Private Nutzung vom Firmenwagen

Zeitanteiliger Ansatz möglich?


Bekommt ein Mitarbeiter einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung, muss er diese pauschal mit einem Prozent des Listenpreises versteuern. Doch muss der volle Monatswert auch bei nur zeitweiser Nutzungsmöglichkeit versteuert werden?

Finanzamt will immer versteuern

Doch was, wenn die Nutzungsmöglichkeit nicht an allen Tagen im Monat bestanden hat?

Muss der Ein-Prozent-Wert auch dann versteuert werden?

Die Finanzverwaltung besteht darauf, dass der Ein-Prozent-Monatswert auch dann zu versteuern ist, wenn:

  • das Fahrzeug dem Arbeitnehmer im Kalendermonat nur zeitweise zur Verfügung steht oder
  • wenn der Arbeitnehmer das Fahrzeug nur gelegentlich zu Privatfahrten nutzt oder
  • wenn er von seinem Zugriffsrecht auf ein Fahrzeug aus einem Fahrzeugpool nur gelegentlich Gebrauch macht

Auch bei zeitweiser Nutzung voll zu versteuern

Nun hat das Finanzgericht Baden-Württemberg die Auffassung der Finanzverwaltung bestätigt und entschieden, dass der Ein-Prozent-Monatswert auch dann zu versteuern ist, wenn der Firmenwagen dem Arbeitnehmer im Kalendermonat nur zeitweise zur Verfügung steht, etwa weil die Nutzungsmöglichkeit erst im Laufe eines Monats beginnt oder endet.

Taggenaue Berechnung nicht zulässig

Die Versteuerung eines geringeren, taggenau ermittelten Bruchteils von einem Prozent des Bruttolistenpreises ist nicht zulässig (Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg, Aktenzeichen 6 K 2540/14).

Wichtig

Der Ein-Prozent-Monatswert muss nur dann nicht versteuert werden, wenn Ihnen der Firmenwagen für einen vollen Kalendermonat nicht zur Verfügung steht. Gründe können sein: Krankheit, Abordnung ins Ausland, Urlaub oder ein Unfall.

Steht Ihnen der Firmenwagen nur gelegentlich für höchstens fünf Tage aus einem besonderen Anlass oder zu einem besonderen Zweck zur Verfügung, brauchen Sie nicht den Ein-Prozent-Monatswert zu versteuern, sondern nur 0,001 Prozent des Listenpreises für jeden Fahrtkilometer.

Steuerberatung?

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