Kinderbetreuung durch Oma und Opa

Kinderbetreuung durch Oma und Opa

Fahrten von der Steuer absetzen


Ohne Oma und Opa ist es schwer! Viele Eltern sind auf die Hilfe der Großeltern bei der Kinderbetreuung angewiesen. Mit einem kleinen Trick lassen sich sogar die Fahrtkosten von Oma und Opa bei der Steuer berücksichtigen.

Kinderbetreuungskosten mindern die Steuer

Aufwendungen für die Betreuung von Kindern sind steuerlich als Sonderausgaben absetzbar: Anerkannt werden die Ausgaben zu zwei Drittel, höchstens 4.000 Euro je Kind. Begünstigt sind Kinder bis zum 14. Lebensjahr, behinderte Kinder ohne Altersgrenze. Keine Rolle spielt, ob die Eltern einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Absetzbar als Betreuungskosten sind insbesondere: Kostenbeiträge für die Unterbringung in Kindergarten, Kindertagesstätte, Kinderhort, Kindergrippe sowie bei der Tagesmutter oder in einer Ganztagespflegestelle. Auch lassen sich Kosten für eine Kinderpflegerin (Nanny), ein Au-pair oder eine Haushaltshilfe absetzen.

Ausnahme: Betreuung durch Familie

Grundsätzlich sind Betreuungsleistungen, die innerhalb der eigenen Familie erfolgen, steuerlich nicht absetzbar. Deshalb wird das Finanzamt Kosten nicht anerkennen, die für eigene Fahrten zum Abholen der Betreuungsperson zu Hause und zum Zurückbringen anfallen. Gleiches gilt für eigene Fahrten zum Hinbringen des Kindes zur Betreuungsperson sowie zum Abholen dort.

Bei einer kostenlosen Kinderbetreuung durch die Großeltern ist die Erstattung der Fahrtkosten als Kinderbetreuungskosten absetzbar. Voraussetzung: Die Großeltern müssen über die Fahrtkosten eine Rechnung erstellen. Diese Kosten müssen per Banküberweisung auf das Konto der Betreuungsperson eingehen. Barzahlungen hingegen erkennt der Fiskus nicht an.

Beispiel

A und B vereinbaren mit ihren Müttern, dass diese ihr Enkelkind an einem Tag pro Woche unentgeltlich im Haushalt der Eltern betreuen. A und B vereinbaren den Fahrtkostenersatz der Großmütter mit je 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer.

So entstanden 2013 Fahrtkosten i. H. v. 1.500 Euro für die Mutter des A und 1.200 Euro Fahrtkosten für die Mutter der B. Die Mütter stellten je eine Rechnung über die Fahrtkosten. Die Ausgaben wurden per Banküberweisung an die Großmütter gezahlt. Die Fahrtkosten sind als Kinderbetreuungskosten wie folgt abziehbar: 2.700 Euro x 2/3= 1.800 Euro.

25 Comments

eigener Kommentar
  1. 2
    alex

    Verweisen Sie das zuständig Finanzamt auf Folgendes:
    Es komme nur darauf an, erklärten die Richter, ob die getroffene Vereinbarung zwischen den Eltern des Kindes und den Großmüttern über den Fahrtkostenersatz auch zwischen fremden Dritten so üblich wäre. Das war hier nach Ansicht der Richter der Fall. Dass eine fremde Betreuungsperson für die Betreuungsleistung an sich ebenfalls ein Honorar gefordert hätte, und nicht wie Großmütter unentgeltlich tätig geworden wäre, ist unerheblich (FG Baden-Württemberg vom 9.5.2012, 4 K 3278/11 ).

    • 4
      Walter

      Nein. Die Fahrtkosten führen bei Oma nicht zu einer sonstigen Einnahme, da es sich nur um eine
      Erstattung von Aufwendungen handelt (der Einnahme werden die Ausgaben der Fahrtkosten
      gegenübergestellt und somit ergibt sich ein Nullsummenspiel)

  2. 5
    MM

    Gibt es da auch eine Grenze? Wir wohnen 300km von meiner Mutter entfernt. Sie kommt trotzdem regelmäßig mit dem PKW (mind. Einmal im Monat) um ihren Enkel zu besuchen und ihn für ein paar Stunden zu betreuen. So haben mein Mann und ich Zeit zu zweit und müssen keinen fremden Babysitter anstellen. Das Vertrauen innerhalb der Familie ist ja größer. Aber kann man die Fahrtkosten für solche langen Strecken zur Wochenendskinderbetreuung auch absetzen, wenn man die Vertraglich regelt?

  3. 6
    André

    Ich möchte die Frage von Eva vom 12.3. aufgreifen und dies nochmals stellen, da bislang noch keine Antwort gefunden wurde. Müssen die Großeltern die Fahrtkosten bei ihrer Steuerklärung angeben? Sonstige Einnahmen habe sie durch die Betreuung ja nicht, da diese kostenlos ist.

  4. 7
    MCK

    Mich würde auch, gemäß Beitrag 5, interessieren, ob es eine Entfernungsgrenze o.ä. gibt. Meine Eltern wohnen ca. 500km entfernt.

  5. 8
    Olga

    Guten Tag allen Teilnehmern! Wie wäre es wenn meine Mutter mit dem Flugzeug ca. 5.000 km bewältigen muss und ich für sie jedes mal (ein bis zwei mal im Jahr) Flugtickets selber von meinem Konto bezahle? Wäre es möglich, 2/3 dieser Kosten abzusetzen? Und wenn sie kommt, um unsere 3 Kinder unter 6 J. zu betreuen?
    Herzlichen Dank für die Antwort!

  6. 9
    Jürgen Mensching

    Guten Tag an alle Teilnehmer. Mir als Opa hat das Finanzamt nur die 0,30Euro für die Hinfahrt und nicht für Rückfahrt als Kosten anerkannt. Dadurch musste ich die Einnahmen aus der Rückfahrt versteuern. Hat jemand Argumente, gegen das Verhalten meines Finanzamtes vorzugehen?

  7. 10
    Roman

    Ich denke die Fragen zu der Oma, die 5000km entfernt wohnt etc., beantworten sich durch Kommentar 2: „Es komme nur darauf an, erklärten die Richter, ob die getroffene Vereinbarung zwischen den Eltern des Kindes und den Großmüttern über den Fahrtkostenersatz auch zwischen fremden Dritten so üblich wäre.“ Wer würde einen Babysitter einfliegen lassen?

  8. 11
    Thomas

    Das heißt für mich demzufolge, wenn ich die Oma einfliegen lasse (500 km ) um mein Kind während der Kitaschließzeit zu betreuen, kann ich den Flug als Sonderausgaben absetzen?

  9. 12
    Patrick

    Kann mir bitte jemand sagen, wo diese KM Pauschale in der Steuererklärung einzutragen ist? Ich gehe stark davon aus, dass die Erfassung innerhalb der Steuererklärung der Großeltern gemacht werden muss. Der Abschnitt Pflege- und Betreuungskosten erscheint mir eher für Kinder mit Behinderungen.

    Wäre die Pauschale unter Hilfe und Dienstleistungen im Haushalt bei Allgemeinen Ausgaben zu erfassen? Demnach müsste ich die Gesamt KM Anzahl errechnen und mit 0,30 € multiplizieren, korrekt?
    Vielen Dank im Voraus.

  10. 13
    Kathrin

    Wie muss das Geld überwiesen werde? Reicht eine „Jahresabrechnung“ in Form von: 48 Wochen, je dreimal die Woche auf das Kind aufgepasst, 37km eine Strecke mal 0,3 ? Oder muss das ganze monatlich nachvollziehbar sein? Das wäre ja jetzt für 2016 nicht mehr möglich…

    • 14
      Mathias

      Nein, da die Abrechnung ebenfalls wie unter Fremden üblicherweise durchgeführt werden muss. D.h. eine monatliche Abrechnung wäre in jedem Fall zu empfehlen.

  11. 15
    Ramona

    Wir werden es für 2016 nun einmal jährlich abrechnen. Meine Frage ist allerdings noch: Unsere Großeltern holen das Kind ab, nehmen es mit und bringen es wieder. So haben sie 4 Fahrten zu machen. Können wir alle 4 Fahrten angeben oder nur 2?
    Vielen Dank für eine schnelle Antwort!

  12. 18
    Matthias

    Wir wollten für 2016 Fahrtkosten der Oma anlässlich der Kinderbetreuung ansetzen und hatten auch bereits einen kleinen Vertrag darüber gemacht. Dummerweise haben wir erst jetzt wieder daran gedacht. Und leider hatte die Oma das auch vergessen und keine Rechnung geschrieben. Die Rechnung ist sicherlich nicht das große Problem. Aber die Überweisung könnten wir dann erst in den nächsten Tagen ausführen (also erst Ende Februar bzw. Anfang März 2017). Bekäme wir das noch für 2016 anerkannt?
    Für eine kurzfristige Hilfe schon mal vielen Dank im Voraus!

  13. 19
    Bernd Koslowski

    Wurde die Frage von Beitrag Nr.1 gelöst?
    Unser Finanzamt hat ebenso das Absetzen der Fahrtkosten abgelehnt mit der Begründung, Erstattungen an nahe Angehörige gehören nicht zu den abzugsfähigen Kinderbetreuungskosten.
    Muss ich jetzt erstmal einspruch einlegen oder kann ich den Fall direkt einem Anwalt übergeben?
    Was ist, wie in Beitrag Nr.1, wenn der Einspruch abgewiesen wird. Das Finanzamt verklagen?

  14. 20
    Corinna

    Bei uns das gleiche Spiel, Einspruch zwecklos, obwohl Vertrag aufgesetzt und überwiesen… Begründung nun der Vertrag wäre nicht wie unter dritten üblich… ja sonst findet sich vermutlich keiner der dies ohne Stundenlohn ausführt… hat hier ggfs. jemand einen mustervertrag?

    • 21
      Christine

      …so ein Mustervertrag würde uns auch interessieren, da wir uns auch darauf verlassen haben, dass ein Absetzen der Fahrtkostenerstattung an die Oma möglich ist. Daher haben wir unsere Tochter nicht zur Betreuung im offenen Ganztag angemeldet (welche ja abzugsfähig wäre)…

  15. 22
    Biggi

    Hallo, ich betreue meine Enkeltochter bei Krankheit und bei Krippenschliessung. Ich habe einfache Fahrt 680km. Wieviel kilometerkosten kann meine Tochter geltend machen, die einfache Fahrt oder 1340km hin und zurück? Zumal sie schon die Krippenkosten steuerlich angibt.

  16. 23
    Micha

    Ich habe eine Frage zu Form der Rechnung:
    Muss jeder einzelne Tag in der Rechnung vorkommen oder reicht eine Monatsrechnung z.B.
    „Monat Dezember 10 Fahrten a 30 km = x Euro“

    Geht eine Jahresrechnung + Überweisung oder ist es zwingend erforderlich monatlich zu überweisen?

  17. 24
    Marco

    Für die Fahrtkostenabrechnung. Muss die Überweisung an die Großeltern zwingend im veranlagte Jahr erfolgen oder ist es nur eintscheidend, wann die Rechnung seitens der Großeltern gestellt wurde.

  18. 25
    Rene

    sind die 0,30 pro km auch absetzbar, wenn die Oma mit dem Fahrrad zu uns nach Hause kommt und das Kind betreut während Mama und Papa arbeiten gehen?

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