Pflege eines Angehörigen

Pflege eines Angehörigen

Welche Kosten können Sie absetzen?


Private Kosten bleiben beim steuerlichen Abzug grundsätzlich außen vor. Doch es gibt Ausnahmen: Bei Pflegekosten greift der Fiskus unter die Arme. Was Sie beachten müssen, lesen Sie hier.

Pflege-Pauschbetrag

Pflegen Sie eine nahestehende, dauernd hilflose Person in deren oder in Ihrer Wohnung? Dann können Sie die Ausgaben, die Ihnen dadurch entstehen, auf zwei verschiedenen Wegen absetzen:

  • als außergewöhnliche Belastungen in tatsächlicher Höhe oder
  • als besondere außergewöhnliche Belastung in Form eines Pflege- Pauschbetrags in Höhe von 924 Euro pro Jahr.
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Ansatz der tatsächlichen Kosten

Müssen Sie oder Ihr Ehepartner gepflegt werden? Oder übernehmen Sie für eine andere Person die Pflegekosten, für die Sie den Pflege-Pauschbetrag nicht erhalten? Zum Beispiel weil die zu pflegende Person zwar krank, aber nicht hilflos ist, oder die Pflege nicht zu Hause erfolgt? Dann kann ein Abzug der Kosten als allgemeine außergewöhnliche Belastung in Betracht kommen.

Voraussetzung dafür ist, dass die gepflegte Person auch pflegebedürftig ist, d. h.,

  • bei der zu pflegenden Person liegt die Pflegestufe I, II oder III vor oder
  • für die zu pflegende Person wurde eine dauerhaft erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt (z.B. wegen Demenz) oder
  • ein anerkannter Pflegedienst wird mit der Pflege beauftragt oder
  • bei einer Heimunterbringung sind pflegebedingte Kosten entstanden und der Träger des Heimes hat den Pflegesatz für die inoffizielle Pflegestufe 0 mit dem Sozialversicherungsträger ausgehandelt.
  • Ferner muss die andere Person, für die Sie Pflegekosten übernehmen, bedürftig sein (bestimmte Obergrenzen bei Einkommen und Vermögen dürfen nicht überschritten sein).

Der Nachweis der Pflegebedürftigkeit kann in den ersten beiden Fällen über den Schwerbehindertenausweis (Merkmal Bl oder H) oder eine Bescheinigung der Pflegekasse bzw. des Medizinischen Dienstes erfolgen, in den letzten beiden Fällen durch eine Rechnung des Pflegedienstes bzw. Heimträgers.

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Wie weisen Sie die Kosten nach?

Die tatsächlich entstandenen Kosten sind nachzuweisen und zwar

  • bei der Beschäftigung einer ambulanten Pflegekraft z. B. durch einen Arbeitsvertrag,
  • bei der Unterbringung in der Pflegestation eines Altenheims oder in einem Pflegeheim durch eine Rechnung, in der die Pflegeleistungen gesondert von den Unterbringungs- und Verpflegungskosten ausgewiesen werden,
  • bei der Inanspruchnahme eines Pflegedienstes durch eine Rechnung, in der die Pflegeleistungen ausgewiesen werden,
  • bei Besuchsfahrten zu einem in einem Pflegeheim untergebrachten Angehörigen oder zur krankheitsbedingten Betreuung eines Angehörigen z. B. durch Vorlage von Fahrkarten und Tankquittungen.

Nicht absetzbar ist der eigene Zeitaufwand bzw. Verdienstausfall wegen der Pflege eines Angehörigen mit fiktiven Stundensätzen (Urteil des Hessisches Finanzgerichts, Aktenzeichen 11 K 1850/10).

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Werden Sie oder Ihr Ehepartner zu Hause gepflegt und wird Ihre Pflegekraft auch in Ihrem Haushalt tätig? Dann können Sie für den darauf entfallenden Teil des Entgeltes auch eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen erhalten. Gleiches gilt für den Teil des Pflegeentgelts, der wegen der steuerlichen zumutbaren Belastung nicht als außergewöhnliche Belastung anerkannt wird.

Ist nur ein Ehepartner pflegebedingt im Heim untergebracht und lebt der andere (nicht pflegebedürftige) Ehegatte mit ihm zusammen im Heim? Dann sind nur die Pflegekosten des Pflegebedürftigen absetzbar.

An Sie gezahltes Pflegegeld wird von Ihren eigenen Pflegekosten abgezogen, auch wenn es sich um pauschales Pflegegeld aus einer privaten Pflegezusatzversicherung handelt. Als außergewöhnliche Belastung wirkt sich somit nur die Differenz aus. Das an Sie weitergeleitete Pflegegeld bei Übernahme der Pflegekosten für eine andere Person kürzt Ihre absetzbaren Pflegeaufwendungen dann nicht, wenn Sie es für die Kosten der Grundpflege und hauswirtschaftlichen
Versorgung des Gepflegten verwenden.

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