Steuervorteil für Katzensitter

Steuervorteil für Katzensitter

Betreuung des Stubenstigers zahlt sich aus


Ja das macht die Katze froh: Der bezahlte Dosenöffner ist steuerbegünstigt! Und selbst das Gassigehen eines Vierbeiners mindert die Steuer.

Jährlicher Steuervorteil: bis zu 4.000 Euro

Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen können direkt von der Steuerschuld abgezogen werden, und zwar mit 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro im Jahr. Begünstigt sind u.a. die Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen Personen durch ambulante Pflegedienste oder selbstständige Pflegekräfte sowie die Betreuung von Kindern durch selbstständige Tagesmütter oder Au-pairs im Haushalt des Auftraggebers.

Doch bekommt man die Steuerermäßigung auch, wenn man seinen geliebten Vierbeiner zu Hause betreuen lässt? Bisher sträubte sich die Finanzverwaltung dagegen. Selbst im neusten Erlass des Bundesfinanzministeriums ist festgelegt, dass Tierbetreuungs-, Tierpflege- und Tierarztkosten nicht steuerbegünstigt sind (BMF-Schreiben vom 10.1.2014).

Tiersitter für Kater Carlo absetzbar

Doch nun hat der Bundesfinanzhof für die Tierbesitzer-und gegen den Fiskus entschieden. Die Versorgung und Betreuung eines Haustieres gehört zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Begründung: Die Versorgung von Haustieren habe einen engen Bezug zur Hauswirtschaft des Halters. Erfreuliche Folge: Die Ausgaben für den Katzen- oder Hundesitter sind steuerbegünstigt (Aktenzeichen VI R 13/15).

Der Fall

Die Eheleute halten eine Hauskatze in ihrer Wohnung. Mit der Betreuung des Tieres während ihrer Abwesenheit beauftragten sie eine Tier- und Wohnungsbetreuerin. Die Dame stellte für das Katzesitten pro Tag 12 Euro in Rechnung, im Jahr insgesamt 302,90 Euro. Das Finanzamt lehnte jedoch eine Steuerermäßigung unter Verweis auf das o.g. BMF-Schreiben ab.

Begründung der Richter

Nach Auffassung der BFH-Richter gehören zu den „haushaltsnahen Dienstleistungen“ hauswirtschaftliche Verrichtungen, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechend Beschäftigte erledigt werden und in regelmäßigen Abständen anfallen. So ist auch die Versorgung und Betreuung eines im Haushalt aufgenommenen Haustieres eine haushaltsnahe Dienstleistung.

„Denn Tätigkeiten wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und die sonstige Beschäftigung des Tieres oder im Zusammenhang mit dem Tier erforderliche Reinigungsarbeiten fallen regelmäßig an und werden typischerweise durch den Steuerpflichtigen selbst oder andere Haushaltsangehörige erledigt.“ Diese gehören damit zur Hauswirtschaft des Halters.

Selbst Gassi gehen begünstigt

Hinweis: Die Kosten für die Versorgung und Betreuung des Haustieres – einschließlich der Anfahrtskosten – sollen allerdings nur dann abziehbar sein, wenn die Betreuung im Haushalt bzw. auf dem Grundstück erfolgt. Die Steuervergünstigung gibt’s also nicht, wenn das Tier an der Wohnung abgeholt und nach der Betreuung wieder zurückgebracht wird ( Urteil des Finanzgerichts Münster, Aktenzeichen 14 K 2289/11).

Geklärt hat der BFH aber nun, dass zumindest das „Ausführen“ des Tieres außerhalb der Wohnung nicht steuerschädlich ist. Schließlich gewährt ja auch der Fiskus den Steuerbonus für „die Begleitung von Kindern, kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen bei Einkäufen und Arztbesuchen sowie für kleinere Botengänge“ durch eine Haushaltshilfe außerhalb der Wohnung (BMF-Schreiben vom 10.1.2014).

Wichtig

Die Kosten für den Tiersitter können Sie nur mit Rechnung vom Fiskus erhalten. Und diese Rechnung dürfen Sie nur mittels Banküberweisung auf dessen Konto begleichen. Bei Barzahlung gibt’s keine Steuerermäßigung. Eine Quittung genügt nicht.

 

3 Comments

eigener Kommentar
  1. 3
    Nicola

    Eine Schwierigkeit scheint mir die Buchung über Portale wie Pawshake zu sein, die keine Rechnungen ausstellen. Gibt es hierzu auch eine Lösung oder Urteile?

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