Neuigkeiten zum Firmenwagen

Neuigkeiten zum Firmenwagen

Zuzahlungen des Arbeitnehmers werden berücksichtigt


Gute Neuigkeiten: Jeder Arbeitnehmer kann nun die Besteuerung seines Firmenwagens mindern, wenn er für Privatfahrten mit dem Firmenwagen eine Zuzahlung leisten muss.

Zum Hintergrund

Einnahmen sind alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem Arbeitnehmer im Rahmen seines Anstellungsverhältnisses zufließen. So geregelt in § 8 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes. Aufgrund dieser Vorschrift ist es erst möglich, dass der Fiskus die Privatnutzung eines Firmenwagens auch besteuern darf.

Dementsprechend erkennt das Finanzamt schon allein in der Möglichkeit das Dienstfahrzeug auch privat nutzen zu dürfen einen geldwerten Vorteil, den es (ebenso wie den Arbeitslohn in Geld) der Besteuerung unterwirft. Soweit die Grundsätze der Besteuerung beim Dienstwagen.

Tatsächliche Ermittlung der Privatnutzung

Eine andere Frage ist dann im Weiteren, wie die Möglichkeit der Privatnutzung bewertet wird. Konkret gibt es zwei Alternativen: Grundsätzlich soll der Steuerzahler ein Fahrtenbuch führen, wonach die tatsächlichen Fahrten mit dem Firmenwagen dem dienstlichen oder dem privaten Bereich zuzuordnen sind.

Auf diese Weise kann dann ein prozentualer Nutzungsanteil der Privatfahrten ermittelt werden, der im Endeffekt auf die gesamten Fahrzeugkosten angewendet wird. Im Ergebnis hat der Angestellte dann die Kosten zu versteuern, die aufgrund seiner Privatnutzung entstehen.

Pauschale Ermittlung der Privatnutzung

In der Praxis ist das andauernde Führen eines Fahrtenbuchs nicht nur sehr arbeitsaufwändig, sondern aufgrund der hohen formalen Anforderungen auch nicht ganz einfach. Sehr häufig wird daher von einem Fahrtenbuch abgesehen und der geldwerte Vorteil der privaten Nutzungsmöglichkeit wird mittels Ein-Prozent- Regelung ermittelt. Dabei muss pauschal ein Prozent des Bruttolistenneuwagenpreises monatlich als geldwerter Vorteil angesetzt und beim Arbeitnehmer versteuert werden.

Kosten des Fahrzeugs

Unabhängig davon, ob der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung des Firmenwagens mittels Fahrtenbuch oder pauschaler Ein-Prozent-Regelung ermittelt hat, ging der Gesetzgeber davon aus, dass die Fahrzeugkosten regelmäßig durch den Arbeitgeber getragen werden. Hintergrund dieser Annahme ist die Tatsache, dass das Fahrzeug ja auch dem Chef gehört.

In der Praxis hat sich diese Auffassung jedoch häufig nicht durchgesetzt, was vielerorts auch durchaus nachvollziehbar ist. Man bedenke nur, der Chef stellt seinem Arbeitnehmer ein Dienstfahrzeug zur Verfügung, damit dieser damit seine Dienstreisen absolvieren kann. Wie allgemein üblich räumt der Arbeitgeber auch das Recht zur Privatnutzung des Firmenwagens ein. Dies nutzt der Arbeitnehmer auch für eine Urlaubsrundfahrt mit der Familie quer durch Europa.

In Anbetracht der dabei entstehenden Kfz-Kosten für Treibstoff, Mautgebühren und ggfs. erhöhter Abnutzung des Fahrzeugs hat es schon ein Geschmäckle, dass der Chef auf den Kosten sitzen bleiben soll. Vielerorts wird daher einvernehmlich vereinbart, dass der Mitarbeiter ein Nutzungsentgelt oder wenigsten die Benzinkosten für eine solche erhöhte Privatnutzung zahlt.

Steuerliche Berücksichtigung

Diese Nutzungsentgelte oder für das Firmenfahrzeug selbst getragene Benzinkosten wollen die Arbeitnehmer nun natürlich auch steuerlich berücksichtigen. Immerhin müssen sie einen geldwerten Vorteil für die Privatnutzung auch versteuern.

Trotz dieses logischen Gedankengangs hat sich die Finanzverwaltung einer steuermindernden Berücksichtigung entsprechender Aufwendungen des Mitarbeiters bisher versperrt. Damit ist nun jedoch Schluss, wie der Bundesfinanzhof in insgesamt drei aktuellen Entscheidungen vom 30.11.2016 klar stellt.

Fahrtenbuchmethode

Unter dem Aktenzeichen VI R 24/14 und VI R 49/14 stellen die obersten Finanzrichter der Republik klar, dass vom Arbeitnehmer getragene Zuzahlungen für die Kosten des Firmenwagens den geldwerten Vorteil aufgrund der Fahrtenbuchmethode mindern und somit steuermindernd berücksichtigt werden können. Lediglich der Teil einer Zuzahlung, der den nach Fahrtenbuch ermittelten geldwerten Vorteil übersteigt kann steuerlich weder als negative Einnahmen, noch als Werbungskosten berücksichtigt werden.

Ein-Prozent-Regelung

Eine im Tenor ähnliche Entscheidung ist unter dem Aktenzeichen VI R 2/15 auch bei Anwendung der Ein-Prozent-Regelung ergangen. Auch dann kann die Zuzahlung eines Nutzungsentgelts den geldwerten Vorteil mindern. Ausdrücklich führt der Bundesfinanzhof an dieser Stelle auch aus, dass nichts Anderes gilt, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen der privaten Nutzung einzelne Kosten (etwa Kraftstoffkosten oder Mautgebühren) selber trägt.

Erforderlich ist dafür selbstverständlich, dass entsprechende Belege (z. B. Tankquittungen etc.) vorgelegt werden können und die mindernd berücksichtigten Benzinkosten auch im Einklang mit der Fahrleistung des Firmenwagens stehen.

Abschließender Praxishinweis

Es ist noch nicht gewiss, wie die Finanzverwaltung mit den Entscheidungen umgeht. Davon unabhängig entfalten die Entscheidungen jedoch auch Bindungswirkung für bereits vergangene Jahre. Wer folglich schon früher Benzinkosten & Co. für den Dienstwagen aufgrund dessen Privatnutzung entrichtet hat, sollte versuchen diese noch steuermindernd anrechnen zu lassen. Wer seine Steuererklärung noch nicht abgegeben hat, sollte sich die Urteile berufen. Liegt bereits ein Steuerbescheid vor, kann man von den Urteilen nur noch im Rahmen eines Einspruchs profitieren oder wenn sich der Bescheid auf Grund anderer Bestimmungen ändern lässt.

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