Öffentliche Ehrenämter

Öffentliche Ehrenämter

Welche Förderung gibt es?


Aufwandsentschädigung für Ehrenämter im öffentlichen, besonders kommunalen Bereich können unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei bleiben. Es spielt keine Rolle, ob das Ehrenamt selbstständig oder nichtselbstständig ausgeübt wird.

Steuerfreiheit wird nur gewährt, wenn folgende Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sind:

  • Zahlender: Die Zahlung erfolgt aus öffentlichen Kassen, z. B. aus Kassen von Bund, Ländern, Gemeinden, Körperschaften des öffentlichen Rechts , Rundfunkanstalten des öffentlichen Rechts, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts, öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften.
  • Auftraggeber: Die Tätigkeit erfolgt für die öffentliche Hand.
  • Zweck: Die Zahlung erfolgt als Ersatz für Werbungskosten z.B. Fahrtkostenersatz). Nicht steuerfrei ist z. B. ein Ersatz für den Zeitaufwand, den das Ehrenamt verursacht, oder ein Verdienstausfall im Hauptberuf wegen Ausübung des Ehrenamts.

Welche Ehrenämter sind begünstigt?

Steuerbegünstigt sind daher zum Beispiel:

  • Ehrenämter in Berufskammern (z.B. IHK, Handwerkskammer)
  • die Tätigkeit als Gemeinde-, Stadt- oder Kreisrat
  • Tätigkeit als Versichertenältester oder Vertrauensmann bei einem Sozialversicherungsträger
  • Arbeit als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr oder des Technischen Hilfswerks

Nicht begünstigt sind ehrenamtliche Tätigkeiten für Wohltätigkeitseinrichtungen wie Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Deutsches Rotes Kreuz, da diese keine öffentlichen Kassen sind.

Damit das Finanzamt nicht jede Aufwandsentschädigung penibel daraufhin überprüfen muss, für welchen Zweck sie gezahlt wurde (als Kosten- oder Zeitaufwandersatz), kann es den steuerbegünstigten Anteil der Entschädigung schätzen.

Nach der amtlichen Schätzungsrichtlinie besteht Steuerfreiheit für

  • Kostenersatz für ehrenamtlich Tätige, deren Aufwandsentschädigungen aufgrund einer Verwaltungsregelung bestimmt sind, in Höhe von 200 Euro pro Monat bzw. 2.400 Euro im Jahr, höchstens jedoch der geleistete Betrag;
  • Kostenersatz für ehrenamtlich Tätige, deren Aufwandsentschädigungen durch Gesetz oder Rechtsverordnung bestimmt sind, in Höhe von einem Drittel der Aufwandsentschädigung, mindestens 200 Euro pro Monat bzw. 2.400 Euro im Jahr, höchstens aber der geleistete Betrag.

Weitere Steuerfreie Vergütungen

Zusätzlich gezahlte Reisekostenvergütungen bleiben ebenfalls steuerfrei, z.B. Kilometergeld, Ersatz für Verpflegungs- und Übernachtungskosten. Diese Vergütungen sind daher von der Aufwandsentschädigung abzuziehen, bevor die Schätzungsrichtlinie angewandt wird.

Werden mehrere Tätigkeiten für dieselbe Körperschaft ausgeübt, gibt es den Freibetrag nur einmal.

Erhalten Sie monatlich Aufwandsentschädigungen in unterschiedlicher Höhe und schöpfen Sie dadurch in manchen Monaten den steuerfreien Betrag von 200 Euro nicht aus? Dann dürfen Sie in den anderen Monaten des gleichen Jahres, in denen Ihre Einnahmen höher als 200 Euro sind, die nicht ausgeschöpften Beträge nachholen.

[kasten_tipp]?

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar