Bogen rund

Mallorca plant Touristensteuer

Ein bis zwei Euro pro Urlaubstag


Sie haben ein Last-Minute-Schnäppchen nach Alcudia oder Paguera ergattert? Oder planen einen Städtetrip nach Palma? Prima! Genießen Sie die Urlaubstage. Ab nächstem Jahr greift der spanische Fiskus etwas tiefer in Ihre Tasche.

Eigene Steuer für Urlauber

Ab Herbst 2016 strapazieren ein paar Euro mehr die Urlaubskasse: Die Mallorquiner planen die Einführung einer Touristensteuer. Bei über 12 Millionen Reisenden pro Jahr sicher keine schlechte Einnahmequelle.

Wo die Steuer dann zu zahlen ist – im Hotel oder bereits am Flughafen- ist noch unklar. Auch wie viel Euro pro Nase und Nacht fällig werden steht noch nicht genau fest.

Bis zu 100 Millionen Euro im Jahr

Sicher ist: Es wird unterschiedliche Tarife für Haupt- und Nebensaison geben. Momentan planen die Minister ein bei zwei Euro pro Übernachtung und Person – ab einem Alter von 14 Jahren.

Egal wie die genaue Gestaltung verläuft – mit einem Plus in der Staatskasse von 50 bis zu 100 Millionen Euro wird bereits jetzt gerechnet – und das Jahr für Jahr. Laut dem Tourismusminister der Balearen, Biel Barceló, sollen die Einnahmen wiederum dem Tourismus auf der Insel zu Gute kommen: Umweltschutz und die Modernisierung von Tourismusgebieten stehen auf der Agenda.

Idee nicht neu

Die Idee der Touristensteuer ist keinesfalls neu. In vielen Urlaubsländern dient sie bereits als zuverlässige Einnahmequelle. Touristen in Ägypten bezahlen bei Einreise knapp 5 Euro am Flughafen. In Frankreich liegt die „Taxe de séjour“ zwischen 20 Cent und 1,50 Euro pro Nacht. Auch italienische Kommunen bessern so ihre Finanzen auf: Rund 430 Millionen Euro spült die Steuer jährlich in die Kassen.

Auch Kroatien, die Niederlande, Türkei, Griechenland, Polen oder Österreich sowie viele andere Länder bessern so die chronisch klammen Kassen auf. Selbst auf dem spanischen Festland, in Katalonien, wurde die Abgabe bereits vor drei Jahren eingeführt.

Bettensteuer in Deutschland

Und selbst in deutschen Städten wird eine Touristenabgabe erhoben: die Bettensteuer. Bis zu 4 Euro verlangen Städte wie Hamburg oder Bremen von privat reisenden Hotelgästen – pro Nacht wohlgemerkt. Dienstreisende zahlen keinen Cent.

Der zusätzliche Einnahmensaldo lässt sich sehen: Bremen macht so 2,4 Millionen Euro jährlich Plus, in Hamburg spült die Abgabe sogar elf Millionen in die Stadtkasse. Auch Kommunen wie Berlin, Dortmund, Köln oder Potsdam verdienen sich so ein kleines Zubrot.

Ist das rechtens?

Zum Leidwesen aller privat Reisenden: ja. Erst letzten Monat entschied das oberste Steuer-Gericht, dass die kommunale Steuer nicht verfassungswidrig ist. Warum dies so ist? Eine Antwort ist der Bundesfinanzhof den Touristen allerdings noch schuldig. Die Urteilsbegründung soll frühestens nächsten Monat bekannt gegeben werden.

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