Kinder ohne Ausbildungsplatz

Kinder ohne Ausbildungsplatz

Wie Eltern den Ausbildungswillen nachweisen


Für Kinder über 18 Jahre, die ihre Ausbildung mangels Ausbildungs oder -Studienplatzes nicht beginnen oder fortsetzen können, haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag.

Das Kind wird steuerlich jedoch nur dann berücksichtigt,

  • wenn es sich ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bemüht und
  • Sie als Eltern diese Bemühungen durch entsprechende Unterlagen nachweisen.

Eltern in der Pflicht

Der Bundesfinanzhof hat erneut und diesmal mit Vehemenz gefordert, dass die Ausbildungsbereitschaft des Kindes durch belegbare Bemühungen um einen Ausbildungsplatz bewiesen wird: Dabei bestehen für Sie als Eltern sogar besondere Mitwirkungspflichten. Sie müssen Nachweise für die Ausbildungswilligkeit des Kindes und für dessen Bemühen, einen Ausbildungsplatz zu finden, beibringen. Von Ihnen wird verlangt, dass Sie im Bewerbungsstadium des Kindes entsprechende Vorsorge für die Nachweise treffen (BFH-Urteil vom 8.11.2012, V B 38/12).

Glaubhafter Nachweis

Das Bemühen um einen Ausbildungsplatz können Sie insbesondere durch Suchanzeigen z. B. in Zeitungen, durch direkte schriftliche Bewerbungen an Ausbildungsstätten und ggf. darauf erhaltene Zwischennachrichten oder Absagen glaubhaft machen. Auch Bewerbungen und Absagen durch E-Mails muss die Familienkasse akzeptieren. Telefonische Anfragen können im Einzelfall als Nachweis ausreichen, wenn detailliert und glaubhaft dargelegt wird, mit welchen Firmen, Behörden usw. zu welchen Zeitpunkten – erfolglose – Gespräche geführt worden sind.

Wichtig

Beim Ausbildungswunsch ist die Familienkasse großzügig: „Grundsätzlich ist jeder Ausbildungswunsch des Kindes anzuerkennen“. Das gilt also auch, wenn damit beispielsweise lange Wartezeiten auf einen Studienplatz verbunden sind. Selbst wenn das Kind bereits eine abgeschlossene Ausbildung hat und eine neue Ausbildung beginnen will, wird dies akzeptiert. Hat das Kind eine Zusage für einen Ausbildungsplatz erst im kommenden Jahr, so wird es für die gesamte Wartezeit berücksichtigt, ohne dass es auf die Viermonatsfrist ankommt.

 

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