Mit Lebensversicherungen Steuern sparen

Was Sie jetzt tun sollten


Viele Lebensversicherer haben 2010 die Zinsen für Lebensversicherungen gesenkt. Kündigen oder besser nicht? Das fragen sich viele Anleger.

Hinzu kommen die steuerlichen Aspekte. Denn: Wer eine Lebensversicherung abschließt, sollte von Anfang an die anfallende Steuer mit ins Kalkül ziehen. Nur so lässt sich ermitteln, wie viel am Ende ausbezahlt wird.

Tipp: Die Absicherung persönlicher Lebensrisiken zählt zu den begrenzt absetzbaren Sonderausgaben. Dazu gehört zum Beispiel die Unfallversicherung, Krankenversicherung, Lebensversicherung sowie die private Haftpflichtversicherung und die KFZ- Haftpflicht.

Für Lebensversicherungen, die vor dem ersten Januar 2005 abgeschlossen wurden gilt Steuerfreiheit Es müssen aber folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Mindestens über zwölf Jahre muss die Lebensversicherung laufen
  • mindestens fünf Jahre lang müssen Beiträge eingezahlt werden
  • eine Todesfallsumme in Höhe von mindestens 60 Prozent der Beiträge muss vereinbart worden sein.

Wichtig

Wer jetzt denkt, er könne seinen Vertrag vorzeitig auflösen um einen steuerlichen Verlust einzufahren, verspekuliert sich. Denn ein Minus aus der vorzeitigen Kündigung kann steuerlich nicht berücksichtigt werden. Es handelt sich hierbei nämlich weder um Werbungskosten noch negative kapitaleinnahmen.

Anders ist die Sache gelagert, wenn Sie ab dem ersten Januar 2005 eine Lebensversicherung abgeschlossen haben. Hier werden Steuern bei der Lebensversicherung fällig, allerdings nur für den Ertrag der Versicherung. Das ist die Summe, die einem Versicherten über die eingezahlten Beiträge hinaus ausbezahlt wird.

Beispiel: Sie bezahlen monatlich 50 Euro in Ihre Versicherung ein. Der Vertrag läuft 30 Jahre. Auf die eingezahlten Beträge erhalten Sie sechs Prozent Zinsen.

Dann haben Sie nach 30 Jahren insgesamt 18.000 EURO eingezahlt und bekommen mit Zinsen und Zinseszinsen einen Ertrag von etwa 11.000 EUR dazu. Dieser Ertrag muss im ungünstigsten Fall mit der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent versteuert werden.

Läuft die Lebensversicherung wie in unserem Fall mehr als zwölf Jahre und ist der Versicherte älter als 60 Jahre, dann wird nur die Hälfte des Ertrags- in unserem Beispiel also 5.500 – Euro versteuert.

Ergebnis: Wenn Sie den strengen Anforderungen des Fiskus genügen lässt sich mit Lebensversicherungen immerhin noch die Hälfte der Abgeltungsteuer sparen.

Wechsel des Versicherungsnehmers

Zwölf Jahre sind eine lange Zeit und die Lebensumstände können sich schon mal ändern. Was passiert, wenn sich der Versicherungsnehmer ändert? Eine spannende Frage. Der Bundesfinanzhof hat bestätigt, dass der Wechsel des Versicherungsnehmers steuerunschädlich ist. Die Mindestvertragsdauer von 12 Jahren beginnt nicht von Neuem an zu laufen (BFH-Urteil vom 23.4.2010, VIII B 48/08).

Daher ist die Übertragung eines Versicherungsvertrages auf ein Kind oder auf den Lebensgefährten steuerunschädlich. Ebenfalls steuerunschädlich ist die Übertragung von Ansprüchen aus einem Lebensversicherungsvertrag, wenn damit Abfindungs- und Ausgleichsansprüche arbeitsrechtlicher, erbrechtlicher oder familienrechtlicher Art erfüllt werden. Häufigster Fall ist die Abtretung einer Versicherung bei Scheidung oder bei Erbauseinandersetzung.

Wechsel der versicherten Person

Was passiert beim Wechsel der versicherten Person? Bei einem Wechsel erlischt steuerrechtlich der “alte Vertrag” und es wird steuerrechtlich vom Abschluss eines “neuen Vertrages” ausgegangen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein entsprechendes Optionsrecht bereits bei Vertragsabschluss vereinbart worden ist oder nicht. In diesem Fall ist für beide Verträge getrennt zu prüfen, ob die 12-jährige Mindestvertragslaufzeit erfüllt ist.

Wird die auf den “alten Vertrag” entfallende Versicherungsleistung ganz oder teilweise auf den “neuen Vertrag” angerechnet, so gilt auch die angerechnete Versicherungsleistung aus dem “alten Vertrag” als zugeflossen und ist zu versteuern. Die aus dem “alten Vertrag” angerechnete Versicherungsleistung gilt als Beitragszahlung auf den “neuen Vertrag”.

Tipp: Ein steuerlich relevanter Zufluss liegt nicht im Fall der Scheidung vor, wenn bei einer internen Teilung Ansprüche aus einem Vertrag der ausgleichspflichtigen Person übertragen werden. Der Vertrag der ausgleichsberechtigten Person gilt insoweit als zum gleichen Zeitpunkt abgeschlossen wie derjenige der ausgleichspflichtigen Person.

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