Laptop eines Piloten

Beruflicher Nutzungsanteil


Aufwendungen für Computer, Laptop, Notebook usw. sowie für die Peripheriegeräte sind als Werbungskosten absetzbar, wenn und soweit die Geräte beruflich genutzt werden.

Nutzen Sie Ihren Computer so gut wie ausschließlich, also zu mindestens 90 Prozent, für berufliche Zwecke, sind die Anschaffungskosten – ggf. im Wege der Abschreibung mit monatlich 1/36 – in vollem Umfang, also zu 100 Prozent, als Werbungskosten absetzbar.

Beträgt die private Mitbenutzung des Computers mehr als 10 , sind die Anschaffungskosten entsprechend aufzuteilen und mit dem beruflichen Nutzungsanteil als Werbungskosten absetzbar.

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Beruflicher Nutzungsanteil

Die Gretchenfrage lautet: Wie hoch ist der berufliche Nutzungsanteil und wie soll dieser ermittelt werden? Können Sie den konkreten Umfang der beruflichen Nutzung nicht nachweisen, kann der berufliche Nutzungsanteil geschätztwerden (gemäß § 162 AO). Der Bundesfinanzhof hält es auch aus Vereinfachungsgründen für vertretbar, von einer jeweils hälftigen privaten und beruflichen Nutzung des PC auszugehen. “Will der Steuerpflichtige oder das Finanzamt von diesem Aufteilungsmaßstab abweichen, so muss der Betreffende zusätzliche Anhaltspunkte und Umstände näher darlegen und nachweisen bzw. glaubhaft machen” (BFH-Urteil vom 19.2.2004, BStBl. 2004 II S. 958).

Nun hat das Finanzgericht Baden-Württemberg den beruflichen Nutzungsanteil für den Laptop eines Piloten mit 50 Prozent geschätzt und einen Abzug von 100  abgelehnt (FG Baden-Württemberg vom 5.5.2010, 12 K 18/07).

Der Fall:

Der Pilot macht seinen Laptop zu 100  als Werbungskosten geltend, ohne dass er den Umfang und die Zeiten der Nutzung im Einzelnen darlegt. Er benötige den Laptop auf dienstlichen Flugreisen u.a. zur Abfrage von Flugdaten.

Die Entscheidung:

Finanzamt und Finanzgericht lehnen die volle Anerkennung ab, weil die ausschließliche berufliche Nutzung weder nachgewiesen noch glaubhaft gemacht worden war. Eine Privatnutzung werde nicht ausgeschlossen und sei auch naheliegend, da der Pilot den Laptop stets mit sich führe und längere Zeiten nicht zu Hause sei. Daher sei ein beruflicher Nutzungsanteil von nur 50  nicht zu beanstanden.

Wichtig

Ist die berufliche Nutzung Ihres PC unstrittig, können Sie Ihre PC-Kosten ohne jeglichen Nachweis stets mit einem beruflichen Nutzungsanteil von mindestens 50·Prozent als Werbungskosten geltend machen. Falls Sie einen höheren Nutzungsanteil begehren, müssen Sie dafür Gründe darlegen und den Nutzungsumfang nachweisen oder glaubhaft machen. Beschreiben Sie ausführlich die Art Ihrer beruflichen Tätigkeit und die Weise, wie Sie den PC konkret zur Erledigung von beruflichen Aufgaben einsetzen. Bieten Sie dem Finanzbeamten an, ihm Ergebnisse Ihrer Arbeit vorzulegen. Führen Sie auch Argumente an, weshalb Sie den PC nicht oder nur wenig für private Zwecke mitbenutzen.

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