Kindergeld bei Ausbildungssuche

Kindergeld bei Ausbildungssuche

Ausbildungswille maßgeblich


Auch Eltern von volljährigen Kindern erhalten Kindergeld. Voraussetzung: Das Kind muss nachweislich ausbildungswillig sein. Dabei gilt: Je niedriger der Bildungsabschluss, desto höher muss der Ausbildungswille sein.

Eine Bewerbung pro Monat? Zu wenig

Ein volljähriges Kind muss sich umso mehr um einen Ausbildungsplatz bemühen, je geringer der Bildungsabschluss ist. Dies entschied nun das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (6 K 6346/10).

In dem Fall ging es um einen 20-jährigen Arbeitssuchenden. Er hatte bereits vor vier Jahren die Hauptschule abgeschlossen und sich in der Zeit auch beworben: Mit einer Bewerbung pro Monat.

Das war dem Finanzgericht zu wenig: Da der junge Mann über keine ausreichende Qualifikation verfüge, seien bei der geringen Anzahl an Bewerbungen tatsächliche Erfolge eher unwahrscheinlich. Das Kind sei somit nicht ausbildungswillig – und das Kindergeld gestrichen.

Kindergeld ohne Ausbildungsplatz

Findet ein volljähriges Kind keinen Ausbildungsplatz, bekommen die Eltern unter folgenden Voraussetzungen Kindergeld:

  • Das Kind hat das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet
  • Das Kind muss sich um einen Ausbildungsplatz bemühen.
  • Die Ausbildung, die das Kind absolvieren möchte, ist für das Kind auch möglich (Qualifikationen sind erfüllt).

Welche Nachweise Sie bringen sollten

Hat Ihr Kind einen geringen Bildungsabschluss, sollten Sie den Familienkasse folgende Nachweise erbringen:

  • Ihr Kind sollte als ausbildungsplatzsuchend bei der Agentur für Arbeit gemeldet sein.
  • Für den Nachweis des Ausbildungswillens sollte Ihr Kind mindestens fünf bis zehn Bewerbungen pro Monat nachweisen können.
  • Ablehnungsschreiben sollten Sie zum Nachweis aufheben.
  • Auch regelmäßige Fortbildungskurse empfehlen sich, um den Ausbildungswillen nachzuweisen.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar