Lastentransporter als Firmenwagen

Keine Ein-Prozent-Regelung


Für die Privatnutzung des Firmenwagens muss ein privater Nutzungswert von monatlich einem Prozent des Listenpreises als Arbeitslohn versteuert werden. Hier sind die Finanzämter rigoros: Sie verlangen die Steuer auch dann, wenn das Fahrzeug tatsächlich gar nicht für Privatfahrten genutzt wird, etwa weil Sie einen Zweitwagen haben.

Private Nutzung wird unterstellt

Begründung: “nach der allgemeinen Lebenserfahrung werden dienstliche Fahrzeuge, die zu privaten Zwecken zur Verfügung stehen, auch tatsächlich privat genutzt.” Der Fiskus unterstellt hier ganz einfach einen so genannten Anscheinsbeweis für die Privatnutzung. Gleiches gilt auch für Selbstständige bezüglich eines Fahrzeugs im Betriebsvermögen, die für die private Nutzung einen Entnahmewert als Betriebseinnahmen versteuern müssen

Ausnahme: Fahrzeug nicht für Privatfahrten geeignet

Aber: Ausgenommen von der Nutzungswertbesteuerung sind Fahrzeuge, die typischerweise zum privaten Gebrauch nicht geeignet sind. Dies gilt für Fahrzeuge, die nach ihrer Bauart und Einrichtung ausschließlich oder vorwiegend zur Beförderung von Gütern dienen, z. B. Lkw, Werkstattwagen, Pickup (Aktenzeichen X R 23/01; Aktenzeichen VI R 34/07 ).

Fahrzeug nur für Lastentransport ausgelegt

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass die Nutzungswertbesteuerung nicht für einen VW-Transporter gilt, der zum Lastentransport hergerichtet ist. Für dieses Fahrzeug müsse kein Geldwerter Vorteil (bei Arbeitnehmern) bzw. ein Entnahmewert (bei Selbstständigen) nach der Ein-Prozent-Pauschalmethode berechnet und versteuert werden. Dieses Fahrzeug sei schon mangels ausreichender Sitzplätze für Privatfahrten mit der Familie nicht brauchbar.

Darüber hinaus sei es nicht plausibel, dass der Kläger regelmäßig die Ladefläche seines Transporters für private Besorgungen leergeräumt habe. Es sei glaubhaft, dass private Fahrten ausschließlich mit dem privaten Pkw durchgeführt worden seien (Aktenzeichen X R 32/11).

Wenn das Fahrzeug doch privat gefahren wird

Sollte ein solches Fahrzeug tatsächlich gelegentlich für private Fahrten genutzt werden, wäre der Nutzungswert mit 0,001 Prozent des Listenpreises je Kilometer anzusetzen. Die Privatnutzung darf aber nicht allgemein unterstellt werden, sondern muss im Einzelnen festgestellt werden, wobei die Feststellungslast beim Finanzamt liegt.

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