Kfz-Steuer

So berechnen Sie die Höhe Ihrer Steuer


Jeder, der ein Auto, Motorrad oder ähnliches hat, kennt sie: die Kfz-Steuer. Sie wird in der Regel jährlich gezahlt und fällt je nach Modell oder Fahrzeugtyp unterschiedlich hoch aus. Doch wie setzt sich die Steuer zusammen und welche Kriterien entscheiden über die Höhe? Und vor allem: Kann man seine Kfz-Steuer auch selbst berechnen? So könnte man schon vor dem Kauf wissen, auf welche Kosten man sich einstellen muss. Erfahren Sie dazu mehr in diesem Beitrag.

Kfz-Steuer – Was ist das?

Die Kfz-Steuer ist eine Bundessteuer und wird von der Bundesfinanzverwaltung erhoben. Zahlen muss sie jeder, der in Deutschland ein Fahrzeug besitzt, dass für den Straßenverkehr zugelassen ist. D.h. nicht nur Pkws, sondern beispielsweise auch Motorräder oder Roller werden besteuert. Fällig ist sie einmal jährlich. Es ist jedoch auch möglich, die Kfz-Steuer halb- oder vierteljährlich zu bezahlen – und zwar ab eine Steuerhöhe von 500 bzw. 1.000 Euro im Jahr. Allerdings fällt hierfür ein Aufgeld an:

JahressteuerEntrichtungszeitraumAufgeld
Über 500 Eurohalbjährlich3 Prozent des Teilbetrages
Über 1.000 Eurohalbjährlich3 Prozent des Teilbetrages
Über 1.000 Eurovierteljährlich6 Prozent des Teilbetrages

Wieso wird Kfz-Steuer erhoben?

Hintergrund der Steuer ist das Verursacher-Prinzip: Schäden bzw. Abnutzungen von Straßen können durch die Steuer repariert werden. Auch der Ausbau von Straßen bzw. die Verbesserung der Infrastruktur werden durch die Kfz-Steuer finanziert.

Wie berechnet man die Kfz-Steuer?

Für die Höhe der Steuer sind folgende Werte wichtig: der Verbrauch des Fahrzeugs, der Hubraum und die Antriebsart. Für Fahrzeuge, die nach dem 1. Juli 2009 erstmals zugelassen wurden, gelten folgende Werte:

AntriebsartSteuer pro 100 cm3 Hubraum
Benzin2,00 Euro
Diesel9,50 Euro
Bei Fahrzeugen mit einem hohen CO2-Ausstoß können höhere Steuern anfallen. Denn pro 1 g/km fallen zusätzlich 2,00 Euro an.

Für Fahrzeuge, die vor dem 1. Juli 2009 zugelassen wurden, gilt eine etwas andere Berechnung. Hier kommt es auch auf die Emissionsklasse bzw. den Emissionsschlüssel an. Dabei gilt:

EmissionsklasseBenzinmotorDieselmotor
Euro-3 und besser (bis 2,5 Tonnen)6,75 Euro15,44 Euro
Euro-27,36 Euro16,05 Euro
Euro-115,13 Euro27,35 Euro
Euro-0 (ohne Ozonverbot)21,07 Euro33,29 Euro
Euro-0 (mit Ozonverbot)25,36 Euro37,58 Euro
Für Fahrzeuge, deren Erstzulassung zwischen dem 5. November und dem 30. Juni liegt, wird eine Günstigerprüfung durchgeführt. Dabei wird ermittelt, welche der beiden Berechnungen die günstigere ist.

Die Angaben, die Sie für die Berechnung der Steuerhöhe benötigen, finden Sie in Ihrem Fahrzeugschein oder in der Zulassungsbescheinigung Teil 1:

  • Erstzulassungsdatum: unter Punkt B (Zulassungsbescheinigung Teil 1) bzw. Punkt 32 (Fahrzeugschein)
  • Antriebsart: unter P.3 (Zulassungsbescheinigung Teil 1) bzw. Punkt 5 (Fahrzeugschein)
  • Hubraum: unter P.1 (Zulassungsbescheinigung Teil 1) bzw. Punkt 8 (Fahrzeugschein)
  • CO2-Emissionen: unter Punkt V7 (Zulassungsbescheinigung Teil 1) (im Fahrzeugschein nicht enthalten)

Höhere Kfz-Steuer ab 2021

Ab dem Jahr 2021 wird die Kfz-Steuer neu berechnet, was dazu führt, dass sie besonders für Autos mit einem hohen Verbrauch (mehr als 8 Liter/100km) deutlich steigt. Sparsame Fahrzeuge werden hingegen günstiger besteuert. Das soll potentielle Autokäufer dazu animieren, sich eher für das umweltfreundlichere Fahrzeug zu entscheiden.

Die neue Steuerberechnung gilt für alle Fahrzeuge, die im Jahr 2021 erstmals zugelassen werden.

Was gilt für die Kfz-Steuer bei Hybriden und Elektroautos?

Für Elektroautos sowie Plug-In-Hybride gilt eine andere Besteuerung. Besonders reine Elektroautos profitieren von Steuervergünstigungen und sogar -befreiungen. Lesen Sie in unserem Beitrag, wie Sie mit Elektroautos Steuern sparen können.

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Quelle: Zoll

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