Neuregelung bei doppeltem Haushalt

Neuregelung bei doppeltem Haushalt

Finanzielle Beteiligung über zehn Prozent nötig


Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Arbeitsort gründet, profitiert davon steuerlich. Auch Ledige erhalten diesen Steuervorteil. Voraussetzung ist unter anderem, dass sie einen eigenen Hausstand unterhalten oder mit unterhalten. Sie müssen also die Haushaltsführung bestimmen – oder zumindest mitbestimmen.  Auch die finanzielle Beteiligung spielt nach neuem Recht eine nicht unwesentliche Rolle.

Neue Rechtslage ab 2014

Denn nach neuer Rechtslage wird ein „eigener Hausstand“ bei doppelter Haushaltsführung nur noch dann anerkannt, wenn sich der ledige Arbeitnehmer an den Kosten des Haushalts finanziell beteiligt. Bisher war dies nicht zwingend nötig.

Kostenloses Zimmer bei den Eltern reicht nicht

Es genügt nicht, wenn der Arbeitnehmer z. B. im Haushalt seiner Eltern lediglich ein oder mehrere Zimmer bewohnt. Oder wenn dem Arbeitnehmer eine Wohnung im Haus der Eltern unentgeltlich zur Nutzung überlassen wird. Erforderlich ist, dass die finanzielle Beteiligung an den Kosten der Haushaltsführung nicht bloß Bagatellbeträge sind.

Wie hoch muss die finanzielle Beteiligung sein?

Hier hat sich der Fiskus als Anhaltspunkt eine Zehn-Prozent-Grenze gesetzt. Betragen die Barleistungen des Arbeitnehmers mehr als zehn Prozent der monatlich regelmäßig anfallenden laufenden Kosten der Haushaltsführung, so ist dies oberhalb der Bagatellgrenze – und unproblematisch. Einer steuerlichen Anerkennung steht somit aus diesem Aspekt nichts mehr im Wege. (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 24.10.2014, Teilziffer 100).

Zu den Kosten der Haushaltsführung zählen hierbei Ausgaben wie:

  • Miete
  • Mietnebenkosten
  • Kosten für Lebensmittel
  •  andere Dinge des täglichen Bedarfs.

Weniger als zehn Prozent?

Betragen die Barleistungen hingegen weniger als zehn Prozent, können Sie eine hinreichende finanzielle Beteiligung auch auf andere Art und Weise darlegen. Beispielsweise die Finanzierung des gemeinsamen Urlaubs, der Kfz-Kosten oder von größeren Anschaffungen.

Auch für Arbeitgeber von Interesse

Die Beteiligung an der Haushaltsführung kann auch für Ihren Arbeitgeber von Interesse sein- beispielsweise bei den steuerfreien Arbeitgeberleistungen. Hier darf der Arbeitgeber bei Ehepartner oder Lebenspartnern mit den Steuerklassen III, IV oder V eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Haushaltsführung ohne weiteren Nachweis unterstellen.

Bei allen anderen Arbeitnehmern darf der Arbeitgeber einen eigenen Hausstand nur dann annehmen, wenn der Arbeitnehmer schriftlich erklärt, dass er neben einer Zweitwohnung am Beschäftigungsort einen eigenen Hausstand am Heimatort unterhält, an dem er sich auch finanziell beteiligt. Einen Nachweis muss der Arbeitnehmer nicht erbringen, wohl aber die Richtigkeit seiner Erklärung durch Unterschrift bestätigen.

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