Leerstehende Zweitwohnung

Leerstehende Zweitwohnung

Keine Zweitwohnungsteuer auf Betongold


Dient eine leerstehende Wohnung ausschließlich der Kapitalanlage, fällt keine Zweitwohnungsteuer an. Doch nur unter gewissen Voraussetzungen geht die Gemeinde leer aus.

Nur reine Kapitalanlage begünstigt

Immobilienbesitzer, die ein Objekt rein zum Zwecke der Kapitalanlage besitzen und dieses leer stehen lassen, sind von der Zweitwohnungssteuer befreit.

Dies entschied nun das Bundesverwaltungsgericht in gleich zwei Verfahren (Aktenzeichen BVerwG 9 C 5.13 und BVerwG 9 C 6.13).

Nachweise erforderlich

Voraussetzung dafür ist, dass die Wohnung dabei nicht für eigene Wohnzwecke oder für Angehörige vorgehalten wird. Auch muss der Eigentümer der Kommunen durch objektive Umstände nachweisen, dass die Wohnung ausschließlich der Kapitalanlage dient und deshalb leer steht.

Tipp: Als Nachweis dienen Nebenkostenabrechnungen, aus denen ersichtlich ist, dass jahrelang weder Wasser noch Strom verbraucht wurden.

Jahrelanger Leerstand

Zwei Wohnungseigentümer wurden nun für ihre Hartnäckigkeit belohnt. Sie hatten mit den bayerischen Kommunen Feldafing und Bad Wiessee jahrelang Rechtsstreite ausgetragen – über insgesamt drei Instanzen.

Der Herr aus Feldafing ist Eigentümer einer 50 Quadratmeter großen Wohnung. Diese war bis 2004 von seiner Schwiegermutter bewohnt. Seitdem stand sie leer. Er argumentierte, dass die Wohnung der Kapitalanlage diene. Sie solle zwar verkauft werden, jedoch sei ihm dies wegen noch nicht beseitigter Mängel und eines bestehenden Streits mit dem Bauträger noch nicht gelungen.

Laut der nun ergangenen Urteile darf eine Gemeinde zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass eine Zweitwohnung bei vorübergehendem Leerstand der persönlichen Lebensführung diene – und damit Zweitwohnungsteuer fordern. Doch dies entfalle, sobald der Eigentümer nachweisen kann, dass er die Wohnung ausschließlich zur Kapitalanlage nutzt.

 

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