Kombiniertes Wohn-und Arbeitszimmer

Kombiniertes Wohn-und Arbeitszimmer

Jetzt absetzbar?


Das Büro in den eigenen vier Wänden: Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können jetzt abgesetzt werden, wenn das Zimmer auch privat genutzt wird. Bislang war dies nicht möglich.

Büro im Wohnzimmer

In dem Verfahren beantragte ein Unternehmer den Abzug von 50 Prozent der Kosten für einen jeweils hälftig als Wohnzimmer und zur Erledigung seiner Büroarbeiten genutzten Raum.

Der Senat des Finanzgerichts Köln gab der Klage grundsätzlich statt. Er beschränkte allerdings die steuerliche Anerkennung als Betriebsausgaben auf 1.250 Euro, da das Wohn-/Arbeitszimmer im Urteilsfall nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen Tätigkeit darstellte.

Gemischt veranlasste Reisekosten

Die Richter sützten ihre Entscheidung auf den Beschluss des Großen Senats des Bundesfinanzhofs zur Aufteilung von gemischt veranlassten Reisekosten vom 21. September 2009 (Az. GrS 1/06). Das Finanzgericht hat die Revision zum Bundesfinanzhof zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zugelassen. Denn das Finanzgericht Baden-Württemberg hat in einer kürzlich veröffentlichten Entscheidung vom 2. Februar 2011 (Az. 7 K 2005/08) eine entsprechende Aufteilung von Wohnraumkosten abgelehnt.

Objektiver Aufteilungsmaßstab

Auch nach der Rechtsprechung zu den gemischten Reisekosten ist es wichtig, dass sich private Kosten von beruflichen objektiv trennen lassen. Dies zeigt ein weiteres Urteil des Finanzgerichts Hamburg. Der Ansatz der Kosten für die berufliche Mitbenutzung des Wohn-/Esszimmers scheiterte an diesem Kriterium.

Im vorliegenden Fall wurden die unternehmerischen Tätigkeiten zum Teil am Esstisch erledigt. Ein Schreibtisch war nicht vorhanden. Eine Einteilung des Raumes in einen beruflich genutzten und einen privat genutzten Teil war nicht möglich. Auch war es nicht möglich eine Aussage über die zeitliche Nutzung des Raumes zu treffen. Zur Anerkennung der Kosten fehlte es an einer sachgerechten, objektiven und nachvollziehbaren Aufteilung der Kosten in einen betrieblichen und einen privaten Anteil.

Tipp:Nutzen Sie einen Raum sowohl beruflich als auch privat, achten Sie darauf, dass er räumlich so eingeteilt ist, dass sich die Kosten nachvollziehbar aufteilen lassen. Trennen Sie zum Beispiel den betrieblich genutzten Teil des Raumes durch einen Raumteiler vom Rest des Zimmers.

Finanzgericht Köln, Aktenzeichen 10 K 4126/09 /Finanzgericht Hamburg, Aktenzeichen 6 K 121/10

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