Hepatitis bei Krankenschwester

Als Berufskrankheit anerkannt


Gesundheit kann ins Geld gehen. Doch: Der Fiskus beteiligt sich häufig an hohen Krankheitskosten. Ist die Ursache für die Erkrankung beruflicher Natur, ist der Steuerentlastung sogar noch größer.

Warum die Unterscheidung?

Krankheitskosten sind in der Regel so genannte außergewöhnliche Belastungen. Nachteil: Steuerzahler müssen die so genannte zumutbare Eigenbelastung selber tragen.

Anders bei Kosten aufgrund einer typischen Berufskrankheit: Diese wirken sich dann bereits ab dem ersten Euro steuerlich aus, sofern durch andere Werbungskosten der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro im Jahr bereits überschritten ist. Sie können in erheblicher Höhe sogar zu negativen Einkünften führen, die dann im Wege des Verlustabzugs in das Vorjahr zurück- oder in das Folgejahr vorgetragen werden können.

Doch wann liegt eine Berufskrankheit vor?

Das Steuerrecht macht es sich einfach: Es muss sich bei der Erkrankung um eine anerkannte Berufskrankheit handeln. Grundsätzlich werden dabei nur Erkrankungen anerkannt, die in der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) aufgeführt sind.

Dazu gehören “Infektionskrankheiten – vorausgesetzt, der Versicherte arbeitet im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium. Oder er war durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war.

Die aktuelle Entscheidung

Nun hat das Hessische Landessozialgericht bei einer im Blutspendedienst arbeitenden Krankenschwester eine Hepatitis-Virusinfektion als Berufskrankheit anerkannt. Die ehemalige Krankenschwester sei bei ihrer Tätigkeit einem besonders erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt gewesen. Sie habe monatlich ca. 400 Blutabnahmen durchgeführt und sich dabei auch manchmal mit der Nadel verletzt.

Begründung der Richter

Hepatitis-Viren werden überwiegend parenteral (d.h. unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes) und selten durch sexuelle oder Alltagskontakte übertragen. Im Bereich der Heilberufe erfolgt die Infektion überwiegend durch Blut bzw. Blutprodukte infolge von Nadelstichverletzungen. Das Infektionsrisiko bei Verletzung mit einer nachweislich bei einem infektiösen Patienten gebrauchten Nadel betrage bei Hepatitis C ca. 3 Prozent (Aktenzeichen L 3 U 132/11).

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