Pflege eines Angehörigen

Pflege eines Angehörigen

Ab 2015 besser begünstigt


Rund 2,63 Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig. Davon werden 1,85 Millionen zu Hause versorgt und von diesen rund zwei Drittel ausschließlich durch Angehörige. Ab 2015 werden diese besser begünstigt.

Zwischen Beruf und Pflege

Die pflegenden Personen sind meistens Frauen und Mütter, viele noch erwerbstätig. Berufstätige, die einen Angehörigen betreuen, sind sehr belastet. Sie müssen in dieser Phase Familie, Pflege und Beruf in Einklang bringen. Dazu benötigen sie vor allem mehr zeitliche Flexibilität.

Bessere Berücksichtigung

Nun gewährt das „Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“ ab 2015 etliche bedeutsame Verbesserungen im akuten Notfall, während einer längeren Krankheit und bei einer langen Pflegebedürftigkeit:

Pflegeunterstützungsgeld

Bei kurzzeitiger Freistellung von bis zu zehn Tagen gibt es nun einen Anspruch auf ein Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung. Es beträgt 90 Prozent des Nettogehalts. Gezahlt wird es von der sozialen Pflegekasse oder privaten Pflegeversicherung des pflegebedürftigen Angehörigen, ggf. bei beihilfeberechtigten Angehörigen anteilig von der Beihilfe.

Zinsloses Darlehen

Während der Pflegezeit hat der Pflegende nun Anspruch auf ein zinsloses Darlehen von bis zu sechs Monaten. Die teilweise oder vollständige Freistellung ist nicht von der Zustimmung des Arbeitgebers abhängig. Das Darlehen deckt maximal die Hälfte des ausfallenden Nettogehalts ab und wird in monatlichen Raten gezahlt.

Familienpflegezeit

Auch gibt es einen Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit von bis zu 24 Monaten mitsamt zinslosem Darlehen. Dies gilt aber nur in Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigten. Eine komplette Freistellung darf hier nicht erfolgen, sondern die verringerte Arbeitszeit muss mindestens 15 Stunden pro Woche betragen. Während der Freistellungsphase besteht ein Anspruch auf ein zinsloses Darlehen, mit dem die Hälfte des jeweiligen Verdienstausfalls abgedeckt werden kann.

Freistellung zur Betreuung

Wird ein pflegebedürftiges minderjähriges Kindes in einer außerhäuslichen Einrichtungen betreut, besteht ein Anspruch auf Freistellung. Diese kann vollständig oder teilweise beantragt werden. Während dieser Zeit besteht ebenfalls Anspruch auf ein zinsloses Darlehen.

Freistellung zur Begleitung

Angehörige haben einen Anspruch auf Freistellung zur Begleitung der letzten Lebensphase der pflegenden Personen – von bis zu drei Monaten. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Angehörige zu Hause gepflegt wird oder sich beispielsweise in einem Hospiz befindet. Die Freistellung kann vollständig oder teilweise beantragt werden. Während dieser Zeit haben Sie Anspruch auf ein zinsloses Darlehen.

Erweiterter Kreis der begünstigten Personen

Künftig besteht der Anspruch auf alle Leistungen nicht nur für die Betreuung von Großeltern und Eltern, Schwiegereltern, Ehepartner, Lebenspartnern oder Partnern einer eheähnlichen Gemeinschaft. Auch die Betreuung von Stiefeltern, Schwägerinnen und Schwager sowie für Partner in lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaften wird nun berücksichtigt. Wie bisher sind auch Geschwister, Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehepartners oder Lebenspartners sowie Schwieger- und Enkelkinder eingeschlossen.

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