Kosten für Ihre Ausbildung

Kosten für Ihre Ausbildung

Welche Ausgaben mindern Ihre Steuer in welcher Höhe?


Das Finanzamt hat Ihre Ausbildungskosten nicht anerkannt? Dann brauchen Sie nun keinen Einspruch mehr gegen den Steuerbescheid einlegen – bis zur höchstrichterlichen Entscheidung bleibt Ihr Steuer-Fall nun automatisch offen.

Wo liegt das Problem?

Die momentane Rechtslage ist nicht gerade vorteilhaft für Azubis und Studenten: Die Ausgaben für ihre erste Berufsausbildung oder das erste Studium sind bis zur Höhe von 6.000 Euro als Sonderausgaben abzugsfähig.

Das Problem hierbei: Sonderausgaben können nur im Jahr der Entstehung die Steuer mindern –auf spätere Jahre vortragen kann man sie nicht. Kurzum: Wer in diesem Jahr keine Steuern zahlen muss, spart auch keine.

Doch es gibt Hoffnung: Es ist ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht anhängig, das auf eine bessere Berücksichtigung hoffen lässt. Danach würden die Kosten zu den Werbungskosten zählen. Folge: Die Ausgaben würden noch in späteren Jahren, in denen der Student oder Azubi in Geld und Brot steht, die Steuer mindern.

Ausbildungskosten – und nun? Was Sie jetzt tun sollten

Geben Sie eine Steuererklärung für das Jahr ab, in dem die Kosten entstanden sind. Tragen Sie die gesamten Ausgaben in der Anlage N in Zeile 46 ein. Wenn Sie in dem Jahr keine oder nur wenig Einkünfte hatten, machen Sie zudem ganz oben auf Seite eins des Mantelbogens ein Kreuzchen bei „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“.

Welche Kosten zählen zu den Ausbildungskosten?

Wenn Sie ein Studium oder Aus- und Fortbildung absolviert haben, können Sie alle Kosten angeben, die im Rahmen der Bildungsmaßnahme entstanden sind.

Dazu zählen:

  • Studiengebühren
  • Verwaltungsgebühren
  • Fahrtkosten und Verpflegungspauschalen
  • Büromaterialkosten
  • Zinsen auf Studienkredite
  • Fachliteratur / Fachzeitschriften
  • Häusliches Arbeitszimmer
  • Außerhäusliches Arbeitszimmer
  • Telefon und Internet
  • Doppelte Haushaltsführung
  • Verwaltungsgebühren

Das Finanzamt hat nun drei Möglichkeiten:

    • Das Finanzamt erkennt die Kosten als Werbungskosten an. Hier brauchen Sie nichts mehr machen. Allerdings ist diese Handhabe aufgrund der momentanen Gesetzeslage leider relativ unwahrscheinlich.
    • Das Finanzamt erkennt die Kosten nicht als Werbungskosten an, stellt die Entscheidung aber vorläufig. Sollte das anhängige Musterverfahren zu Ihren Gunsten entschieden werden, werden die Kosten automatisch als Werbungskosten berücksichtigt. Wie auch immer das höchste Steuergericht entscheidet – bei Entscheidung erhalten Sie automatisch einen neuen Bescheid.
    • Das Finanzamt erkennt die Kosten nicht als Werbungskosten an, lehnt die Verlustfeststellung ab und und stellt diese Entscheidung nicht vorläufig. In diesem Fall müssen Sie handeln: Legen Sie gegen den Steuerbescheid Einspruch ein und verweisen auf das Schreiben des Bundesfinanzministeriums, Geschäftszeichen IV A 3 – S 0338/07/10010-04.

Wie auch immer das Bundesverfassungsgericht entscheiden wird, wir halten Sie über den Ausgang des Verfahrens auf dem Laufenden.

 

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