Mehr Unterstützung für Alleinerziehende

Mehr Unterstützung für Alleinerziehende

Entlastungsbetrag wird erhöht


Ein Herz für Alleinerziehende: Der Entlastungsbetrag wird nun rückwirkend zum Jahresbeginn um jährlich 600 Euro erhöht. Doch die Änderung wirkt sich erst ab der Dezember-Abrechnung aus.

Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag

Den Entlastungsbetrag von 1.308 Euro können Alleinerziehende erhalten, wenn zu ihrem Haushalt mind. ein Kind gehört, für das sie Kindergeld oder Kinderfreibetrag erhalten. Im Haushalt darf keine andere erwachsene Person leben.

Er wird gekürzt um ein Zwölftel für jeden vollen Monat, in dem die Voraussetzungen nicht vorliegen. Er wird nur einmal gewährt, auch wenn mehrere Kinder vorhanden sind.

Erhöhung um 600 Euro

Nun wird der Entlastungsbetrag rückwirkend ab dem 01.01.2015 von 1.308 Euro auf 1.908 Euro angehoben. Zusätzlich kommen für das zweite und jedes weitere Kind erstmals 240 Euro oben drauf.

Neu ist, dass für das Kind, das zum Haushalt gehört, die Steueridentifikationsnummer anzugeben ist.

Wie wirkt sich der Betrag aus?

Der Entlastungsbetrag wirkt sich bei Arbeitnehmern bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug steuermindernd aus:

Der (Grund-)Entlastungsbetrag von 1.908 Euro wird wie bisher im Rahmen der Steuerklasse II berücksichtigt. Dies gilt auch wenn mehrere Kinder vorhanden sind. Der Grund: das Lohnsteuerabzugsmerkmal „Zahl der Kinderfreibeträge“ stimmt in vielen Fällen nicht mit der Anzahl der Kinder beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende überein.

Der Erhöhungsbetrag von 240 Euro ab dem zweiten Kind kann künftig ebenfalls steuermindernd bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden. Hierzu kann man sich einen Lohnsteuerfreibetrag bei den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) beim Finanzamt eintragen lassen. Für die Beantragung des Freibetrags ist die Antragsgrenze von 600 Euro nicht maßgeblich. Der Freibetrag gilt ab 2016 für einen Zeitraum von bis zu zwei Kalenderjahren.

Ab der Dezemberabrechnung

Für Arbeitnehmer erfolgt die Steuerentlastung aufgrund des erhöhten Entlastungsbetrages in Steuerklasse II für das Jahr 2015 nicht bereits ab Veröffentlichung des Gesetzes, sondern erst bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung für Dezember 2015. So sollen Bürokratiekosten, die durch die Änderung einzelner Lohnabrechnungen entstehen würden, vermieden werden.

Für den Erhöhungsbetrag kann bereits für das Jahr 2015 ein Lohnsteuerfreibetrag beantragt werden. Dieser wird ab dem Antragsmonat auf die verbleibenden Monate des Jahres verteilt und beim monatlichen Lohnsteuerabzug steuermindernd berücksichtigt.

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