Leerstehende Immobilien

Vermietungsabsicht?


Aufwendungen für eine vermietete Immobilie sind als Werbungskosten bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung absetzbar. Steht eine solche Immobilie längere Zeit leer, zücken die Finanzämter gerne den Rotstift.

Vermietungsabsicht

Dann werden die weiter laufenden Aufwendungen nicht mehr steuermindernd anerkannt, z. B. Abschreibungen, Schuldzinsen, Gebäudeversicherungen, Betriebskosten, Renovierungskosten. Hier kommt es darauf an glaubhaft darzulegen, dass Sie weiterhin eine Vermietungsabsicht und folglich eine Einkunftserzielungsabsicht haben.

Alles dokumentieren

Sie sollten wissen: Aufwendungen für eine leerstehende Immobilie sind als vorab entstandene Werbungskosten absetzbar, wenn Sie beabsichtigen, die Wohnung dauerhaft zu vermieten, und solange Sie Ihre Vermietungsabsicht nicht wieder aufgegeben haben. Es muss also eine sog. “Einkunftserzielungsabsicht” vorliegen. Zum Beweis müssen Sie ernsthaft und nachhaltig Ihrer Vermietungsbemühungen glaubhaft machen. Und: möglichst dokumentieren. Dazu eignen sich am besten Vermietungsannoncen in den örtlichen Zeitungen oder die Beauftragung eines Maklers.

Absicht, die keine ist

Aber der Bundesfinanzhof hat kürzlich entschieden, dass Vermietungsannoncen nicht unbedingt einen hinreichenden Nachweis für die Vermietungsbemühungen darstellen. Wenn nämlich der Aufwand gering und der Zeitraum kurz ist und zudem die Wohnung bereits jahrelang leer steht, nimmt der BFH keine ernstliche Vermietungsabsicht an. “Zwar bilden Vermietungsannoncen grundsätzlich ein Indiz für eine dahinter stehende Vermietungsabsicht des Annoncierenden. Sie können aber etwa auch bezwecken, gegenüber dem Finanzamt eine Vermietungsabsicht zu dokumentieren, die tatsächlich nicht ernstlich verfolgt wird”.

10 Jahre leer

Im Urteilsfall hatte der Wohnungseigentümer Zeitungsannoncen für lediglich 150 EUR und nur für einen Zeitraum von 9 Wochen geschaltet. Zudem stand die Wohnung schon seit 10 Jahren leer. Erforderlich seien in diesem Fall besondere Anstrengungen, wie etwa die Einschaltung eines Maklers oder auch eine Mietreduzierung. Daher ist nun Schluss mit dem Werbungskostenabzug ohne entsprechende Einnahmen.

Wichtig

Es kann vorkommen, dass Sie zunächst fest entschlossen sind, die Wohnung zu vermieten. Doch dann können Ereignisse eintreten, die Sie zu einer Änderung Ihres Entschlusses veranlassen, sodass Sie die Wohnung nun selber nutzen oder verkaufen wollen. In diesem Fall sind die Aufwendungen gleichwohl als vorab entstandene Werbungskosten abziehbar, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, in dem Sie Ihren Vermietungsentschluss geändert haben, danach jedoch nicht mehr (BMF-Schreiben vom 8.10.2004, BStBl. 2004 I S. 933, Tz. 24; BFH-Urteil vom 9.7.2003, BStBl. 2003 II S. 940).

Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VIII R 51/09

 

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

Auch wenn die kostenlosen und frei zugänglichen Inhalte dieser Webseite mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, übernehmen wir keine Gewähr für deren Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Der Aufruf dieser Inhalte begründet mangels Rechtsbindungswillens unsererseits keinerlei Vertragsverhältnis. Außer im Falle von Vorsatz übernehmen wir keine Haftung für etwaige aus der Verwendung der Inhalte resultierende Schäden.

Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

Kommentar hinterlassen