Mit Kindern in der Steuererklärung punkten

Mit Kindern in der Steuererklärung punkten

Das sollten Eltern wissen


Knapp 550 Euro im Monat – so viel kostet es laut Statistischem Bundesamt, ein Kind großzuziehen. Bis zur Volljährigkeit kommt da ein üppiges Sümmchen zusammen. Nur gut, dass die finanzielle Belastung über die Steuererklärung etwas abgemildert werden kann. Ein Überblick.

Für alle Kinder …

Kindergeld Für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr gibt es das Kindergeld ohne besondere Voraussetzungen.

In aller Regel erhalten alle Eltern:

Kindergeld20152016
Für das erste und das zweite Kind188 Euro190 Euro
Für das dritte Kind194 Euro196 Euro
Für jedes weitere Kind219 Euro221 Euro

Für Kinder ab 18 müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen, damit das Kindergeld auch weiterhin gezahlt wird – zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Ausbildung oder eine Behinderung. So gilt beispielsweise:

Das Kind ist 18, aber noch nicht 21.

  • Es ist arbeitslos und
  • arbeitssuchend gemeldet.

= Anspruch auf Kindergeld

Das Kind ist 18, aber noch nicht 25.

  • Es ist in Ausbildung oder studiert oder
  • unterbricht seine Ausbildung (zum Beispiel wegen Mutterschaft oder einer Erkrankung) und
  • es bemüht sich um einen Ausbildungsplatz oder
  • befindet sich in einer Übergangszeit, die nicht länger als vier Monate dauert.

= Anspruch auf Kindergeld

Das Kind ist 18, aber noch nicht 25.

  • Es ist behindert und
  • nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen.

= Anspruch auf Kindergeld

Betreuungsfreibetrag

Eltern von Kindern, für die Anspruch auf Kindergeld besteht, können den Betreuungsfreibetrag (BEA) geltend machen. Dieser beläuft sich auf 2.640 Euro jährlich.

Zulage Riester

Bei dieser staatlich geförderten Altersvorsorge gibt es eine Kinderzulage. Diese beläuft sich auf 185 Euro, für Kinder, die ab dem 1. Januar 2008 geboren worden sind, sogar auf 300 Euro pro Jahr.

Für werdende Eltern …

Elterngeld

Gibt es pro Kind für bis zu 14 Monate. Ein Elternteil kann zwischen zwei und zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen, Alleinerziehende immer volle 14 Monate. Das Elterngeld orientiert sich am laufenden durchschnittlich verfügbaren Einkommen. Es gibt mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro monatlich. Außerdem gibt es einen Geschwisterbonus in Höhe von zehn Prozent des Elterngeldes (mindestens 75 Euro).

Elterngeld plus

Beim Elterngeld plus können Mütter und Väter in Teilzeit arbeiten. Sie bekommen dann doppelt so lange Geld – monatlich maximal in halber Höhe des normalen Elterngelds, also mindestens 150 Euro und höchstens 900 Euro über 28 Monate hinweg.

Kinder

Für Kinder unter 18 …

Kinderfreibetrag

Am Jahresende prüfen die Finanzbeamten bei der Steuererklärung, ob Steuerpflichtige mit dem ausgezahlten Kindergeld oder dem Kinderfrei-betrag besser fahren. Dafür verrechnen die Beamten das Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Pro Kind gewährt der Fiskus einen Kinderfreibetrag von jährlich 4.512 Euro für die Eltern.

Betreuungskosten

Unabhängig davon, warum das Kind betreut werden muss, können die Aufwendungen dafür als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Zwei Drittel der jährlich anfallenden Kosten für Kinderbetreuung können Sie in der Steuererklärung ansetzen – wobei die Kosten den Höchstbetrag von 4.000 Euro pro Kind nicht überschreiten dürfen. Außerdem greift der Steuervorteil nur für Kinder bis 14 Jahre.

Schulgeld

Wenn die Tochter oder der Sohn eine begünstigte Privatschule besucht, können die Eltern 30 Prozent des Schulgeldes als Sonderausgaben ansetzen. Der Steuervorteil ist auf maximal 5.000 Euro begrenzt.

Tagesmutter

Zu den Kinderbetreuungskosten zählen neben Beiträgen für den Kindergarten oder den Kinderhort auch das Honorar für die Tagesmutter, der Lohn für die angestellte Kinderfrau oder Haushaltshilfe, wenn sie das Kind betreut, sowie die damit verbundenen Sozialversicherungsbeiträge oder Fahrtkostenerstattungen.

Voraussetzung für den Abzug in der Steuererklärung ist, dass die Ausgaben nachweisbar sind, zum Beispiel anhand von Rechnungen. Außerdem wichtig: die Kinderbetreuungskosten nie bar zahlen, sondern immer überweisen. Anderenfalls akzeptiert das Finanzamt die Beträge nicht.

Entlastungsfreibetrag für Alleinerziehende

Wer mit seinem Kind allein im Haushalt wohnt, kann steuerlich einen Freibetrag von 1.908 Euro im Jahr geltend machen. Ab 2015 gibt es zusätzlich einen Erhöhungsbetrag: Ab dem zweiten Kind steigt der Freibetrag um 240 Euro pro Kind. Aus dem Entlastungsfreibetrag ergibt sich die Steuerklasse II – und monatlich mehr Netto.

Kids

Für Kinder über 18 …

Zinseinkünfte

Für den Fall, dass die Eltern über hohe Zinseinkünfte verfügen, können sie ihren Kindern einen Teil des Vermögens schenken. Denn auch Kindern steht ein eigener Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro pro Jahr zur Verfügung. Allerdings darf man dem Nachwuchs das Geld später nicht einfach wieder wegnehmen.

Ausbildungsfreibetrag

Sind die Kinder volljährig und noch in der Ausbildung, kann der Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro pro Jahr angesetzt werden. Vorausgesetzt, Sohn oder Tochter wohnen auswärts.

Kindergartenzuschuss

Die Ausgaben für die Kinderbetreuung kann auch der Arbeitgeber übernehmen. Voraussetzung: Das Kind ist noch nicht schulpflichtig. Außerdem muss ein Nachweis über die Kosten vorgelegt werden. Einen steuerfreien Kindergartenzuschuss kann der Chef auch für Krippen, Tagesmütter oder Vorschulklassen zahlen.

Serviceleistungen

Wenn der Arbeitgeber die Kosten für eine Beratung oder Vermittlung in Sachen Kinderbetreuung übernimmt, werden die Aufwendungen dafür zu zwei Dritteln (höchstens 4.000 Euro pro Jahr) steuerfrei gestellt.

Kinderbetreuung

Berufstätige Eltern kennen die Probleme – die Kinder sind krank, der Hort hat geschlossen, oder Mama muss Überstunden machen. Wenn der Babysitter einspringen muss, kann sich nun der Arbeitgeber mit einem steuerfreien Extra beteiligen – auch bei schulpflichtigen Kindern bis 14 Jahre. Bis zu 600 Euro im Jahr dürfen Arbeitgeber für diese kurzfristig erforderlichen Betreuungsleistungen zuschießen.

Das besondere Plus: Arbeitnehmer müssen dies nicht als geldwerten Vorteil versteuern. Eine Übersicht zu den wichtigsten Leistungen für Familien finden Sie auf diesem Internetportal des Bundesfamilienministeriums hier.

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