Möbel für die Zweitwohnung

Möbel für die Zweitwohnung

Kosten voll abziehbar


Bei einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung können Sie Steuern sparen: Dann sind die Unterkunftskosten für die Zweitwohnung als Werbungskosten absetzbar – allerdings bis zu einem Höchstbetrag. Gilt dieser auch für Einrichtungsgegenstände und Hausrat? Nein – heißt es vom Bundesfinanzhof (BHF), dieser entscheidet nun zu Gunsten der Steuerzahler.

Kosten für die Zweitwohnung: höchstens 1.000 Euro im Monat

Mit dem Auto durch den Stau oder die Bahn – wiedermal mit Verspätung? Die Entscheidung läuft oftmals auf das Gleiche hinaus – der ohnehin lange Arbeitsweg der Berufspendler dauert eben noch länger. Viele entscheiden sich daher für eine Zweitwohnung.

Doch: Bisher waren Kosten für die Unterkunft auf einen Höchstbetrag von 1.000 Euro pro Monat begrenzt. In diesem inbegriffen sind alle für die Zweitwohnung am Beschäftigungsort entstehenden Aufwendungen. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer diese Kosten selbst trägt. Hierzu gehören insbesondere:

  • Miete inklusive Nebenkosten
  • Reinigung und Pflege der Wohnung
  • Rundfunkbeitrag
  • Renovierungskosten
  • Miete für einen Kfz-Stellplatz

Gilt der Höchstbetrag auch für die Einrichtungskosten?

Bei Thema Steuerabzug von Möbel und Hausrat gab sich das Finanzamt bislang kleinlich. Nach seiner Auffassung sollen im Höchstbetrag für die doppelte Haushaltsführung auch die Kosten für notwendige Hausrats- und Einrichtungsgegenstände abgegolten sein – ggf. in Form der Abschreibung (BMF-Schreiben vom 24.10.2014).

Doch nun hat der BFH mit seinem Urteil vom 04.04.2019 mit dieser Zweifelsfrage aufgeräumt! Kosten für die notwendige Einrichtung der Zweitwohnung bei einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung sind zusätzlich zum Deckelungsbetrag von 1.000 Euro monatlich absetzbar (Aktenzeichen VI R 18/17).

Gerade Beschäftigte mit Zweitwohnung in Ballungszentren wie München, Frankfurt oder Hamburg dürfte dieses Urteil freuen. Die Mietkosten dort liegen oftmals (weit) über diesem Betrag.

Finanzrichter sehen keinen Grund für begrenzten Kostenabzug

Nach Auffassung der Finanzrichter sind Aufwendungen für Möbel und Hausrat keine Unterkunftskosten und damit unbeschränkt abziehbar.

Zu den nur mit dem Höchstbetrag abziehbaren Aufwendungen bei einer Mietwohnung gehören die Bruttokaltmiete und bei einer Eigentumswohnung die AfA auf die AK/HK sowie die Schuldzinsen. Die (warmen und kalten) Betriebskosten gehören ebenso zu den nur beschränkt abziehbaren Unterkunftskosten.

Die Nutzung der Einrichtungsgegenstände sei allerdings nicht mit der Nutzung der Unterkunft als solcher gleichzusetzen. Insoweit sind die Aufwendungen unbeschränkt abziehbar.

Zweitwohnung als Eigentumswohnung

Steht die Zweitwohnung im Eigentum des Arbeitnehmers, sind die tatsächlichen Aufwendungen, z. B. AfA, Schuldzinsen, Betriebskosten, Reparaturkosten, bis zum Höchstbetrag von 1.000 Euro monatlich als Werbungskosten absetzbar. Auch hier sind die Kosten für notwendige Einrichtungsgegenstände und Hausrat zusätzlich zum Höchstbetrag abziehbar (BMF-Schreiben).

Möblierte oder teilmöblierte Wohnung

Die Mietkosten für eine möblierte oder teilmöblierte Wohnung sind im Allgemeinen höher. Soweit der Mietvertrag keine Aufteilung der Miete für die Nutzung der Wohnung und die Nutzung der Möbelstücke enthält – wie es in der Regel der Fall sein wird –, kann die gezahlte Miete im Schätzwege aufgeteilt werden. Die Wohnungsnutzung ist dann auf 1.000 Euro pro Monat begrenzt absetzbar und die Möbelnutzung darüber hinaus abzugsfähig (aktuelles BFH-Urteil).

Anschaffungskosten

Falls die Anschaffungskosten für den einzelnen Gegenstand nicht mehr als 800 Euro (bzw. 952 Euro inkl. MwSt) betragen, sind sie sofort und in voller Höhe abziehbar. Dies gilt bei Anschaffungen ab 01.01.2018. Zuvor lag die Grenze bei 410 Euro (bzw. 487, 90 Euro inkl. MwSt). Höhere Kosten müssen über die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt werden und sind jeweils nur mit dem Jahresbetrag als „Absetzung für Abnutzung“ abziehbar. Die Nutzungsdauer für Möbel beträgt 13 Jahre.

Arbeitszimmer

Falls Sie einen Raum der Zweitwohnung als Arbeitszimmer nutzen und die steuerlichen Bedingungen dafür erfüllt sind, werden dessen anteilige Kosten nicht in die 1.000-Euro-Höchstgrenze einbezogen. Die Arbeitszimmerkosten sind separat als Werbungskosten abziehbar (BFH-Urteil vom 09.08.2007).

 

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