Kinderwunsch

Finanzielle Unterstützung geplant


Jedes siebte Paar kann sich nicht den Traum einer eigenen Familie erfüllen. Doch künftig sollen ungewollt Kinderlose mit einer 25 prozentigen Unterstützung des Staates rechnen können. Dies hat der Bundesrat entschieden.

Geplante Entlastung

Bei einer künstlichen Befruchtung werden kinderlose Paare von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützt. Diese tragen dabei die Hälfte der anfallenden Kosten.

Doch der Bund soll zukünftig weitere 25 Prozent der Kosten übernehmen. So sollen Betroffene zu 75 Prozent finanziell entlastet werden.

Grund für die finanzielle Entlastung ist, dass eine ungewollte Kinderlosigkeit oft einen schweren Mangel in der persönlichen Lebensplanung mit sich bringt.

Gesetzesentwurf

Kinderlose Paare müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden. Der Bundesrat hat seinen Gesetzesentwurf der Bundesregierung übergeben. In den nächsten Wochen soll diese ihre Auffassung an den Bundestag weiterleiten.

Außergewöhnliche Belastung

Auch wenn der Gesetzesentwurf nicht Anwendung finden sollte, gibt es eine gute Nachricht: Ihre Ausgaben für die künstliche Herbeiführung einer Schwangerschaft können Sie steuerlich geltend machen. Allerdings darf eine freiwillige Sterilisation nicht vorangegangen sein. So urteilte der Bundesfinanzhof.

Wenn ein Ehepartner infolge einer organischen Erkrankung sich nicht fortpflanzen kann, dann zählt die künstliche Befruchtung zur Linderung der Krankheit. Allerdings werden nur solche Aufwendungen als Krankheitskosten berücksichtigt, die zum Zwecke der Heilung einer Krankheit oder mit dem Ziel erbracht werden, die Krankheit erträglicher zu machen.

Diese Kosten entstehen aufgrund des Kinderwunsches zwangsweise. Durch die unfreiwillige Sterilität ist das Selbstbestimmungsrecht stark eingeschränkt.

Unverheiratete Frau

Auch eine unverheiratete Frau, die seit vielen Jahren mit ihrem Lebensgefährten liiert ist, klagte die Absetzbarkeit der Kosten ihrer künstlichen Befruchtung ein. Fakt ist, dass diese Frau aus medizinischen Gründen nicht in der Lage ist auf natürlichem Wege Kinder zu bekommen. Die Behandlung erwächst also auch ihr zwangsläufig.

Bundesrat, Pressemitteilung vom 02.03.2012; Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 43/10 und III R 30/07

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