Mit Verlust verkauft

Private Gegenstände


Oldtimer. Antiquitäten. Oder auch Gemälde. Grundsätzlich führen alle Verkäufe von Wirtschaftsgütern des Privatvermögens zu steuerpflichtigen privaten Veräußerungsgeschäften. Wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt.

Das bedeutet in der Konsequenz: Auch ein Verlust muss steuermindernd berücksichtigt werden.

  • – Das ging dem Fiskus und einigen Finanzgerichten denn doch zu weit: Deshalb sollten Verluste aus der Veräußerung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs steuerlich generell nicht anerkannt werden.
  • – Doch der Bundesfinanzhof hatte überraschend anders entschieden: Auch der Verkauf von Gebrauchsgegenständen innerhalb eines Jahres sei ein steuerrelevantes privates Veräußerungsgeschäft. Mit der Folge, dass das Finanzamt auch Verluste aus solchen Geschäften anerkennen muss (BFH-Urteil vom 22.4.2008, BStBl. 2009 II S. 296).

Diese vorteilhafte BFH-Rechtsprechung wird mit dem Jahressteuergesetz 2010 ausgehebelt. Künftig sind Veräußerungsgeschäfte mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs innerhalb der Jahresfrist nicht mehr steuerpflichtig – und folglich Verluste auch nicht mehr steuermindernd verrechenbar. Dies gilt für Gegenstände, die ab dem 14.12.2010 angeschafft werden (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG). Bei der Veräußerung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs (z. B. Gebrauchtfahrzeuge) würden – so die Gesetzesbegründung – aufgrund des Wertverlustes regelmäßig Verluste erzielt. Es sei nicht sachgerecht, derartige typische, ohne Einkunftserzielungsabsicht getätigte, Verlustgeschäfte steuerrechtlich wirksam werden zu lassen.

Anders bei Oldtimern

Eine andere Regelung gilt nach Auffassung des Fiskus für Oldtimer und andere Wertgegenstände: Weil der Fiskus hier eher eine Gewinnchance vermutet, sollen Gewinne bei Veräußerung innerhalb eines Jahres nach dem Erwerb steuerpflichtig sein, sofern die Freigrenze von 600 EUR überschritten wird (OFD Münster vom 9.1.2002, DB 2002 S. 243). Umgekehrt müssen natürlich Verluste auch verrechenbar sein, allerdings nur mit Spekulationsgewinnen im selben Jahr und darüber hinaus im Vorjahr und/oder in den Folgejahren. Steuerlich zu erfassen sind demnach weiterhin Veräußerungsgeschäfte mit Oldtimern, Münz- oder Briefmarkensammlungen, Schmuck, Antiquitäten, Gemälden, anderen Kunstgegenständen und dergleichen.

Tipp: Von der bisherigen Regelung können Sie noch profitieren, falls Sie Brautkleid, Hochzeitsfrack und andere Hochzeits-Accessoires vor dem 14.12.2010 erworben haben und innerhalb von 12 Monaten nach dem Anschaffungsdatum mit Verlust wieder verkaufen.

Und wie geht das?

Den Verlust tragen Sie in der Steuererklärung in der “Anlage SO” (Zeile 41-46) ein. Das Finanzamt verrechnet den Verlust mit steuerpflichtigen Spekulationsgewinnen im selben Jahr, im Vorjahr oder in den Folgejahren. Solche Gewinne entstehen im Wesentlichen aus dem Verkauf von Gold innerhalb von 12 Monaten oder aus dem Verkauf eines Hauses oder geschlossenen Immobilienfonds innerhalb von 10 Jahren. Nicht mehr möglich ist die Verrechnung mit Aktiengewinnen. Gleiches gilt für Verluste aus dem Verkauf eines Möbelstücks, Teppichs, Cabrios usw. oder ganz einfach aus einem Fehlkauf innerhalb von 12 Monaten nach Anschaffung, sofern die Anschaffung vor dem 14.12.2010 erfolgt ist.

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