Mietentschädigung

Mietentschädigung

Bei arbeitsbedingtem Umzug


Für das nach dem arbeitsbedingten Umzug ungenutzte Haus können keine Mietentschädigungen als Werbungskosten angesetzt werden. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden.

Casus Knaxus

Stellen Sie sich vor: Sie haben sich Ihren Lebensmittelpunkt geschaffen, ein Haus gebaut und eine Familie gegründet. Doch dann werden Sie von Ihrem Arbeitgeber versetzt. Der Umzug ist zu organisieren, neuer Kindergartenplatz, neue Schule, neue Umgebung. Und dann der Casus Knaxus: Es findet sich kein Käufer für Ihr Haus.

„Dann setzte ich Kosten für den Mietausfall in meiner Steuererklärung an“, dachte sich wohl ein betroffener Steuerpflichtiger… – doch Pustekuchen.

Alles Werbungskosten, oder was?

Werbungskosten dienen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Nach ständiger Rechtsprechung liegen Werbungskosten vor, wenn die Kosten durch den Beruf bzw. durch die Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen veranlasst sind.

Das ist der Fall, wenn ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht und die Aufwendungen subjektiv zur Förderung des Berufs getätigt werden. Danach sind auch Umzugskosten Werbungskosten, wenn der Umzug dienstlich veranlasst ist. Soweit, so gut.

Alles privat veranlasst

Leider sieht der Fiskus das nicht so und erkannte diese Kosten nicht an. Denn der Abzug von Werbungskosten setzt eine finanzielle Belastung voraus. Davon ist auszugehen, wenn in Geld oder Geldeswert bestehende Güter aus dem Vermögen des Betroffenen abfließen.

Fehlt es an einem tatsächlichen Abfluss, liegen keine Aufwendungen vor, die als Werbungskosten abgezogen werden können. Entgangene Einnahmen, um die es hier geht, erfüllen ebenso wie der Verzicht auf Einnahmen nicht den Aufwendungsbegriff. Eine fiktive Mietentschädigung sei keine zu berücksichtigende Aufwendung, so die Richter.

Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 25/10.

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