Lebensversicherung und Scheidung

Lebensversicherung und Scheidung

Wer erhält die Versicherungsleistung?


In der Praxis setzen Verheiratete üblicherweise „den Ehegatten“ als Bezugsberechtigten einer Lebensversicherung ein. Doch was geschieht bei Scheidung und neuer Liebe? Wer bekommt dann das Geld?

Expartner oder jetziger Partner?

Welcher Ehepartner soll im Falle des Ablebens die Versicherungsleistung erhalten? Der aktuelle Ehepartner zum Zeitpunkt des Todes? Oder doch der frühere Ehepartner zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses?

Partner während Vertragsabschluss Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Versicherungsleistung an den Ehepartner als Bezugsberechtigten auszahlen muss, mit dem der Versicherungsnehmer im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses verheiratet war.

Der Partner im Zeitpunkt des Todes geht leider leer aus (Aktenzeichen IV ZR 150/05; ebenfalls Oberlandesgericht Koblenz, Aktenzeichen 10 U 973/10). Dies ist die Rechtslage, wenn im Lebensversicherungsvertrag als Bezugsberechtigter „der Ehegatte“ benannt ist. Doch es geht auch anders:

„Verwitweter Ehegatte“ – welcher ist das?

Der Vertrag kann auch auf den „verwitweten Ehegatten“ lauten– wer erhält dann die Versicherungsleistung? Nun hat das Oberlandesgericht Frankfurt hierzu entschieden, dass der verwitwete Ehegatte derjenige ist, mit dem der Versicherungsnehmer zum Todeszeitpunkt verheiratet war.

Dies ist nicht der geschiedene erste Ehepartner, denn dieser hat nach der Scheidung den Familienstand „geschiedenen“ und nicht „verwitwet“. Dass der erste Ehepartner im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem Versicherungsnehmer verheiratet war, spielt keine Rolle (Aktenzeichen 3 U 124/13).

Wichtig: Ändern Sie den Bezugsberechtigten

Im Fall einer Scheidung erlischt die Bezugsberechtigung des früheren Ehepartners im Lebensversicherungsvertrag nicht automatisch. Haben Sie eine Scheidung hinter sich? Dann sollten Sie den „Bezugsberechtigten“ besonders im Auge behalten.

Es spricht eigentlich wenig dafür, dem Ex-Partner aus der geschiedenen Ehe und nicht dem aktuellen Ehepartner die spätere Versicherungsleistung zukommen zu lassen. Dann aber muss nach einer Scheidung unbedingt der Name des Bezugsberechtigten im Versicherungsvertrag geändert werden. Dies können Sie mit einem formlosen Schreiben an die Versicherungsgesellschaft tun.

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