die nicht unmittelbar zur Raumnutzung gehören
  • Fahrstuhl
  • Untermietzuschläge

Wichtig

Grundlage der Berechnung ist die Sollmiete – Mietausfälle werden nicht berücksichtigt.

Selbst Schuld am Ausfall? Keine Chance beim Fiskus

Liegt bei Ihnen ein drastischer Mietrückgang vor, dürfen Sie dafür nicht verantwortlich sein. Haben Sie zum Beispiel die Wohnung zu einem extrem überteuerten Mietpreis angeboten oder erst gar nicht nach Mietern gesucht, bekommen Sie keinerlei Steuern zurück. Auch unterlassene Renovierungsarbeiten, die potentielle Mieter abschrecken könnten, dürfen nicht vorliegen.

Keine Schuld an der verminderten Miete haben Sie, wenn diese auf äußere Einflüsse wie Hochwasser, Erdbeben, Sturmschäden oder andere Naturkatastrophen zurück zu führen ist. Aber auch wenn das Vermietungsobjekt aufgrund des strukturschwachen Umlandes nicht vermietet ist, können Sie den Grundsteuererlass beantragen.

Nur bei bebauten Grundstücken

Sie hatten Mieteinbuße aus einem unbebauten Grundstück? Beispielsweise von einem Parkplatz oder Lagergrundstück? Hier können Sie leider keinen Erlass-Antrag stellen.

Leerstand

Stand die Wohnung längere Zeit leer, so müssen Sie nachweisen, dass Sie sich ernsthaft und nachhaltig um eine neue Vermietung bemüht haben. Dies kann durch Vorlage von geschalteten Anzeigen in Zeitungen sowie im Internet erfolgen, aber auch durch Aufträge an Makler.

Die Immobilie müssen Sie außerdem zu einer marktgerechten Miete angeboten haben.

Wichtig

Oftmals lehnen Gemeinden Erlass-Anträge ab. Begründung: Der Immobilienbesitzer hätte keine Mieten unterhalb des Marktniveaus angeboten – und habe somit Schuld am Leerstand. Doch weder Rechtsprechung noch Gesetz verlangen diese Bedingung.

Die Uhr tickt

Handeln Sie so schnell wie möglich und schieben Sie die Antragstellung nicht auf die lange Bank. Denn der Antrag auf den Erlass der Grundsteuer ist streng fristgebunden. Das Schreiben muss allerspätestens am 31. März 2017 im Briefkasten Ihrer Gemeinde liegen. Eine Fristverlängerung, wie Sie sie von der jährlichen Einkommensteuer kennen, gibt es hier nicht.

Um den Abgabe-Termin einzuhalten, reicht es aus, wenn Sie nur das unterschriebene Antragsschreiben einreichen. Nachweise und Begründungen können Sie später abgeben.

Wo beantragen Sie den Erlass?

Das Antrags-Schreiben richten Sie an die Behörde, die den Grundsteuer-Bescheid erlassen hat. In den meisten Fällen ist dies die Gemeinde, in der die Immobilie liegt. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen ist hingegen das Finanzamt zuständig.

Die Adresse der zuständigen Gemeinde oder Finanzbehörde können Sie auch hier nachschlagen.

Wie berechnet sich der Steuer-Erlass?

Beispiel 1

Ihre Immobilie stand aufgrund eines Sturmschadens seit Beginn des Jahres 2016 leer. Im Vorjahr betrug die Jahresrohmiete noch € 20.000.

Durch den Totalausfall der Miete können Sie sich die hälftige Grundsteuer erstatten lassen.

Beispiel 2

Anfang 2016 haben Sie mit Mieteinnahmen von € 15.000 gerechnet. Doch Ihr Mieter kündigte im Januar. Nach seinem Auszug im März stand die Wohnung leer – für den Rest des Jahres. Obwohl Sie diverse Anzeigen in Internet und Zeitung geschaltet hatten, lies sich kein neuer Mieter finden.

Die tatsächlich erhaltene Miete in 2016 betrug somit € 3.750.

Da der Mietausfall über 50 Prozent beträgt, können Sie einen Erlass von 25 Prozent der Grundsteuer beantragen.

  1. Rechnen Sie aus, mit welcher Jahresrohmiete Sie Anfang 2016 realistisch rechnen konnten.
  2. Berechnen Sie die Miete, die Sie tatsächlich in 2016 eingenommen haben.
  3. Beträgt die tatsächliche Miete weniger als 50 Prozent der geschätzten Miete? Tragen Sie die von Ihnen nicht zu vertretenden Gründe zusammen und legen Sie glaubhafte Nachweise bei.
  4. Stellen Sie den Antrag auf Grundsteuererlass bis spätestens 31.März 2017.

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