Internat für hochbegabte Kinder

Internat für hochbegabte Kinder

Internatsbesuch in Schottland absetzbar?


Nach weit verbreiteter Meinung müssen hochbegabte Kinder außergewöhnlich gute Leistungen in der Schule zeigen. Doch eine große Anzahl dieser Kinder entspricht gar nicht diesem Vorurteil, sondern hat eher Schwierigkeiten. Eine Lösung bietet oft der Besuch spezieller Schulen für Hochbegabte, meist verbunden mit einer Internatsunterbringung. Die Frage ist, ob sich an den erheblichen Kosten das Finanzamt beteiligt.

Darüber sollten die Richter des Bundesfinanzhofs im folgenden Fall entscheiden:

Geklagt haben die Eltern eines Kindes mit einem Intelligenzquotienten von 133. Wegen sozialer Auffälligkeiten ließen sie ihr Kind in einem geeigneten schottischen Internat bis zum Abitur weiter ausbilden. Die Kosten für die Internatsunterbringung wollten sie steuerlich geltend machen. Der Ansatz ihrer Kosten wird nur anerkannt werden, wenn die Eltern die notwendige medizinische Indikation nachweisen können.

Krankheitskosten oder Gesundheitsförderung?

Steuerlich gefördert sind nur Krankheitskosten nicht aber Kosten zur Förderung der Gesundheit. Um Krankheitskosten von gesundheitsfördernden Vorbeuge- oder Folgekosten zu unterscheiden, gab es in der Vergangenheit eine klare Regelung. Vor dem Beginn der Maßnahme war immer ein amts- oder vertrauensärztliches Gutachten notwendig oder ein Attest eines anderen öffentlich-rechtlichen Trägers. Aus diesem Gutachten oder Attest musste sich die Krankheit und die medizinisch notwendige Indikation zweifelsfrei entnehmen lassen.

Nachträgliche Gutachten

Die Richter des Bundesfinanzhofs haben erst im Jahr 2010 entschieden, dass diese strenge Nachweispflicht so nicht mehr erforderlich ist. Trotzdem, nachweisen müssen Sie, dass es sich um Krankheitskosten handelt, wenn Sie die Kosten in der Erklärung angeben möchten. Nachträglich ist es in vielen Fällen schwierig oder unmöglich den erforderlichen Nachweis zu erbringen.

Zurück zur alten Regelung

Zudem ist vom Gesetzgeber angedacht, dass zukünftig wieder die Zwangsläufigkeit einer medizinischen Indikation bei verschiedenen Heilmaßnahmen vor Beginn der Behandlung nachgewiesen werden muss. Hierzu ist ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung notwendig.

Tipp: Stehen größere Aufwendungen zur Behandlung von Krankheiten an, lassen Sie sich ein Attest oder Gutachten in oben genannter Form ausstellen bevor Sie mit der Behandlung oder Maßnahme beginnen.

Zuzahlungen Dritter

Krankheitskosten sind nur dann als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung anzusetzen, wenn die Kosten selbst getragen wurden. Erstattungen von Dritter Seite mindern die steuerlich anzusetzenden Kosten.

Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 37/10

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