Midijobber: Teilzeit und glücklich

Midijobber: Teilzeit und glücklich

Höhere Gleitzone und voller Rentenanspruch ab 2019


Gute Nachrichten für Midijobber: Ab Juli 2019 können Sie bis zu 1.300 Euro verdienen – bezahlen nur reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, erwerben aber volle Rentenansprüche.

Zwischen Lebensqualität und Altersarmut

Vor allem Frauen sind es, die hierzulande in Teilzeit arbeiten. Und die meisten finden das gut so – lautet das Ergebnis einer Umfrage des DELTA-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Ganze 85 Prozent sind mit ihrem derzeitigen Teilzeitmodell nämlich äußerst zufrieden. Rund 60 Prozent wünschen sich dies sogar dauerhaft.

Doch gerade wer einen Teilzeit- oder Minijob ausübt, muss einen mageren Rentenbescheid fürchten. Als Midi-Jobber können Sie zwar reduzierte Beiträge zur Rentenversicherung entrichten, doch dies führt unweigerlich zu geringeren Rentenansprüchen. Denn nicht nur die Beiträge zur Sozialversicherung, sondern auch die späteren Leistungen aus der Rentenversicherung werden nach einer niedrigeren Bemessungsgrundlage als dem tatsächlichen Arbeitslohn berechnet.

Einkommensgrenze liegt künftig bei 1.300 Euro 

Um Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich zu entlasten, schraubt die Bundesregierung die bisherige Einkommensgrenze, ab der die vollen Sozialversicherungsbeiträge fällig werden, hoch. Ab 01.07.2019 reicht diese von 450 Euro im Monat bis zu 1.300 Euro, statt bisher bis 850 Euro. Auch erhält die „Gleitzone“ einen neuen Namen und heißt im kommenden Jahr „Übergangsbereich“.

Höhere Entgeltpunkte für die Rente

Momentan steht Ihnen als Midijobber noch die Aufstockungsoption zur Verfügung:  Sie verzichten auf die ermäßigte Bemessungsgrundlage und zahlen die Differenz zum halben Rentenbeitragssatz (Arbeitnehmer-Anteil von 9,3 Prozent) aus eigener Tasche.

Ab 01.07.2019 wird diese aber überflüssig. Denn ab dann sollen reduzierte Beiträge zur Rentenversicherung nicht mehr zu geringeren Rentenleistungen führen. Für Ihre Rente heißt es also: Es bleibt bei den ermäßigten Rentenbeiträgen und an die Rentenversicherung wird das tatsächliche Arbeitsentgelt gemeldet. Auf diese Weise erwerben Sie künftig volle Rentenansprüche, als hätten Sie den vollen Arbeitnehmeranteil in die Rentenkasse eingezahlt.

Berechnung der Sozialabgaben im Übergangsbereich 

  • Der Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung berechnet sich von einer ermäßigten Bemessungsgrundlage. Diese wird nach einer besonderen Berechnungsformel ermittelt.
  • Vom Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung trägt der Arbeitgeber den „vollen“ Beitragsanteil zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung von rund 20 Prozent, die jedoch nicht von der ermäßigten Bemessungsgrundlage, sondern vom Brutto-Monatsverdienst berechnet werden.
  • Der verbleibende Teil des Gesamtbeitrages zur Sozialversicherung ist der Arbeitnehmeranteil. Dieser beginnt bei 451 Euro mit rund 10 Prozent, steigt mit zunehmendem Arbeitslohn und erreicht bei 1.300 Euro den normalen Arbeitnehmeranteil von 20 Prozent.
  • Die Beitragsverteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgt für jeden Versicherungszweig getrennt.

Keine Vorteile bei der Einkommensteuer

Für die Besteuerung im Übergangsbereich gelten die normalen Vorschriften, d. h. ausschlaggebend sind die Lohnsteuerabzugsmerkmale des Arbeitnehmers.

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