Private Mitbenutzung beim Arbeitszimmer

Private Mitbenutzung beim Arbeitszimmer

Einsprüche werden abgewiesen


Ein häusliches Arbeitszimmer wird nur dann steuerlich anerkannt, wenn der Raum von den übrigen Wohnräumen abgetrennt ist, büromäßig ausgestattet ist und so gut wie ausschließlich beruflich genutzt wird.

Eine private Mitbenutzung darf gegenüber der beruflichen Nutzung allenfalls von nur ganz untergeordneter Bedeutung sein. Mathematisch ausgedrückt bedeutet das: Die berufliche Nutzung des Arbeitszimmers muss mindestens 90 Prozent der Gesamtnutzung betragen, und die private Nutzung darf nicht mehr als 10 Prozent der Gesamtnutzung ausmachen.

Kein Steuervorteil bei privater Mitbenutzung

Im Jahre 2015 hatte der Bundesfinanzhof diesen langjährigen Rechtsgrundsatz erneut bekräftigt. Wird ein häusliches Arbeitszimmer auch privat mitgenutzt oder ein Raum nicht so gut wie ausschließlich beruflich genutzt? Dann sind die Kosten unverändert nicht – auch nicht teilweise – als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar.

Eine Aufteilung der Kosten? Fehlanzeige. Eine anteilsgenaue Aufschlüsselung der Raumkosten in einen beruflichen und privaten Anteil ist nicht möglich. Daher wird auch eine Arbeitsecke im Wohn- oder Schlafzimmer nicht zum anteiligen Werbungskostenabzug zugelassen. Ebenso wenig wie ein nur zeitweise beruflich genutzter Raum (Aktenzeichen, GrS 1/14).

Eine Verfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht mangels Erfolgsaussichten nicht zur Entscheidung angenommen (BVerfG-Beschluss vom 27.9.2017, 2 BvR 949/17).

Einsprüche werden abgewiesen

Aktuell weist die Finanzverwaltung alle Einsprüche wegen Ablehnung gemischt genutzter häuslicher Arbeitszimmer mittels Allgemeinverfügung zurück. Damit bekommen Sie als betroffener Steuerzahler keine negative Einspruchsentscheidung mehr vom Amt. Ihre Steuerbescheide werden nun bezüglich des Arbeitszimmers automatisch bestandskräftig. Diese Möglichkeit ist per Gesetz zulässig und erspart den Finanzämtern eine Menge Arbeit.

Tipp

Sollten Sie mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sein, können Sie beim Finanzgericht Klage erheben. Ein weiterer Einspruch ist nicht mehr möglich. Die Frist für die Klage beträgt ausnahmsweise ein Jahr. Ob aber außer Kosten auch Erfolgsaussichten bestehen, ist fraglich.

Wie Sie den Fiskus am häuslichen Arbeitszimmer beteiligen

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