Mahlzeiten im Seniorenheim

Mahlzeiten im Seniorenheim

Als haushaltsnahe Dienste steuerbegünstigt


Bewohner eines Seniorenheims unterhalten einen eigenen Haushalt mit Kochgelegenheit. Doch die Verträge der Heimbetreiber sehen meist vor, dass der Bewohner verpflichtend für Mittagsmenüs im hauseigenen Restaurant bezahlen muss. Kann man dies von der Steuer absetzen?

Dienstleistung im Haushalt?

Bei Bewohnern eines Wohnstifts oder Seniorenheims ist bislang strittig, ob die Zubereitung des Essens und das Servieren im Speisesaal steuerlich begünstigt sind. Klar ist, dass es sich hierbei um haushaltsnahe Dienstleistungen handelt. Strittig ist jedoch, ob diese Leistungen „im Haushalt“ erbracht werden.

Langes Hin und Her

Das Finanzgericht Baden-Württemberg hatte eine Vergünstigung bei der Steuer zuerst abgelehnt. Grund: Die Leistungen würden nicht im Haushalt erbracht. Die Zentralküche samt Speisesaal gehörten nicht zu den Gemeinschaftsräumen der Heimbewohner, sondern seien dem Betreiber des Wohnstifts zuzurechnen (Urteil des Finanzgericht Baden-Württemberg, Aktenzeichen 6 K 4420/11).

Ein anderer Senat desselben Finanzgerichts war kurz darauf anderer Meinung: Das Servieren der Speisen im Speisesaal erfolge auf einer Gemeinschaftsfläche. Damit sei es dem Haushalt des Bewohners zuzurechnen. Auch sei die Küche Teil der Wohnanlage (Aktenzeichen 3 K 3887/11).

Nun gilt: Menüs senken Steuer

Jetzt hat die Finanzverwaltung dem unsinnigen Streit ein Ende gesetzt. „Nach Auffassung der obersten Finanzbehörden hat das Finanzgericht Baden-Württemberg zu Recht entschieden, dass die betroffenen Kosten begünstigt sind.“ Damit ist das für den Steuerzahler negative Urteil überholt.

Das bedeutet für Sie:

Für die in den Verpflegungskosten enthaltenen anteiligen Kosten für die Zubereitung und das Servieren der Mahlzeiten besteht Anspruch auf die Steuerermäßigung. Die Kosten können zu 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abgezogen werden, begrenzt auf 4.000 Euro im Jahr.

Tipp: Die Aufwendungen müssen durch Rechnung nachgewiesen werden. Dazu aber ist nicht erforderlich, dass der Heimbetreiber eine „Rechnung“ im herkömmlichen Sinne ausstellt. Es genügt eine Aufstellung, aus der sich folgende Infos ergeben: der Erbringer der haushaltsnahen Dienstleistung als Rechnungsaussteller, der Empfänger dieser Dienstleistung, die Art, der Zeitpunkt und der Inhalt der Dienstleistung sowie die dafür vom Steuerpflichtigen jeweils geschuldeten Entgelte.

 

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